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Tipps für die Hitze: Wie Inder sich abkühlen

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Über die Hitze in Österreich lächeln Inder nur müde. Im Norden des Landes steigen die Temperaturen bis auf 50 Grad. Inder wissen, wie man sich abkühlt. Und der eine oder andere Tipp für Österreich ist auch dabei.

Tipps für die Hitze: Wie Inder sich abkühlen

Badestimmung in Österreich (Symbolbild). Bild: SN/Robert Ratzer

Jeder, der in Indien was auf sich hält, hat eine Klimaanlage. Doch damit klettert die Stromrechnung schnell auf horrende Summen. Sparsamer sindtraditionelle Bambus-Matten vor den Fenstern. Die modernere Variante davon sind halbdurchsichtige Folien auf dem Glas - sie verdunkeln allerdings das Zimmer dauerhaft.

Auch der Fan-Club wächst: Fans (Ventilatoren) laufen in Indien überall da, wo es keine Klimaanlage gibt, kaum jemand kommt ohne sie aus. Neben den Deckenventilatoren, die für Europäer oft gefährlich niedrig angebracht sind, gibt es klassische Tischkühler, kleine lampenartige Geräte in Taxis sowie natürlich die manuell betriebenen Handfächer.

In vergangenen Jahrhunderten gab es zahlreiche Baolis, das sind riesige, tiefe, treppenförmige Brunnen, in denen sich das Monsunwasser sammelte. Sie erinnern an Schwimmbäder, und wurden auch so benutzt. Heute sind sie zumeist ausgetrocknet oder zugeschüttet. Der moderne Inder steigt zum Abkühlen auch gerne Treppen hinab - aber nicht mehr in ein Baoli, sondern in eine Metro-Station.

Inder schwören darauf, dass Sharbats sie im Sommer kühl halten. Das sind zuckersüße Sirupe etwa aus Holzapfel, Rosenblättern, Mandeln oder Sandelholzspänen. Gerne genommen werden auch Yoghurtgetränke wie Lassi oder Piyush (mit Zitrone, Kardamom, Muskat, Safran) sowie ein Trunk namens Aam Panna, der aus rohen Mangos, Zimt, Minze, Koriander und viel Zucker zusammengekocht wird.

In Mumbai und anderen Küstenstädten machen sich Jugendliche in der Monsunzeit auf den Uferpromenaden einen kühlenden Spaß daraus, sich vom Meerwasser bespritzen zu lassen. Die Monsun-Saison dauert von Juni bis September und bringt Indien 80 Prozent des jährlichen Regens. Der damit verbundene Wind treibt bei Flut oft die Gischt des Meerwassers über die befestigten Ufer.

 
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