Debatte um Tschetschenien-Reise von FPÖ-Politikern
Von Apa | Aktualisiert vor 104 Tagen

Gudenus wird heftig angegriffen. Bild: SN/apa (archiv/jäger)
"Wer keine Ahnung von Asyl und den Problemen von schutzsuchenden Menschen hat, sollte wenigstens den Mund halten", forderte Alev Korun, Integrationssprecherin der Grünen, den stellvertretende FPÖ-Bundesparteiobmann Johann Gudenus auf. Seine jüngsten Aussagen, die Korun als Reaktion auf das Treffen mit dem tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow in Grosny deutet, seien "hasserfüllt und einseitig". "Tatsache ist vor allem: Die Asylanträge sind in Österreich von 2002 bis 2011 um 64 Prozent zurückgegangen", erklärte Korun in einer Aussendung vom Donnerstag, und forderte Gudenus auf, sich für "seine Verbrüderung mit dem Terrorregime in Tschetschenien" zu entschuldigen.
Der Wiener SP-Klubvorsitzende Rudolf Schicker geht noch einen Schritt weiter: Nach FPÖ-Besuchen beim inzwischen hingerichteten, irakischen Diktator Saddam Hussein, dem mittlerweile getöteten, libyschen Machthaber Gaddafi und nun Kadyrow fehle nur noch, dass "Gudenus gemeinsam mit FPÖ-Chef Strache beim syrischen Machthaber Assad vorstellig wird, um das für die FPÖ scheinbar lukrative Diktatoren-Netzwerk weiterzuspinnen. Solche antidemokratischen Auswüchse haben im Wiener Stadtparlament nichts verloren."
Für Schicker lässt die Tschetschenien-Reise schwere Zweifel an der demokratischen Grundhaltung der Freiheitlichen aufkommen. In einer Aussendung vom Donnerstag äußerte Schicker den Verdacht, Gudenus erhalte Geld um "dem Despoten Flüchtlinge ans Messer zu liefern".
Der Wiener FPÖ-Landesparteisekretär Hans-Jörg Jenewein beschuldigte hingegen SPÖ und Grüne, gar kein Interesse an einer Lösung für Asylbetrüger "etwa aus Tschetschenien" finden zu wollen. Genau "diese Politiker, welche die Reise der Freiheitlichen nach Tschetschenien jetzt diskreditieren", stünden für ungezügelten Zuzug und die Ausplünderung des österreichischen Volkes.
Mehr Welt-Politik
- Präsidentenwahl in Ägypten hat begonnen
- Schuldenkrise: Regierungen sollen Notfallpläne vorbereiten
- Italiens Kirche nennt Zahlen zu Missbrauch
Mehr Welt
- Wiener Polizist als Waffenhändler in Bayern
- Albanische Koma-Patienten nach Österreich
- Gepanschter Alkohol in All-inclusive-Hotels
Mehr Politik
- Simon-Wiesenthal-Zentrum fordert Darabos-Rücktritt
- FPÖ-Graf weist Vorwürfe von Stifterin zurück
- Rechtsextremist Küssel schwieg vor Gericht
Ginga und Das trojanische Pferd im Roten Salon
Nach dem Release ihres Debüt-Albums 2010 war Ginga viel unterwegs: von Österreich, über halb Europa... ›
Wilder Balkan
Die Doku zeigt sechs Porträts von Naturlandschaften des Balkans, die ein bisher unbekanntes Gesicht... ›
Bergfrühling unter der Reiter Alm
Die Halsalm über dem Hintersee mit herrlichen Ausblicken auf die Berchtesgadener Bergwelt ›
Plätten oder Fuhr
Plätten sind die kiellosen, hölzernen Arbeitsschiffe, die im Alpen-Donauraum für die verschiedensten Anwendungen genutzt werden. Aufgenommen von "Marianne Robl". ›
Johnny Depp zum Ehren-Indianer ernannt
Hollywood-Star Johnny Depp ist von einem Indianerstamm zum Ehrenmitglied ernannt worden. Der... ›
"La vie en rose"
Das berühmte Chanson von Edith Piaf steht Pate für eine exklusive Schmuckkollektion von Piaget.... ›
Urlaubs-Alternative: Menorca zu Pferd
Neue Perspektiven auf den Balearen: hoch zu Ross - immer entlang der Küste, vorbei an... ›
Sportlich, größer und teurer
Neuauflage. Mit dem 3er BMW wollen die Bayern neue Maßstäbe in der Mittelklasse setzen. Beim Design... ›
Gebäude wird um 60 Meter verschoben
Ein ehemaliges Verwaltungsgebäude einer Maschinenfabrik in Zürich wird seit Dienstag an einen neuen Standort verschoben. Spezialisten schicken das Backsteingebäude auf sechs Stahlschienen auf die Reise. ›
Giovanni Falcone: Symbolfigur im Kampf gegen die Mafia
Italien gedenkt in dieser Woche der dunkelsten Phase seines Kampfes gegen die Mafia. Am 23. Mai 1992 wurde der sizilianische Mafia-Jäger Giovanni Falcone durch Killer der Cosa Nostra ermordet. Falcone, seine Frau Francesca Morvillo und drei seiner Leibwächter wurden bei einem Attentat auf der Autobahn bei Capaci nahe Palermo in die Luft gesprengt. Noch nie zuvor hatte die Mafia eine derart aggressive Offensive gegen Staatsdiener gewagt. In Erinnerung an Falcone, der in ... ›
Mitteilungen










KOMMENTARE ()
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare veröffentlicht.