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Wo Salzburger Betriebe im Ausland Arbeitskräfte suchen

Von Iris Burtscher | 28.05.2013 - 16:10

Jobbörsen in Spanien, Slowenien oder Holland: Mitarbeiter für das Salzburger Gastgewerbe werden gezielt im Ausland gesucht. Die neuen Chefs können über Skype ihre Kandidaten wählen.

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Ihr Job in Österreich: Gerhard Bogensperger vermittelt Arbeitskräfte aus dem Ausland nach Salzburg. Bild: SN/ams

Ihr Job in Österreich: Gerhard Bogensperger vermittelt Arbeitskräfte aus dem Ausland nach Salzburg.

Bild: SN/ams

Bewerbungsgespräch in Spanien: Die Salzburger EURES-Beraterin Alexandra Bauer. Bild: SN/eures

Bewerbungsgespräch in Spanien: Die Salzburger EURES-Beraterin Alexandra Bauer.

Bild: SN/eures

Bewerbungsgespräch in Spanien: Die Salzburger EURES-Beraterin Alexandra Bauer. Bild: SN/eures

Bewerbungsgespräch in Spanien: Die Salzburger EURES-Beraterin Alexandra Bauer.

Bild: SN/eures

Jobmesse in St. Johann im Pongau: Deutsche Saisonniers treffen auf zukünftige Chefs. Bild: SN/ams

Jobmesse in St. Johann im Pongau: Deutsche Saisonniers treffen auf zukünftige Chefs.

Bild: SN/ams

Jobmesse in St. Johann im Pongau: Deutsche Saisonniers treffen auf zukünftige Chefs. Bild: SN/ams

Jobmesse in St. Johann im Pongau: Deutsche Saisonniers treffen auf zukünftige Chefs.

Bild: SN/ams


Das Salzburger Hilfswerk sucht jetzt Pflegehelfer in Spanien. Nicht nur bei Pflegekräften blicken Betriebe über die Landesgrenzen hinweg. Vor allem das Salzburger Gastgewerbe zählt auf Arbeitskräfte aus dem Ausland.

In Salzburg kümmert sich unter anderem Gerhard Bogensperger darum, geeignete Kräfte zu vermitteln. Der AMS-Mitarbeiter ist für die europaweite Personalsuche EURES zuständig. In Salzburg zählen vor allem Touristiker auf ihn.

Der größte Anteil der Arbeitskräfte im Gastgewerbe kommt derzeit aus Deutschland. Seit Jahren werden eigene Jobmessen veranstaltet. Busse bringen im Herbst über 100 deutsche Saisonkräfte nach St. Johann im Pongau. Vor allem aus Rügen oder Rostock kämen die Kellner oder Köche. Im Kongresszentrum treffen sie auf 50 Arbeitgeber aus dem Bundesland. "Wir haben eine Vermittlungsquote von 98 Prozent", betont Bogensperger.

Slowenien, Spanien, Slowakei

Die Länderauswahl wird immer bunter: In Slowenien organisierte Bogensperger gemeinsam mit dem AMS Kärnten im Vorjahr eine Jobbörse. Wie das funktioniert? Mitarbeiter der slowenischen Arbeitsmarktvermittlung wählen im Land die Bewerber aus, Bogensperger bringt die Salzburger Angebote mit. "Wir fahren hin, wir führen Bewerbungsgespräche und vermitteln an Ort und Stelle", erklärt er. In Slowenien mit Erfolg: Von 100 Bewerbern konnten 50 in Kärnten und Salzburg untergebracht werden. "Wir wollen die Zusammenarbeit ausbauen, weil Arbeitskräfte kommen, die gut Deutsch sprechen."

Die deutsche Sprache ist ein Schlüssel zur Vermittlung. Beherrschen sie die Landessprache nicht, ist der Job gerade im Tourismus schwerer zu haben. In internationalen Betrieben genügt in Ausnahmefällen auch Englisch.

Suche auf den Urlaubsinseln

Auch in Spanien werden Bewerber direkt angeworben. Aufgrund der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Spanien gibt es bei vielen die Bereitschaft, im Ausland zu arbeiten. In Madrid wurden im Vorjahr Techniker gesucht, auf Mallorca und den Kanaren Saisonniers im Gastgewerbe. Eben dort, wo deutschsprachige Gäste gerne Urlaub machen, hofft man auf Fachkräfte mit guten Sprachkenntnissen. Markus Hofmann, Fachgruppengeschäftsführer bei der Salzburger Wirtschaftskammer, war vor Ort dabei. Seine Erlebnisse? "Es war ein erster Versuch. Es ist nicht so einfach, durch die Distanz und Sprachschwierigkeiten die Qualifikationen der Leute auszuloten. Dienstzeugnisse werden in Spanien anders gehandhabt als bei uns", seufzt er. Um geeignete Leute zu finden, würden die Bewerbungsgespräche eben länger dauern. Schlussendlich wurden knapp 20 Mitarbeiter für Salzburger Betriebe gefunden. "Die Rückmeldungen nach der Saison waren zu 90 Prozent positiv", berichtet Hofmann. In Spanien werde man jedenfalls weiter rekrutieren. Die nächste Jobmesse ist im Herbst. Schließlich fehlen im Tourismus immer mehr Fachkräfte. "Aber das ist kein touristisches Problem, sondern ein demographisches", verweist Hofmann auf geburtenschwache Jahrgänge. Und auch aus Deutschland kämen Jahr für Jahr weniger Saisonkräfte.

Über Skype mit dem Chef verbunden

In diesem Jahr ist noch eine Jobmesse in der Slowakei geplant. Um mit ihren möglicherweise zukünftigen Mitarbeitern zu sprechen müssen Salzburg Chefs nicht ins Ausland fahren. Das übernehmen die Jobvermittler. "Wir schaffen mittels Skype eine direkte Verbindung zwischen Arbeitgeber und Bewerber", erklärt Bogensperger. "Wir wollen die Bewerbungswege verkürzen. Deshalb gibt es Skype-Gespräche auf der Messe, direkt vor Ort." Auch in Holland ist ein Skype-Projekt geplant.

Jobmessen in Ungarn wurden mittlerweile gestrichen. Man braucht sie nicht mehr. "In Ungarn waren wir früher stark tätig, das ist aber zum Selbstläufer geworden", berichtet Hofmann. Ungarische Saisonkräfte bewerben sich meist direkt bei den Betrieben. "Hier gibt es eine regelrechte Schwemme an Bewerbern", berichtet auch der AMS-Vermittler Bogensperger.

 
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KOMMENTARE (1)
 

Ich sage immer die Wahrheit

29.05.2013
09:35 Uhr

So etwas nennt man Lohndumping. In Österreich gibt es genug die in der Gastronomie usw.arbeiten wollen und können. Das Problem ist das die einen > Dreck < Bezahlen.Überstunden bis zum abwinken zu machen sind,und keine Unterkunft vorhanden ist usw. Wenn jetzt Ausländer kommen werden die natürlich ausgebeutet und für einen Hungerlohn arbeiten müssen weil denen nichts anderes übrig bleibt. Welcher Österreicher möchte schon für 8,50 Euro arbeiten bei fixausgaben von 1000 Euro.Salzburg ist teuer

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