Ein Buch schlägt die "Zauberflöte für Kinder"
Von Bernhard Flieher | 31.07.2012 - 10:56

Traumpaar: Papagena Anat Edri und Papageno Philippe Spiegel. Bild: SN/lelli
Denn auch wenn’s im ersten Kinderprogrammpunkt der heurigen Festspiele in der Großen Universitätsaula um die Macht der Zauberflöte und des Glockenspiels geht, so ist doch ein Buch der wahre, raumfüllende Held.
Ein riesiges Buch liegt da auf der Bühne - und das Buch ist gleichzeitig selbst Bühne. Seine Seiten werden nach hinten hochgeklappt. Es taucht immer ein neues Pop-up-Bild auf. Und mit jeder neuen Seite entsteht eine neue Bühnenlandschaft: der Wald, in dem Papageno und Tamino von der Königin der Nacht auf Reisen geschickt werden; Sarastros Palast; die Orte der Prüfungen von Tamino und Papageno. Das ist alles so einfach wie effizient dargestellt. Und es wird das so deutungsanfällige Stück so nachvollziehbar wie glasklar gespielt, gesungen und erklärt.
In der Produktion des Opernhauses Zürich ist Philippe Spiegel als Papageno ein zauberhaft einnehmender Erzähler und Papageno. Wie die anderen Mitglieder des Ensembles ist er Mitglied des Young Singers Project. Behutsam und aufmerksam geleitet werden sie und das kleine Ensemble der Philharmonie Salzburg von Elisabeth Fuchs, die an diesem Ort sonst mit ihren Kinderfestspielen brillante Unterhaltung für den Nachwuchs liefert.
Diese Zauberflöte ist keine angeblich kindgerecht zusammengeschusterte Anbiederung, sondern eine große Erzählung mit Tönen feinster Güte. Und am Ende gewinnt - rein optisch - doch die Flöte gegen das Buch, weil sie "mit so einer schönen Lichterkette blinkt", wie einer der jungen Besucher meint.
Mitteilungen


KOMMENTARE (0)