Frankreich startete Bodenoffensive in Mali

Von Apa/ag. | 17.01.2013 - 07:20

Frankreich hat am Mittwoch seine Bodenoffensive gegen die Islamisten im Norden von Mali gestartet und stellt sich auf einen langen Kampf ein.

Frankreich startete Bodenoffensive in Mali

Frankreich startete Bodenoffensive in Mali. Bild: SN/EPA

In der von Islamisten kontrollierten Stadt Diabali lieferten sich französische Spezialtruppen am Mittwoch Gefechte mit den Aufständischen, wie aus Sicherheitskreisen verlautete.

Im Osten des Konfliktgebiets in Mali sei der Einsatz erfolgreich, sagte der französische Verteidigungsminister Le Drian dem Sender RTL, im Westen sei die Lage schwieriger. Es werde ein "langer Kampf", an dessen Ende das Ziel stehe, dass Mali seine Souveränität über das gesamte Staatsgebiet zurückerlange.

Zuvor seien die Bodentruppen in der Hauptstadt Bamako stationiert gewesen, dann hätten sie sich in den Norden aufgemacht, vor allem, um Diabali rund 400 Kilometer nördlich von Bamako zurückzuerobern, sagte der Minister. Dort lieferten sich französische Spezialtruppen Nahkämpfe mit den Islamisten.

Die regulären französischen Bodentruppen hielten sich demnach in der Stadt Niono rund 50 Kilometer südlich von Diabali sowie in der noch weiter entfernten Stadt Markala in "Alarmbereitschaft". Zum Schutz einer strategisch wichtigen Brücke über den Fluss Niger in Markala wurde eine französische Einheit entsandt.

Frankreichs Präsident François Hollande bezeichnete den Militäreinsatz als "die einzige Möglichkeit", um die Islamisten aufzuhalten. Frankreich habe bereits Transporthilfe von Staaten angeboten bekommen. So sagte etwa Belgien Transportflugzeuge und Helikopter zu, Großbritannien und Kanada boten Truppentransporter an.

Auch die Westafrikanische Staatengemeinschaft (ECOWAS) werden sich an dem Einsatz beteiligen. Die ECOWAS-Eingreiftruppe soll 3300 Mann stark sein und von zwei deutschen Transall-Transportflugzeuge der Bundeswehr unterstützt werden.

Der Internationale Strafgerichtshof hat indes ein offizielles Ermittlungsverfahren zu möglichen Kriegsverbrechen in Mali eröffnet. Das teilte das Gericht am Mittwoch in Den Haag mit. Sie nannte Mord, Verstümmelungen, Folter, Exekutionen, Vergewaltigung und Plünderungen. "Einige dieser Taten von Brutalität und Zerstörung sind möglicherweise Kriegsverbrechen."

 
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