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Wer darf die Rainerkaserne kaufen? Das Land ist am Zug

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Gespannt warten die Betroffenen darauf, wie die Grundverkehrsbehörde des Landes in der Causa Rainerkaserne in Elsbethen-Glasenbach entscheiden wird.

Wer darf die Rainerkaserne kaufen? Das Land ist am Zug

Wer darf die Rainerkaserne kaufen? Bild: SN/robert ratzer

Der Salzburger Immobilienentwickler Franz Fürst macht sich Hoffnungen, doch noch als Käufer statt Red Bull zum Zug zu kommen, die SN berichteten. Die Entscheidung werde keine politische sein, heißt es aus dem Büro des zuständigen Landesrats.

Das Land muss prüfen, ob Fürst als inländischer Unternehmer das Recht hat, zum gleichen Preis (23,56 Millionen Euro) in den Kaufvertrag zwischen der Republik und Red Bull einzutreten. Die Frage ist, ob das Projekt des Inländers mindestens so im öffentlichen Interesse ist wie jenes des Konzerns, der zu 51 Prozent im thailändischen Besitz steht. Fürst argumentiert mit einer "sozial gerechteren" Nutzung mit mehr Arbeitsplätzen und Wohnungen auf den letzten großen erschwinglichen Bauflächen des Zentralraums.

Landesrat Schwaiger zuständig

Für den Grundverkehr politisch zuständig ist Landesrat Sepp Schwaiger (ÖVP). Sein Büroleiter und Sprecher Franz Wieser sagte am Sonntag auf SN-Anfrage: Die Entscheidung über einen ordnungsgemäßen Verkauf nach dem Grundverkehrsgesetz liege - ohne politischen Einfluss - bei Beamten der Fachabteilung um ihren interimistischen Leiter Franz Hauthaler. "Der Landesrat legt größten Wert darauf, dass auch in diesem Fall genau nach Recht und Gesetz gearbeitet wird", sagte der Büroleiter.

Aus der Gemeinde Elsbethen war bereits am Freitag Kritik laut geworden: Die Prüfung durch die Grundverkehrsbehörde über Monate dauere schon viel zu lange. Vom Angebot Fürsts scheint Bürgermeister Franz Tiefenbacher (ÖVP) nicht begeistert zu sein: Das sei noch nicht mehr als ein Konzept, dessen Realisierung schwierig und zu bezweifeln wäre.

Bis zu 1150 Arbeitsplätze möglich

Das Gesamtareal ist fast 18 Hektar groß. Bis zu 1150 Arbeitsplätze hält die Firma Fürst Developments GmbH für möglich. Außerdem sollen neben Sport- und Freiflächen im Wohnbauteil 370 bis 430 Miet- und Eigentumswohnungen mit "sozial gerechter Bodennutzung" entstehen. Das Investitionsvolumen für den Wohnbau könnte laut Fürst bis zu 120 Millionen Euro betragen.

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KOMMENTARE (6)
 

Erik Hümer

17.07.2013
12:01 Uhr

Jetzt ist plötzlich die Rainerkaserne gar nicht verkauft, obwohl die SN am 31.10.2012 einen großen Artikel über den Verkauf an Red- Bull GmbH veröffentlichte? es beginnt das bekannte "Verwirrspiel" in Salzburg,ähnlich wie beim "Finanzskandal". Es geht wie immer um viel Profitgier der Immoblienhaie( siehe auch Cassco-Rehrlplatz) in der Stadt. Bekanntlich hat die Fa.Fürst mit 17,5Mill. einfach zu wenig geboten und jetzt versucht man mit allen Mitteln, doch noch zum Zug zukommen.

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Helmut Kaltenleitner

15.07.2013
21:09 Uhr

Für so eine große Liegenschaft ist es natürlich schwierig viele Käufer zu finden um dadurch einen möglichst hohen Preis zu erzielen. Natürlich hätte aber auch der jetztige Besitzer (vermutlich das Bundesheer) das Grundstück teilen können, und dadurch mehrere Käufer ansprechen können. Den Wohnbau hätte auch die Öffentlichkeit selbst machen können - oder?

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enricodalvero

15.07.2013
21:09 Uhr

Ich sehe die Frage darin ob Fürst auch das Geld hat, neben dem Immobilienkauf, aus der ganzen Anlage etwas zu machen. Pläne schmieden - zeichnen geht leicht, das Ganze aber zu finanzieren??? Oder es wir wieder mal von "Investoren" gesprochen, die leider sehr rar sind. Bei RB weiss man zumindest, dass das Geld da ist. Also ich bin neugierig.

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Franz Dorn

15.07.2013
21:08 Uhr

Da braucht man doch nicht lange zu rätseln: "Unser Didi" wird natürlich zum Zug kommen. Geld regiert die Welt, so ist es nun einmal.

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Qualtinger

15.07.2013
15:38 Uhr

So wie ich die Politik kenne, schafft sie es noch den Getränkehändler vollends ins Ausland zu vertreiben!

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Erich August Hackl

15.07.2013
11:51 Uhr

Recht und Gesetz werden über die Möglichkeit eines Einstieg des inländischen Bieters befinden. Die Beurteilung, was mehr im öffentlichen Interesse liegt, das wird die heikle Entscheidung sein und ob diese ohne politische Einflussnahme geschehen kann, das erscheint zumindest fraglich.

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