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Flüchtlingschaos in Ungarn, Sonderzug führt in Asyllager

Das Chaos im ungarischen Flüchtlingsdrama spitzt sich zu. Polizisten geben überraschend den Bahnhof frei, aber die Züge fahren nicht nach Westeuropa. Die Behörden haben versucht, die Flüchtlinge mit einem Trick in ein Lager zu bringen.

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In Bicske wurde der erste Sonderzug gestoppt. Bild: SN/AP

In Bicske wurde der erste Sonderzug gestoppt.

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Verzweifelte Flüchtlinge. Bild: SN/AP

Verzweifelte Flüchtlinge.

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Chaos in Budapest: Der Ostbahnhof ist für Flüchtlinge wieder offen.  Bild: SN/AP

Chaos in Budapest: Der Ostbahnhof ist für Flüchtlinge wieder offen.

Bild: SN/AP

Chaos in Budapest: Der Ostbahnhof ist für Flüchtlinge wieder offen.  Bild: SN/AP

Chaos in Budapest: Der Ostbahnhof ist für Flüchtlinge wieder offen.

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In Bicske wurde der erste Sonderzug gestoppt. Eine Mutter warf sich aus Verzweiflung auf den Boden. Bild: SN/AP

In Bicske wurde der erste Sonderzug gestoppt. Eine Mutter warf sich aus Verzweiflung auf den Boden.

Bild: SN/AP

In Bicske wurde der erste Sonderzug gestoppt. Bild: SN/AP

In Bicske wurde der erste Sonderzug gestoppt.

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Chaos in Budapest: Der Ostbahnhof ist für Flüchtlinge wieder offen.  Bild: SN/APA/EPA/ZOLTAN BALOGH

Chaos in Budapest: Der Ostbahnhof ist für Flüchtlinge wieder offen.

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In Bicske wurde der erste Sonderzug gestoppt. Eine Mutter warf sich aus Verzweiflung auf den Boden. Bild: SN/AP

In Bicske wurde der erste Sonderzug gestoppt. Eine Mutter warf sich aus Verzweiflung auf den Boden.

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Tausende Flüchtlinge harrten am Mittwoch vor dem Bahnhof aus.  Bild: SN/APA/EPA/ZOLTAN BALOGH

Tausende Flüchtlinge harrten am Mittwoch vor dem Bahnhof aus.

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Chaos in Budapest: Der Ostbahnhof ist für Flüchtlinge wieder offen.  Bild: SN/AP

Chaos in Budapest: Der Ostbahnhof ist für Flüchtlinge wieder offen.

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In Bicske wurde der erste Sonderzug gestoppt. Bild: SN/AP

In Bicske wurde der erste Sonderzug gestoppt.

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Chaos in Budapest: Der Ostbahnhof ist für Flüchtlinge wieder offen.  Bild: SN/AP

Chaos in Budapest: Der Ostbahnhof ist für Flüchtlinge wieder offen.

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Chaos in Budapest: Der Ostbahnhof ist für Flüchtlinge wieder offen.  Bild: SN/AP

Chaos in Budapest: Der Ostbahnhof ist für Flüchtlinge wieder offen.

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Chaos in Budapest: Der Ostbahnhof ist für Flüchtlinge wieder offen.  Bild: SN/AP

Chaos in Budapest: Der Ostbahnhof ist für Flüchtlinge wieder offen.

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Chaos in Budapest: Der Ostbahnhof ist für Flüchtlinge wieder offen.  Bild: SN/AP

Chaos in Budapest: Der Ostbahnhof ist für Flüchtlinge wieder offen.

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Chaos in Budapest: Der Ostbahnhof ist für Flüchtlinge wieder offen.  Bild: SN/AP

Chaos in Budapest: Der Ostbahnhof ist für Flüchtlinge wieder offen.

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In Bicske wurde der erste Sonderzug gestoppt. Bild: SN/APA/EPA/ZOLTAN BALOGH

In Bicske wurde der erste Sonderzug gestoppt.

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Flüchtlingschaos in Budapest: Nachdem die Polizei am Donnerstag in der Früh die Blockade des Ostbahnhofs in der ungarischen Hauptstadt für Flüchtlinge beendet hat, haben sich auf den Bahnsteigen chaotische Szenen abgespielt. Hunderte Flüchtlinge, die seit Tagen vor dem Gebäude ausgeharrt hatten, strömten auf die Bahnsteige.

Die ungarische Polizei hat allerdings den in Richtung österreichische Grenze fahrenden Zug mit Flüchtlingen angehalten und die Reisenden zum Aussteigen aufgefordert. Wie die ungarische Nachrichtenagentur MTI weiter berichtete, hielt der aus Budapest kommende Zug am Donnerstag in Bicske, rund 37 Kilometer westlich der ungarischen Hauptstadt. Polizisten, Dolmetscher und rund 20 Busse hätten auf die Flüchtlinge gewartet um sie in das Flüchtlingslager von Bicske zu bringen.

