Die intelligente Wohnung
Von Anton Kaindl | Aktualisiert vor 109 Tagen

Harald Bren ist wegen der neuen Technik eingezogen. Mit dem Tablet-PC hat er die Wohnung unter Kontrolle und kann Hilfe holen. Bild: SN/anton kaindl anton kaindl
Im neuen betreuten Wohnen in Saalfelden hat die Zukunft schon begonnen. Die 43 von der Heimat Österreich gebauten und von der Caritas betreuten Wohnungen sind alle mit einem revolutionären, technischen System ausgestattet, das für die alten und behinderten Bewohner das Leben einfacher und sicherer macht.
Das Ganze nennt sich AAL-Technologie und ist ein Kontroll- und Steuerungssystem für die gesamte Wohnung. Wenn zum Beispiel der Herd überhitzt ist, ertönt ein akustisches Warnsignal. Reagiert der Bewohner nicht, schaltet das System den Herd automatisch ab. Wenn ein Wasserhahn geöffnet ist und der Bewohner verlässt die Wohnung, wird der Wasserfluss automatisch gestoppt. Oder das System warnt, wenn ein Fenster oder die Kühlschranktür geöffnet ist.
Das sind nur einige wenige der vorhandenen Funktionen. "Die meisten Funktionen laufen im Hintergrund und man kann sie nach Belieben ausschalten. Man kann die Wohnungen auch wie eine normale Wohnung bedienen", sagt Paul Leitner von der Firma Media Services in Anif, die das System installiert hat. "Eine kommerzielle Anwendung in dieser Größe ist in Europa einzigartig."
Bedient wird das System über drei Tablet-PCs. Einer der kleinen Bildschirme ist fix bei der Eingangstür montiert. Die anderen zwei sind tragbare Geräte. Aktiviert und deaktiviert wird das ganze System durch das Drehen eines Schlüssels neben der Eingangstür. Die Technik erkennt auch, wenn der Bewohner längere Zeit keine Aktivität setzt, zum Beispiel wegen gesundheitlicher Problem. Dann wird automatisch eine SMS an die Caritas, Angehörige oder bei Bedarf zum Roten Kreuz geschickt.
Die Caritas, die mit ihrem Saalfeldener Stützpunkt in das Erdgeschoß des Wohngebäudes in der Obsmarktstraße 15b übersiedelt ist, unterstützt die Bewohner nicht nur im täglichen Leben, sondern auch beim Umgang mit der Technik. Durch die einfache Bedienung gibt es aber kaum Probleme. Die Installation der Technologie kostet etwa 10.000 Euro pro Wohnung. Die Mietkosten sind ortsüblich.
Bewohner Harald Bren, der auf den Rollstuhl angewiesen ist, ist begeistert: "Für mich ist das eine große Unterstützung, wenn ich zum Beispiel vom Schlafzimmer aus draußen das Licht ausschalten kann. Ich bin hier eingezogen, weil das System installiert wurde. Ich hoffe, es macht Schule. Es spart auch viel Geld, wenn die Leute möglichst lang in ihrer Wohnung leben können und nicht ins Seniorenheim müssen."
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