Ski-WM 2013

Schladming bekam 1982 weltmeisterliche Struktur

Von | 15.01.2013 - 12:01

Sportliche Großevents können einen Veranstaltungsort nachhaltig verändern, wenn Bund, Land und Gemeinde Millionen für die Modernisierung der Infrastruktur locker machen. So wie die erste Ski-WM in Schladming vor 31 Jahren.

Schladming bekam 1982 weltmeisterliche Struktur

Hopsi: Offizielles Maskottchen der Ski-WM in Schladming. Bild: SN/GEPA

Etwa eine Milliarde Schilling (72,67 Mio. Euro) wurde damals von öffentlicher Hand und privater Seite in die Stadt im Ennstal investiert. Die Planai bekam die erste Schneeanlage, ein neues Verkehrskonzept für Straße und Bahn, eine Siedlung und als "Denkmal" das Haus des Skisports in Haus im Ennstal.

Eine der wichtigsten, nachhaltigsten Infrastruktur-Maßnahme und jene mit Vorbildwirkung für den gesamten Wintersport war damals der Bau der ersten Schneeanlage. Die Beschneiungsanlage reichte vom Zielraum der Planai 250 Höhenmeter nach oben und galt als "Versicherung" für die Durchführung der Weltmeisterschaft, die 1982 in Schladming und in Haus in Szene ging.

Verkehr und Telekommunikation profitierten ebenfalls. Schladming erhielt eine Umfahrung und zwei Kreisverkehre. "Im Zuge dieser Umbauten wurde auch das Eisenbahnnetz adaptiert. Ein zweites Gleis ist dazu gekommen und Tunnel wurden gebaut. Diese Maßnahmen waren ein wichtiger Schritt für das gesamte Ennstal", erinnerte sich Hermann Kröll, der 1982 als Bürgermeister von Schladming und Vize-Präsident des WM-Organisationskomitees (OK) die Schaffung der Infrastruktur federführend mitgestaltet hat.

Ebenfalls nicht wegzudenken ist 2013 das moderne und mittlerweile weiter modifizierte Telefonnetz im Ennstal, dessen Ausbau 1982 anlässlich der WM vorangetrieben worden war. Zum Schladminger Standard gehört heute auch das vor mehr als 30 Jahren geschaffene Wasser- und Kanalnetz in der WM-Stadt.

Bauten für die WM 1982, die nach der Veranstaltung einem neuen Zweck zugeführt wurden, sind etwa die jetzige Ski-Handelsschule und -Akademie, die dem OK vor und während der WM als Generalsekretariat gedient hatte. Sogar ein eigener Stadtteil entstand. "In der WM-Siedlung, die noch immer diesen Namen trägt, wohnen heute knapp tausend Schladminger. Diese Siedlung haben wir damals gebaut, um unsere Helfer von Bundesheer, Polizei und Rettung unterzubringen", erklärte Kröll. Auch das Sporthotel erweiterte seinerzeit sein Areal um eine Tennishalle, die während der WM als Medienzentrum gedient hatte.

Und nach allen Abrechnungen der ersten WM in Schladming konnten es sich die Organisatoren leisten, ein "Denkmal" zu bauen. "Wir haben bei der WM sparsam gewirtschaftet, deshalb sind uns vom WM-Sportbudget 40 Millionen Schilling (2,91 Mio. Euro) übrig geblieben. Damit haben wir in Haus im Ennstal das Haus des Steirischen Skisports gebaut, in dem der heimische Skiverband nun seinen Sitz hat", erzählte Kröll der APA - Austria Presse Agentur.

Als nachhaltig erwiesen hat sich auch WM-Maskottchen "Hopsi", das 31 Jahre später ein zweites Mal als Symbol der alpinen Ski-WM in Schladming dient. Nachhaltig soll auch der Effekt der WM 2013 sein, in die einige hundert Millionen Euro investiert worden sind. Kröll gibt sich zuversichtlich, dass dies möglich ist. "Zwei Jahre nach der WM 1982 hat die positive Wirkung eingesetzt und es sind immer mehr Gäste gekommen. So konnten wir die seitens der Stadt getätigten WM-Investitionen, die wir laut Plan innerhalb von 15 Jahren zurückzahlen wollten, bereits nach sieben Jahren fertig abzahlen."

 
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