Viele der Flüchtlinge seien aus dem Zug geholt worden. Nachdem sich einige gewehrt hätten, seien die Asylsuchenden wieder zum Bahnsteig zurückgedrängt worden. Eine offizielle Erklärung gab es zunächst nicht. Später seien die anwesenden Journalisten vom Bahnhof vertrieben worden, teilte MTI unter Berufung auf den Polizeipräsidenten Karoly Papp mit.

Die Flüchtlinge waren am Vormittag am Budapester Ostbahnhof in den Zug gestiegen. Ziel war die ungarische Grenzstadt Sopron. Ein zweiter aus Budapest kommender Flüchtlingszug sei am Nachmittag bei Györ im Westen Ungarns angehalten worden, berichtete das online Nachrichtenportal index.hu. Zuvor hatte die ungarische Eisenbahngesellschaft MAV erklärt, es gebe bis auf weiteres keine direkten Züge von Budapest nach Westeuropa.

Orban: "Deutsches Problem"

Der ungarische Regierungschef Viktor Orban bezeichnete den Zustrom von Flüchtlingen unterdessen als "deutsches Problem". Nach einem Gespräch mit EU-Parlamentspräsident Martin Schulz erklärte er in Brüssel, es dürfe kein Flüchtling ausreisen, ohne dass er vorher registriert worden sei. Ungarn halte sich lediglich an europäische Regeln und tue das, was die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel erwarte.

"Das Problem ist kein europäisches Problem. Das Problem ist ein deutsches Problem", betonte Orban. Die Migranten wollten nicht in Ländern wie Ungarn, Polen oder Estland bleiben. "Alle würden gerne nach Deutschland gehen." Migranten warnte der rechtsnationale Regierungschef ausdrücklich vor einer Einreise nach Ungarn. "Bitte kommen Sie nicht. Es ist riskant zu kommen. Wir können nicht garantieren, dass Sie akzeptiert werden."

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz warf dem ungarischen Regierungschef vor, in der Migrationspolitik die falschen Schwerpunkte zu setzen. "Ich bin nicht der Meinung von Viktor Orban", sagte der SPD-Politiker. Es möge zutreffen, dass nicht alle Menschen in Ungarn bleiben wollten. Ziel müsse deswegen aber eine gerechte Verteilung der Flüchtlinge sein.

ÖBB hat kaum Informationen

Der Ostbahnhof in Budapest wird bis auf weiteres nicht mehr von internationalen Zügen angefahren. Bei der ÖBB herrschte aber Unklarheit über die Planungen in Ungarn. Allerdings wurden Vorbereitungen getroffen für den Fall, dass die ungarische Bahn doch noch Züge von Budapest nach Sopron führen sollte. "Dann werden wir Doppelstockzüge, die derzeit in Wulkaprodersdorf stehen bleiben, nach Sopron verlängern", so ÖBB-Sprecher Braun. Auf ihrer Homepage rieten die ÖBB generell von Bahnreisen nach Ungarn ab. Auch die Bahnhöfe in Salzburg und Wien bereiteten sich auf einen möglichen neuerlichen Flüchtlingsansturm vor.

Bahnhof seit Dienstag gesperrt

Der Budapester Ostbahnhof war seit Dienstag für Flüchtlinge gesperrt. Nachdem die Polizei die Kontrollen am Montag aufgegeben hatte, hatten mehrere tausend Flüchtlinge die Züge gestürmt und waren nach Wien und München weitergereist. Am Dienstag hatten die ungarischen Behörden den Bahnhof dann geräumt. Seither ließen sie keine Migranten mehr in das Gebäude.

Tausende neue Flüchtlinge aufgegriffen

Am Mittwoch hat die ungarische Polizei erneut 2061 neue illegale Einwanderer aufgegriffen. Die meisten davon seien trotz des neuen Grenzzauns über die serbische Grenze gekommen, berichtete die ungarische Nachrichtenagentur MTI am Donnerstag. Der rechtskonservative ungarische Regierungschef Viktor Orban will am Donnerstag in Brüssel um für Hilfe in der Migrationskrise zu bitten.

Laut einem Polizeibericht von Donnerstagmorgen starb bei einem Unfall auf der Autobahn M5 von Szeged nach Budapest allen Anzeichen nach ein Flüchtling. Zwei weitere Personen wurden teils schwer verletzt, nachdem ihr Wagen gegen eine Leitplanke gerast war. Sie wurden in eine Spital transportiert. Ein ungarischer Schlepper beging Fahrerflucht, wurde aber inzwischen von der Polizei gefasst.

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