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Austria-Coach Hofer: "Ich bin ein Alpha-Tier"

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Thomas Hofer gilt als erfolgreichster Trainer im Salzburger Amateurfußball. Vor dem Spiel des Jahres gegen den FC Liefering stand der Austria-Coach den SN Rede und Antwort.

Austria-Coach Hofer: "Ich bin ein Alpha-Tier"

Austria-Trainer Thomas Hofer. Bild: SN/GEPA

Er hat Austria Salzburg auf Platz eins der Regionalliga West geführt und lässt die vielen violetten Fans von einer Rückkehr in den Profifußball träumen. Das SN-Interview zeigt Trainer Thomas Hofer von seiner ganz persönlichen Seite.

SN: Sie sind mit einer Vespa zum Interview gekommen. Reisen Sie so auch zu den Spielen der Austria an?

Hofer: Ja, wenn das Wetter passt. Vespafahren ist für mich nicht nur ein Hobby, das ist ein Stück Freiheit. Denn mich regt nichts mehr auf, als im Stau zu stehen. Ich bin ein Typ, der nicht sehr viel Zeit hat. Dazu kommt, dass ich beim Vespafahren am besten vom Alltagsstress abschalten kann.

SN: Allerdings ist Ihr Zweirad schwarz - warum eigentlich nicht in den Vereinsfarben der Austria?

Hofer (lacht): Wenn wir aufsteigen, tausche ich sie gegen eine violette, versprochen.

SN: Sie sagen, Sie haben nicht viel Zeit. Wie lassen sich Beruf und Familie mit dem Fußball verbinden?

Hofer: Das ist ehrlich gesagt nicht so einfach. Zum einen braucht man eine Frau und Kinder, die dafür Verständnis haben. Zum anderen ist viel Ausdauer notwendig. Da ich neben dem Fußball noch einem normalen 40-Stunden-Job nachgehe, bin ich von Montag bis Samstag eigentlich nie daheim. Ich verlasse um 7 Uhr das Haus und komme erst gegen 21 Uhr nach dem Training oder Meisterschaftsspiel wieder zurück. So gesehen habe ich zwei Vollzeitjobs.

SN: Und da stellen Sie sich nie die Sinnfrage?

Hofer: Natürlich habe ich das. Als ich vor drei Jahren die Trainerausbildung zur UEFA-Pro-Lizenz gemacht habe, war ich dem Burn-out sehr nahe. In den sechs Monaten Ausbildung war ich ständig krank, musste mit Abszessen im Gesicht auch drei Mal ins Krankenhaus. Teilweise ist es mir da richtig schlecht gegangen. Abbrechen wollte ich den Kurs allerdings auch nicht, weil ich schon so viel Zeit investiert hatte. Heute muss ich aber sagen: Die Dreierbelastung mit Beruf, Fußball und Ausbildung war zu viel.

SN: Wie stolz sind Sie, dass Sie nun Trainer eines Traditionsclubs sind?

Hofer: Selbstverständlich taugt mir das. Das ist etwas Besonderes, wenn man Woche für Woche vor Hunderten Zuschauern spielen darf. Die Stimmung ist super und eine Zusatzmotivation für mich und die Spieler. Der größte Unterschied zu Anif oder Kuchl (frühere Trainerstationen, Anm.) ist, dass hier Fußball gelebt wird. Als Trainer steht man mehr im Mittelpunkt, aber auch mehr unter Beobachtung.

SN: Setzt Ihnen dieser zusätzliche Druck zu?

Hofer: Nein, ganz und gar nicht. Ich denke, ich bin ein Trainertyp, der sehr akribisch arbeitet und weiß, wo die Stärken und Schwächen meiner Mannschaft sind. Ich bin als Trainer ein Alpha-Tier, ich gehe gern voran.

 
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KOMMENTARE (1)
 

Werner Renzl

17.10.2012 
16:43 Uhr

Ich weiß ja nicht viel über Fußball, aber dass Hofer auf keinen Fall Trainer eines Traditionsklubs ist, das schon. SV Austria Salzburg wurde nach der Übernahme der alten Austria durch Red Bull gegründet und hat mit ihr, außer dem Namen, nichts gemeinsam. Wäre es anders, hätten sie nicht in der 2. Klasse Nord beginnen müssen, sondern hätten in der Bundesliga einsteigen können.

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