Peer Gynt: Wieder schneit es auf der Perner Insel
Von Julia Danielczyk | 31.07.2012 - 12:24
Eine Entwicklung gibt es nicht für ihren Peer Gynt, der durch sein Leben rockt, trotz unermesslicher Fantasie an der inneren Leere verzweifelt und beinahe an der Kälte zwischenmenschlicher Begegnungen erfriert.
Dafür muss es wieder einmal schneien in der ehemaligen Industriehalle der Saline Perner-Insel. Die von Noëlle Ginefri karg eingerichtete Bühne wirkt wie eine Versuchsanordnung: Sie spielt mit vorhandenen Treppen und Geländern, inszeniert den gänzlich untheatralischen Raum als Rockbühne, alles vor dem Hintergrund einer Nachbildung von William Blakes "Glad Day". Dieses überdimensionale freskogleiche Bild zeigt einen nackten Mann, den Gekreuzigten, den Erlöser/Erlösten, schwebend und mit flammenden Flügeln. Ihm gleich breitet Titeldarsteller Ingvar E. Sigurdsson seine Arme aus und powert sich durch Ibsens Menschheitsreise. Doch leider präsentiert sich Brooks engagierte Interpretation allzu klischeehaft und plakativ.
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