Daniel Barenboim: Vor 60 Jahren ein Wunderkind
Von Derek Weber | 04.08.2012 - 10:36

Daniel Barenboim spielte vor 60 Jahren erstmals in Salzburg. Bild: SN/APA
Daniel Barenboim trat 1952 erstmals als Wunderkind in Salzburg auf und spielte auf Mozarts Spinett in Mozarts Geburtshaus. So betrachtet feiert er heuer sein Salzburger 60-Jahr-Jubiläum. 1954 besuchte er in Salzburg einen Dirigierkurs bei Igor Markewitsch und gab 1965 als Solist sein echtes Debüt bei den Salzburger Festspielen. 1990 trat er erstmals als Dirigent auf.
In diesem Sommer tritt Daniel Barenboim gleich mehrfach bei den Salzburger Festspielen in Erscheinung: als Dirigent, als Kammermusiker und als Solist mit drei Schubert-Klavierabenden ab 15. August, in denen er unter anderem die letzten drei Sonaten des Komponisten spielen wird.
Seine Energie scheint unerschöpflich: Er hat sich für die Zukunft vorgenommen, alle Schubert-Sonaten zyklisch zu spielen. Bei den nächsten Pfingstfestspielen wird er mit dem West-Eastern Divan Orchestra (mit Cecilia Bartoli) Brahms’ "Deutsches Requiem" aufführen, wohl als eine Art von Gegengewicht zum Verdi-Requiem, das er am 1. September in Salzburg als Gastspiel des Teatro alla Scala präsentieren wird.
Dass er nach Salzburg mit dem von ihm und Edward Said 1999 gegründeten West-Eastern Divan Orchestra gern kommt, ist ein offenes Geheimnis. Aber auch andere Städte hat er im Visier: Ein Konzert am Tahrir-Platz in Kairo ist geplant; und er möchte mit dem Orchester auch einmal Teheran besuchen. In der Zwischenzeit kündigen sich einige Änderungen an: In Berlin wird man ein neues Orchesterquartier beziehen, für dessen Umgestaltung Frank Gehry als Architekt im Gespräch ist.
Das Orchester scheint nun eine stabile Zusammensetzung zu haben. In den letzten drei Jahren ist es am Projekt der Beethoven-Symphonien zusammengewachsen, quasi semiprofessionell geworden. Barenboim peilt daher eine Orchesterakademie für junge Musiker an, während das Orchester selbst als stabiler Klangkörper weiterleben soll, in dem sich neben einzelnen spanischen Musikern immer mehr Ex-Divan-Musiker tummeln, die inzwischen bei anderen europäischen Orchestern Unterschlupf gefunden haben.
Trotz allem ist die ursprüngliche Idee lebendig, ein Orchester mit Musikern aus Israel und aus arabischen Ländern zu unterhalten. Dies zeigt die Tatsache, dass von den sieben syrischen Musikern nur vier sich so rechtzeitig auf den Weg gemacht haben, dass sie in Salzburg dabei sind.
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