Saviano: Ein Mann kämpft gegen die Mafia
Von | Aktualisiert vor 105 Tagen

Roberto Saviano ist ein italienischer Journalist und Schriftsteller. Bild: SN/AP
Seit Jahren kämpft Roberto Saviano gegen die Mafia. Ohne Polizeischutz kann er deshalb nicht mehr auf die Straße. Ständig muss er den Wohnort wechseln. In mehreren Büchern hat Saviano detailliert die Machenschaften der italienischen Mafia auseinandergenommen - und klar Namen, Daten und Fakten benannt. Seitdem gehören Morddrohungen für ihn zum Alltag. Sein Erstlingswerk "Gomorrha", das sich allein in Italien über eine Million Mal verkaufte, wurde auch verfilmt. Für sein Engagement wurde der 32-Jährige unter anderem mit dem Geschwister-Scholl-Preis und Olof-Palme-Preis ausgezeichnet.
Von frühester Kindheit an war die organisierte Kriminalität in Savianos Leben präsent. Als Sohn eines Arztes und einer Lehrerin wurde er in der Kleinstadt Casal di Principe bei Neapel geboren. Sie gilt als Hochburg der neapolitanischen Verbrecherorganisation Camorra, die enge Beziehungen zur Wirtschaft unterhält. Als Savianos Vater in den 1980er Jahren ein Camorra-Opfer zur ärztlichen Versorgung ins Krankenhaus brachte, wurde er zur "Strafe" zusammengeschlagen.
Saviano studierte Philosophie in Neapel, wurde Journalist und tauchte schließlich tief in die Strukturen der Camorra ein. In "Gomorrha" beschreibt er ihre Vernetzung mit legalen Wirtschaftsstrukturen und der Politik. Während der Recherche sprach er mit vielen Camorra-Mitgliedern, durchforstete Akten, verfolgte Gerichtsprozesse und arbeitete verdeckt als Hafenarbeiter.
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