Smashing Pumpkins: Die Härte der Melancholie
Von (sn). | 19.06.2012 - 10:52

Das streitbare Genie Billy Corgan ist mittlerweile Solo-Pumpkin. Bild: SN/APA
Die Smashing Pumpkins trennen die Welt. Im Werk der Band des streitbaren Genies Billy Corgan hören die einen am liebsten die Härte. Und die anderen schwelgen in der Melancholie und der Feinteiligkeit, die sich besonders auf dem Album "Mellow Collie . . ." (1995) manifestiert hat. Wer sich zwischen diesen Polen entscheidet, liegt aber falsch. Wo die Kunst von Corgan tatsächlich zum Vorschein kommt, wird heftig gehämmert und zugleich träumerisch geschwelgt. Und weil das nach vielen Jahren wieder einmal so gut gelingt, ist das neue, am Montag erschienene Album "Oceania" in jeder Hinsicht eine Versöhnung.
1987 wurde die Band gegründet, zählte bald zur Elite des Alternative Rock. Bisher wurden rund 30 Millionen Tonträger verkauft. Vor zehn Jahren kam nach vielen Streitereien die Auflösung. 2007 gab es mit dem Album "Zeitgeist" ein Comeback. Nun, fünf Jahre später, ist aus der Urbesetzung nur mehr Corgan übrig. Und er ist wieder dort, wo seine Partie einmal richtig groß war: Im Reich einer Rockmusik, die mit vielen Kunstgriffen in eine vergeistigte Schönheit gehoben wird, aber nicht an Überzeugungskraft verliert. Heißt: Breite Gitarren, wundersame Arrangements und vielerlei Spielereien, die eine dichte Atmosphäre schaffen. Dafür braucht es jede Menge Größenwahn, und den hat Corgan.
"Oceania" nämlich ist eingebettet in ein Monsterprojekt, das Corgan vor drei Jahren publik gemacht hat. Unter dem Titel "Teargarden by Kaleidyscope" sollen 44 Songs entstehen. Ein paar davon gibt es schon im Internet. "Oceania" sei nun "Album im Album", sagt Corgan.
Solcherlei Gerede vom großen Kunstentwurf ist beim Hören egal. Corgan vereint besser als je zuvor, was die Band groß gemacht hat: Härte und Melancholie, Fortschritt und Emotion, Epik und Gigantomanie.
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