Scala entlässt kritische Tänzerin
Von Apa | Aktualisiert vor 109 Tagen

Vorwurf: Tänzerinnen in Magersucht getrieben. Bild: SN/apa (epa)
Die Tanzlehrer der Scala würden junge Tänzerinnen in die Magersucht treiben, lautete ihr Hauptkritikpunkt.
Jede fünfte junge Tänzerin habe Anorexieprobleme, schrieb die 33-jährige Garritano in ihrem Buch "La verita, vi prego, sulla danza" (Die Wahrheit bitte über das Ballett). Die Süditalienerin, die seit dem Alter von 16 Jahren an der Scala tanzt, berichtete in ihrem Buch, dass sie von ihrem Tanzlehrer jahrelang gezwungen worden sei, sich nur von Äpfeln und Joghurt zu ernähren, um ihr Gewicht von 43 Kilos zu behalten. 70 Prozent der Tänzerinnen hätten wegen der Unterernährung keine Menstruation mehr.
In einer Presseaussendung erklärte die Scala, dass Garritano dem Theater und seiner Tanzschule Schaden zugefügt habe. In mehreren Interviews habe sie das Ansehen des Theaters beschmutzt. Dabei seien die Vorwürfe vollkommen unbegründet.
Garritano erklärte sich nach Angaben der römischen Tageszeitung "La Repubblica" über die Kündigung überrascht. "Ich bin verbittert. Ich wollte keinen Aufruhr auslösen, sondern lediglich offen über ein Problem sprechen, das in der Ballettwelt verbreitet ist. Magersucht ist nach Autounfällen die häufigste Todesursache von Teenagerinnen im Alter zwischen 12 und 15 Jahren", sagte die Tänzerin. Gegen die Kündigung will sie vor Gericht vorgehen.
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