Breivik wird über Motive befragt
Von Apa/ag. | 17.04.2012 - 09:24
In einem seiner Manifeste hatte der Rechtsextremist diese Geste als Gruß des Ordens der Tempelritter und "Herausforderung für die marxistischen Tyrannen in Europa" bezeichnet. Er habe in Notwehr gehandelt. Das Gericht erkenne er nicht an, weil der norwegische Staat den Multikulturalismus unterstütze.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Norweger vor, im Juli 2011 in Oslo mit einer Autobombe acht Menschen getötet zu haben. Anschließend brachte er auf der Insel Utöya gezielt 69 Teilnehmer eines Feriencamps für junge Sozialdemokraten um. Breivik ist wegen Terrorismus und vorsätzlichen Mordes angeklagt.
Der österreichische Gerichtspsychiater Reinhard Haller glaubt, dass der 77-fache Mörder von Oslo, Anders Behring Breivik, in einem "Zustand der wahnhaften Wehrlosigkeit" gehandelt hat. Das bedeute, dass er "der Welt, in der er lebt, ausgeliefert" ist, erklärte Haller in der "ZiB24" des ORF in der Nacht auf Dienstag.
Das "wirklich gefährliche" am Wahn sei, dass die darunter Leidenden "nicht verwirrt" sind, sondern im Gegenteil "vollkommen klar". Die Betroffenen hätten nur "eine andere Wirklichkeit, eine andere Blickrichtung", sie könnten deshalb auch Straftaten "viel besser" planen und durchführen als Menschen, die krank und deshalb unzurechnungsfähig seien. Für Breivik selbst sei es "schlimm", als unzurechnungsfähig eingestuft zu werden, weil er der Bevölkerung zeigen wolle: "Ich bin im Besitz der Wahrheit". Wird er als geisteskrank eingestuft, wird der 33-Jährige in eine geschlossene psychiatrische Anstalt eingewiesen.
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