Freud-Enkel: "Wollte immer Dramen schaffen"
Von Sn, Apa | Aktualisiert vor 105 Tagen
In den letzten fünf Jahren seines Lebens hatte Lucian Freud die Ausstellung über sein Lebenswerk mit vorbereitet, die Eröffnung erlebt er nun nicht mehr mit: Rund ein halbes Jahr nach dem Tod des Malers und Enkels von Psychoanalyse-Begründer Sigmund Freud zeigt die National Portrait Gallery in London "Lucian Freud Portraits". Ausgewählt wurden Arbeiten Freuds aus den Anfangsjahren bis hin zu seinem letzten, unvollständig gebliebenen Gemälde. Die Eröffnung ist heute, Donnerstag und dauert bis zum 27. Mai. Schon im Voraus feiern Kunstkritiker sie als ein Erlebnis. Für Oktober 2013 ist im Wiener Kunsthistorischen Museum eine Ausstellung mit Werken von Lucian Freud geplant.
"Ich wollte in meinen Bildern immer Dramen schaffen, deshalb male ich Menschen", sagte Freud selber einmal. "Die einfachsten menschlichen Gesten erzählen Geschichten." An Dramatik mangelt es seinen Bildern nicht. Wulstige Hautberge, durchscheinende Adern, herausstechende Knochen - manche von Freuds Porträts sind nicht leicht anzuschauen. Gleichzeitig aber schwingt oft auch etwas Liebevolles mit in seinen Darstellungen.
Freud malte vor allem Freunde, Bekannte, Familienmitglieder, die stundenlang für ihn Modell saßen. Die Ausstellung wirft den Fokus auf bestimmte Gruppen von Modellen und will unter anderem einen Überblick über die stilistische Entwicklung Freuds geben. Dafür wurden mehr als 100 Werke aus Museen und Privatsammlungen aus der ganzen Welt zusammengetragen.
Lucian Freud war im Juli 2011 im Alter von 88 Jahren in London gestorben. Er kam in Berlin zur Welt, flüchtete aber 1933 mit seiner Familie vor den Nazis nach Großbritannien. Seit 1939 war er britischer Staatsbürger.
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