Vereinsgeschichte Austria Salzburg

Von Nikolaus Klinger | 04.12.2012 - 14:07

Entstanden 1933 aus der Fusion zweier Vereine feierte die Austria rasch Erfolge. Auch die harte Zeit des Zweiten Weltkrieges überstand die Violetten. In den 1990ern folgten dann die goldenen Jahre des Fußballclubs.

Vereinsgeschichte Austria Salzburg

Insgesamt konnten die Violetten drei Meistertitel bejubeln. Bild: SN/APA

Begonnen hat alles in einer Hotellobby: Im "Schwarzen Rössl" wurde am 13. September durch Fusion der Salzburger Stadtvereine FC Hertha und dem FC Rapid die "Sportvereinigung Austria Salzburg" gegründet.
Der Zusammenschluss glich einer politischen Sensation - schlossen sich mit der "bürgerlichen" Hertha und dem "Arbeiterverein" Rapid doch Clubs zweier grundverschiedener Lager zusammen. Die parteipolitisch neutralen Farben Violett und Weiß wurden bewusst zu den Vereinsfarben gemacht. Zwei Tage später bestritt der neugegründete Verein sein erstes Match, der HSV Wien konnte klar mit 6:0 besiegt werden.

Erste Jahre im Unterhaus

Derartige Erfolge blieben zu Beginn jedoch selten. Der Verein spielte zunächst zwei Jahre mit Teams aus Oberösterreich in der "Zweiländerliga" und anschließend in der Salzburger Landesliga, bis zu ihrem kriegsbedingten Zerfall während der Saison 1942/43. Auch nach Ende des Zweiten Weltkriegs blieben die Violetten unterklassig, zum 20-jährigen Bestehen gelang dem Team um Bruno Fleck und Fredl Grün 1953 erstmals der Sprung in die höchste Liga.

Erster Vizemeistertitel

Die nächsten Jahre waren für die Mozartstädter dann geprägt von einem ständigen Auf und Ab: Die Austria pendelte häufig zwischen erster und zweiten Liga hin und her. Anfang der 70er Jahre dann der bis dahin größte Erfolg der Vereinsgeschichte: Die Saison brachte den Violetten sensationell den Vizemeistertitel, nur einen Punkt hinter Meister Wacker Innsbruck.
Die folgende Spielzeit brachte gleich zwei Premieren für die Mozartstädter: Der Verein bezog das neue Lehener Stadion (Zuschaueranstieg auf über 8000 Besucher) und spielte zudem erstmals im Europacup. 1974 folgte mit dem Einzug in das ÖFB-Cupfinale die nächste Premiere - dort unterlag man jedoch Austria Wien.
Von 1973 bis 1976 nennt man sich "SV Gerngroß Austria Salzburg", später fanden sich auch die Zusätze "Sparkasse", "Casino" und "Wüstenrot" im offiziellen Vereinsnamen wieder.

Abstieg und Goldene Jahre

1983 beging der Verein zwar sein 50-Jahr-Jubiläum, dennoch sah der Club einer ungewissen Zukunft entgegen. Das Zuseherinteresse sank stetig, in der Saison 1984/85 mussten die Violetten den bitteren Gang in die zweite Liga antreten. Kurzzeitig stand darauf ein Zusammenschluss mit dem SAK 1914 zur Debatte, die Nonntaler lehnten diese jedoch ab.
Dem Wiederaufstieg hatten die Violetten dann einem gewissen Johann Krankl zu verdanken: In einer Nacht-und-Nebel-Aktion verpflichtet, schoss der "Goleador" die Salzburger in der Spielzeit 1988/89 wieder zurück in die Bundesliga - der Beginn einer neuen Fußballeuphorie in der Mozartstadt.
Es sollten nun die erfolgreichsten Jahre für die Salzburger folgen: Reichte es 1992 und 1993 nur zum Vizemeistertitel, durfte Violett in der Saison 1993/94 erstmals über den Meistertitel jubeln. Unvergessen: Im UEFA-Cup scheiterte man im gleichen Jahr erst im Finale an Inter Mailand. Zwei weitere Meistertitel folgten in den Jahren 1995 und 1997.

Niedergang und Übernahme von Red Bull

Die nächsten Jahre sollten sich die Erwartungen von Fans und Verantwortlichen systematisch nach unten schrauben. Der Verein versank zunehmend im Mittelmaß und hatte mit immer größeren finanziellen Problemen zu kämpfen. Die Lizenz für die Bundesliga erhielten die Salzburger einige Male erst in zweiter Instanz. Der Umzug in das EM-Stadion Kleßheim sorgte im Frühjahr 2003 nur für einen kurzen sportlichen Höhenflug.

Mit dem Einstieg des Getränkekonzerns Red Bull im April 2005 begann in Salzburg ein neues Zeitalter im Fußball: Unter dem Protest vieler Fans wurde der Verein in FC Red Bull Salzburg umbenannt, die Farben Violett und Weiß verschwanden aus dem Clubbild. Dieser Schritt wurde von den Worten "Keine Kompromisse. Das ist ein neuer Club. Es gibt keine Tradition, es gibt keine Geschichte, es gibt kein Archiv" begleitet. Enttäuschte Anhänger gründeten darauf den SV Austria Salzburg neu. Dieser spielt aktuell in der Regionalliga West. Red Bull Salzburg konnte in der Bundesliga bislang vier Meisterschaften und einen Cupsieg erringen.

 
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