Salzburg | Salzburger Festspiele

Nachtkritik: "Cosi fan tutte" - Verloren im Dickicht

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Unerheblich, langweilig und dirigentisch bedenklich: Das ist der erste Eindruck von der Premiere von Mozarts "Cosi fan tutte" am Mittwoch bei den Salzburger Festspielen.

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Mozarts „Cosi fan tutte“ konnte das Premierenpublikum nur teilweise überzeugen.  Bild: SN/APA/BARBARA GINDL

Mozarts „Cosi fan tutte“ konnte das Premierenpublikum nur teilweise überzeugen.

Bild: SN/APA/BARBARA GINDL

Mozarts „Cosi fan tutte“ konnte das Premierenpublikum nur teilweise überzeugen.  Bild: SN/APA/BARBARA GINDL

Mozarts „Cosi fan tutte“ konnte das Premierenpublikum nur teilweise überzeugen.

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Mozarts „Cosi fan tutte“ konnte das Premierenpublikum nur teilweise überzeugen.  Bild: SN/EPA

Mozarts „Cosi fan tutte“ konnte das Premierenpublikum nur teilweise überzeugen.

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Mozarts „Cosi fan tutte“ konnte das Premierenpublikum nur teilweise überzeugen.  Bild: SN/EPA

Mozarts „Cosi fan tutte“ konnte das Premierenpublikum nur teilweise überzeugen.

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Mozarts „Cosi fan tutte“ konnte das Premierenpublikum nur teilweise überzeugen.  Bild: SN/APA/BARBARA GINDL

Mozarts „Cosi fan tutte“ konnte das Premierenpublikum nur teilweise überzeugen.

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Mozarts „Cosi fan tutte“ konnte das Premierenpublikum nur teilweise überzeugen.  Bild: SN/EPA

Mozarts „Cosi fan tutte“ konnte das Premierenpublikum nur teilweise überzeugen.

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Mozarts „Cosi fan tutte“ konnte das Premierenpublikum nur teilweise überzeugen.  Bild: SN/EPA

Mozarts „Cosi fan tutte“ konnte das Premierenpublikum nur teilweise überzeugen.

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Mozarts „Cosi fan tutte“ konnte das Premierenpublikum nur teilweise überzeugen.  Bild: SN/EPA

Mozarts „Cosi fan tutte“ konnte das Premierenpublikum nur teilweise überzeugen.

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Mozarts „Cosi fan tutte“ konnte das Premierenpublikum nur teilweise überzeugen.  Bild: SN/EPA

Mozarts „Cosi fan tutte“ konnte das Premierenpublikum nur teilweise überzeugen.

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Mozarts „Cosi fan tutte“ konnte das Premierenpublikum nur teilweise überzeugen.  Bild: SN/EPA

Mozarts „Cosi fan tutte“ konnte das Premierenpublikum nur teilweise überzeugen.

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Mozarts „Cosi fan tutte“ konnte das Premierenpublikum nur teilweise überzeugen.  Bild: SN/EPA

Mozarts „Cosi fan tutte“ konnte das Premierenpublikum nur teilweise überzeugen.

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Mozarts „Cosi fan tutte“ konnte das Premierenpublikum nur teilweise überzeugen.  Bild: SN/APA/BARBARA GINDL

Mozarts „Cosi fan tutte“ konnte das Premierenpublikum nur teilweise überzeugen.

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Mozarts „Cosi fan tutte“ konnte das Premierenpublikum nur teilweise überzeugen.  Bild: SN/APA/BARBARA GINDL

Mozarts „Cosi fan tutte“ konnte das Premierenpublikum nur teilweise überzeugen.

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Mozarts „Cosi fan tutte“ konnte das Premierenpublikum nur teilweise überzeugen.  Bild: SN/APA/BARBARA GINDL

Mozarts „Cosi fan tutte“ konnte das Premierenpublikum nur teilweise überzeugen.

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Mozarts „Cosi fan tutte“ konnte das Premierenpublikum nur teilweise überzeugen.  Bild: SN/APA/BARBARA GINDL

Mozarts „Cosi fan tutte“ konnte das Premierenpublikum nur teilweise überzeugen.

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Mozarts „Cosi fan tutte“ konnte das Premierenpublikum nur teilweise überzeugen.  Bild: SN/APA/BARBARA GINDL

Mozarts „Cosi fan tutte“ konnte das Premierenpublikum nur teilweise überzeugen.

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Mit "Cosi fan tutte" muss man schon seit Jahrzehnten oft hadern bei den Salzburger Festspielen. Legendär (und vielleicht sogar unerreicht) bleibt die Deutung durch Karl Böhm und Günther Rennert aus den 197o-er Jahren, feurig und zugleich sensibel machte sich der (junge) Riccardo Muti in den Achtzigern an das heikle Stück. Dann waren einmal die Regisseure, öfter noch die Dirigenten problematisch, nur Ursel und Karl-Ernst Herrmann gelang szenisch in ihrer unverwechselbaren ästhetischen Handschrift mit differenziertester Menschenführung eine herzbewegend wahrhaftige Interpretation. Zuletzt fand Claus Guths Deutung immerhin noch eine akzeptable Weiterentwicklung über mehrere Jahre. Gleichwohl: In seiner gesamten Anlage von Mozarts da-Ponte-Trilogie blieb auch bei ihm "Cosi fan tutte" das Schmerzenskind.

