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Budget-Kompromiss bei den Salzburger Festspielen

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Stundenlang wurde am Mittwoch um die Finanzen der Salzburger Festspiele gestritten. Auf den Beschluss will Intendant Pereira eingehen. An der Mailänder Scala gibt es am Donnerstag keine Entscheidung.

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Salzburger Zahlenspiele: Wie weit das Budget wachsen darf, war die zentrale Frage in der Sitzung des Kuratoriums der Salzburger Festspiele. Im Bild: Intendant Alexander Pereira. Bild: SN/APA/NEUMAYR/MMV

Salzburger Zahlenspiele: Wie weit das Budget wachsen darf, war die zentrale Frage in der Sitzung des Kuratoriums der Salzburger Festspiele. Im Bild: Intendant Alexander Pereira.

Bild: SN/APA/NEUMAYR/MMV

Intendant Alexander Pereira und Schauspiel-Chef Sven-Eric Bechtolf. Bild: SN/APA/NEUMAYR/MMV

Intendant Alexander Pereira und Schauspiel-Chef Sven-Eric Bechtolf.

Bild: SN/APA/NEUMAYR/MMV

Intendant Alexander Pereira. Bild: SN/APA/NEUMAYR/MMV

Intendant Alexander Pereira.

Bild: SN/APA/NEUMAYR/MMV


Alexander Pereira musste den Kopf tief in die Zahlen stecken. Und am Ende musste weniger herauskommen, als dem Intendanten der Salzburger Festspiele zunächst lieb war. Das jedenfalls war die Ausgangsposition für die Sitzung des Kuratoriums der Salzburger Festspiele am Mittwoch.

Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden hatte zu Wochenbeginn Alarm geschlagen: Pereira überschreite immer noch die Obergrenze für das Budget. Diese Grenze hatte das Kuratorium bereits für 2013 eingemahnt. Für die Saison 2014 ging Pereira mit einem Vorschlag von 63 Mill. Euro in die Verhandlungen.

Stundenlang wurde am Mittwoch also erneut über die Diskrepanz diskutiert. Im Ton freundlich, aber in der Sache durchaus unerbittlich flogen Zahlen durch den Raum. So jedenfalls hieß es in einer der Sitzungspausen. "Mühsam" nannte Schaden den Sitzungsverlauf. Aber am Ende kam dann doch ein Beschluss heraus.

Geeinigt hat man sich auf ein Budget für den Sommer 2014 in der Höhe von 61 Mill. Euro. Das bedeutet, dass Pereira auf alle Fälle zwei Millionen weniger für das Programm 2014 ausgeben darf. Präsidentin Helga Rabl-Stadler gab sich am Mittwochabend zuversichtlich, das Ziel zu erreichen.

Wie groß können die Festspiele sein?

Zusätzlich will das Kuratorium einen neuen Aufbau von "Programmreserven" in der Höhe von zwei Millionen Euro. Zur Überarbeitung des Budgetentwurfes hat das Direktorium vom Kuratorium zwei Wochen Zeit bekommen.

Es geht bei der seit Pereiras Amtsantritt schwelenden Gelddiskussion auch immer um die prinzipielle Frage: Wie groß, sprich wie teuer können oder dürfen die Festspiele und damit auch ihre Struktur werden?

Die Budgetdisziplin mahnte das Kuratorium seit Juli 2012 bereits mehrmals ein. Der Rahmen sollte 60 Mill. Euro nicht überschreiten. Bedingt durch eine Umstellung des Rechnungswesens glich man die Zahl schließlich für 2013 auf etwa 62,5 Mill. Euro an. Der Auftrag an das Direktorium ist aber eine ausgeglichene Bilanz, also kein Defizit. Auch da zeigt sich Rabl-Stadler zuversichtlich. Sie hofft, die Vorgabe durch zusätzliche Karteneinnahmen und Sponsorenerlöse zu bewerkstelligen.

Alexander Pereira drohte im Budgetstreit sogar mit seinem Rücktritt, wenn seine Forderungen nicht akzeptiert würden. Die Erhöhung für 2013 sollte dennoch eine Ausnahme bleiben, hieß es.

"Rosenkavalier" in Planung

Im nun aktuellen Budgetkonflikt könnten mit den 61 Mill. Euro für das Programm 2014, die nach einer sechsstündigen Sitzung beschlossen wurden, "alle leben", sagte Bürgermeister Schaden am Mittwochabend. Noch ist allerdings nicht publik, was Pereira für 2014 überhaupt plant. Fest steht, dass dann der 150. Geburtstag des Festspielmitbegründers Richard Strauss besonders zu feiern sein wird. Ein "Rosenkavalier" soll in Planung sein. Die Oper "Capriccio" steht wenigstens konzertant - mit Stardiva Renée Fleming - in Diskussion. Auch die erste bestellte Opernuraufführung soll 2014 angesetzt werden.

Der einzige Satz von Pereira beim Verlassen der Sitzung am Mittwoch war: "Ich bin froh, dass das Kuratorium und das Direktorium gemeinsam einen Weg gefunden haben - und ich bin Teil dieses Weges." Die Präsidentin bekräftigte, Pereira habe dezidiert "versprochen, auf den neuen Beschluss einzugehen". Und: "Er will seinen Vertrag bis 2016 erfüllen." Es schwebt nämlich seit einiger Zeit ein mögliches Engagement des Salzburger Intendanten als Leiter der Mailander Scala über allen Planungen der Salzburger Festspiele.

Scala: Entscheidung nicht am Donnerstag

Ein solches Engagement - durchaus ein hoher Pokereinsatz für beide Seiten - würde nach Aussage mehrerer Kuratoriumsmitglieder ein rasches Ende von Pereiras Intendanz in Salzburg bedeuten. Eine Entscheidung in Mailand gibt es offiziell noch nicht. Am Donnerstag soll das - anders als kolportiert - auch so bleiben. Laut Sprecher der Mailänder Scala werden bei der Pressekonferenz zum Saisonprogramm keine Namen verraten.

"Ich muss Pereira daran erinnern, dass eine derartige ,Nebenbeschäftigung‘ wie Planungsarbeiten für die Scala in seinem Dienstvertrag eindeutig ausgeschlossen ist. Das würde das Kuratorium nie dulden", bekräftigte Bürgermeister Schaden noch am Dienstag.

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