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In Mali hat Befreiung von Timbuktu Vorrang

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Französische Truppen wollen in Mali so schnell wie möglich die Wüstenstadt Timbuktu aus den Händen der Islamisten befreien. Kampfjets greifen seit Dienstagabend Stellungen der Extremisten im Norden des Landes an.

In Mali hat Befreiung von Timbuktu Vorrang

Mittlerweile 2.300 französische Soldaten im Land. Bild: SN/apa (epa)

Die Angriffe hätten Stützpunkten der AQMI-Milizen (Al-Kaida im Islamischen Maghreb) in der Umgebung von Timbuktu gegolten, sagte ein malischer Armeesprecher am Mittwoch. "Solange es in der Region bewaffnete Gruppen gibt, werden die Luftangriffe fortgeführt", sagte der Sprecher. "Wann immer wir eine Rebellen-Basis entdecken, wird bombardiert." Nach Informationen des französischen Wochenblattes "Canard Enchaîné" hat Präsident Hollande die Devise ausgegeben, schnellstmöglich Timbuktu oder Gao unter Kontrolle zu bringen.

Mittlerweile sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Paris 2.300 französische Soldaten im Land. Stützpunkte in anderen Ländern miteingerechnet sollen laut "Canard" rund 4.000 Soldaten für den Mali-Einsatz zur Verfügung gestellt werden.

Bereits in der Nacht auf Dienstag griffen die Franzosen einen ehemaligen Palast des 2011 getöteten libyschen Revolutionsführers Muammar al-Gaddafi am Rande von Timbuktu an. Dies bestätigte ein Augenzeuge am Mittwoch am Telefon der Nachrichtenagentur dpa. Er fügte hinzu, dass die Islamisten noch immer in der Stadt präsent seien: "Sie laufen zwischen Stadt und Wüste hin und her, aber sie sind noch da."

Derweil versuchen malische Truppen die Städte in der Landesmitte zu sichern, die bereits zurückerobert wurden. Rund um Diabali - 400 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bamako - patrouillierten Militärfahrzeuge. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, verdächtige Personen zu melden. "Die malische Armee arbeitet mit den Menschen hier zusammen, um potenzielle Islamisten zu entlarven, die sich noch in der Stadt aufhalten könnten", erklärte ein französischer Militärsprecher in Diabali.

Hilfsorganisationen befürchten wegen der Kämpfe einen weiteren Anstieg des Flüchtlingsstroms. Seit Anfang 2012 sind insgesamt über 350.000 Menschen in den Nachbarländern und in Mali selbst auf der Flucht.

 
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