Schwarz statt weiß

Am Mittwoch nun startete im Haus für Mozart ein neuer Zyklus. Regisseur Sven-Eric Bechtolf hat im Wesentlichen eine Umfärbung seiner Züricher Inszenierung von 2oo9 vorgenommen, Bühnenbildner Rolf Glittenberg hat ihm statt weiß verkanteter Architektur mit einer einzelnen zentralen Zypresse im Mittelpunkt jetzt ein schwarzes Glashaus mit üppig wucherndem Pflanzendickicht angelegt, das Eckige sozusagen ins Runde gebogen, statt Weiß dominiert jetzt ebenfalls schwarz die Kostüme von Marianne Glittenberg. Die (auf DVD jederzeit nachsehbare) Züricher Aufführung, stark und charakteristisch besetzt,wirkt weitaus stringenter, präziser, komödiantisch pointierter durchgearbeitet als der seltsam verwaschene, belanglose, ja langweilige Salzburger Neuinszenierungs-Aufguss.

Dirigentisch bedenklich

Christoph Eschenbach, der anstelle des vor Zeiten schon abgesprungenen Franz Welser-Möst gleich den gesamten Zyklus überantwortet bekam, also auch noch "Don Giovanni" und "Le Nozze di Figaro" dirigieren soll, entwickelt kein Gespür für die so komplexen und komplizierten Balancen im Sechseck der Beziehungen, keinen Sinn für organisch abgestufte Dynamik, Rhetorik, Klang und Tempo und ihre unerlässliche Dramaturgie, für flexible, atmende Vokalbegleitung, für kultivierte oder wenigstens handwerklich gefestigte Ensemblestruktur.

Man kann es kaum glauben, dass tatsächlich die Wiener Philharmoniker im Orchestergraben sitzen sollen, so eckig, uncharmant und sinnfrei klingt dieser Mozart da heraus. Dass sich die Wiener Philharmoniker damit zufrieden geben, das verwundert, wo sie doch selbst immer wieder ihre Mozart-Kompetenz unterstreichen.

Ungleichgewicht im Sängerensemble

Sängerisch ist diese "Cosi fan tutte" von einem geschlossenen Ensemble ebenfalls weit entfernt. Zwei der Kräfte waren auch schon in Zürich dabei: MalinHartelius (Fiordiligi) und Martina Jankova (Despina) erfüllen ihre Aufgaben mit Erfahrung und achtbar. Luca Pisaroni (Guglielmo), sonst ein brillanter Bariton und intelligenter Klar- und Wahrspieler, wirkte eher unter-, Martin Mitterrutzner (Ferrando), ein arg schmaler junger Tenor, ziemlich überfordert. Marie-Claude Chappuis hat als Dorabella mit manchen stimmlichen Verschärfungen zu kämpfen. Bleibt als wirkliche Persönlichkeit, baritonal geschmeidig, Gerald Finley in der Rolle des Don Alfonso, an den in interessanterer Charakterzeichnung nur Martina Jankova heranreicht.

Das ist in Summe zu wenig für eine Salzburger Festspiel- und Mozart-Aufführung. Das Publikum verteilte seinen Applaus für die Sänger ziemlich gerecht, für den Dirigenten gab es entschiedene Buhs.

Eine ausführliche Besprechung der Neuinszenierung "Cosi fan tutte" lesen Sie in den Salzburger Nachrichten am Freitag.

 
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KOMMENTARE (4)
 

S. May

26.08.2013
12:44 Uhr

Kritik ist die Kunst zu loben. Erst da zeigt sich der kritische Meister. Der Tadel, wo er mit der Lust am Tadeln vorgebracht wird, macht einen billigen Lärm und bleibt am Ende wirkungslos. (Friedrich Luft) In diesem Sinne - eine grandiose Vorstellung auf allen Ebenen und ein unvergesslicher Opernabend. Beruhigend, dass für die KünsterInnen, den Dirigenten und den Regisseur die Bravos und der Applaus des Publikums wohl die validesten Indikatoren für die Qualität ihrer Leistung sind.

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on-off

27.08.2013
21:43 Uhr

Auch bei Aussagen von einem Friedrich Luft fehlt oft Wesentliches: Richtig ist: Kunst kann prinzipiell nicht gelobt werden. Ausschließlich ein Kunstschaffende agiert in besonderen Fällen lobenswert. Nur wenn man ausschließlich im Kielwasser anderer schwimmt, ist man niemals von dem eigenen Untergang sicher.

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Wolfgang Lienbacher

22.08.2013
11:37 Uhr

es ist schon erstaunlich, wie wenig Kunstverstand das Publikum hat, es wurde überwiegend lautstark applautiert, vereinzelte Buhs waren wohl zu hören, insgesammt ist die Aufführung jedoch mit lautstarkem Applaus belohnt worden. Für mich persöhnlich war es ein wunderschöner Abend. Kritik ist gut und immer wünschenswert, Publikum und Kritiker sind halt zwei Welten.

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on-off

22.08.2013
11:36 Uhr

"Dirigentisch bedenklich" Vorsicht, nicht nur ein mal haben die Wiener Philharmoniker ein Konzert schauderhaft interpretiert da unbemerkt vom Publikum eine wirkliche Unzahl an Substituenten (Schüler der Orchestermitglieder) die eigentlich engagierten Musiker ersetzen. Damals war es ein chinesischer Dirigent der dadurch verrissen wurde und bei dem man sich sehr wunderte, als das nächste Konzert drei Tage später phänomenal oK war. Bitte keine dilettantischen Vorverurteilungen von Dirigent

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