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Red Bull degradiert Salzburgs Eishockey

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Red Bull baut in Sachen Eishockey radikal um: München wird neues Zentrum, Salzburg zum Farmteam abgestuft. Pierre Pagé soll als Sportdirektor beides führen.

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Pierre Page erhält mehr Macht. Bild: SN/GEPA

Pierre Page erhält mehr Macht.

Bild: SN/GEPA

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Spielen die Salzburger Eisbullen bald nur mehr eine untergeordnete Rolle? Bild: SN/GEPA

Spielen die Salzburger Eisbullen bald nur mehr eine untergeordnete Rolle?

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Vier Meistertitel, sechs Finalteilnahmen en suite, der Sieg in der European Trophy 2010, der Sieg im Continental Cup 2010 und die Los Angeles Kings als Gast beim eigenen Salute-Turnier: Red Bull hat Salzburg in Europa mit Paukenschlägen auf die Eishockey-Landkarte gesetzt.

Doch das könnte nun zu Ende gehen: Der Konzern ordnet derzeit seine Eishockey-Aktivitäten neu und da wird Salzburg nicht mehr die erste Geige spielen. Das Hauptaugenmerk gilt künftig dem Standort München, in Salzburg soll ein mit Legionären verstärktes heimisches U24-Team an der Erste-Bank-Liga und der European Trophy teilnehmen.

Dabei begann das Münchener Eishockey-Engagement für Red Bull eher zufällig und hat maßgeblich mit Geschäftsführer Claus Gröbner zu tun. Der zog praktisch um 5 vor 12 im letzten Mai Red Bull als Sponsor für den latent defizitären EHC München an Bord, der seit jeher mit einem geringen Zuschauerzuspruch sowie einer veralteten Halle kämpft und vor dem Lizenzentzug stand.

Gröbner, der aus der Münchener Olympiabewerbung 2018 kam, hat jedoch ein ganzes Aufgabenpaket für Red Bull im Hintergrund erfüllt. Eine davon war eine Absichtserklärung der Stadt München, einen Hallenbau voranzutreiben. Angedacht wäre sogar eine neue Multifunktionshalle, die Eishockey und den neuen Kultverein FC Bayern/Basketball beherbergt. Diese Absichtserklärung liegt seit November 2012 vor. Daraufhin zogen im Dezember die Wirtschaftsprüfer beim EHC München ein. Nur noch von deren Ergebnis, das bis Ende Jänner vorliegen soll, hängt die Komplettübernahme des Vereins ab. Eine Variante sieht sogar vor, dass beide Teams in der neuen und ab Juli 2014 fertigen Akademie in Liefering (mit zwei Eishallen und zwei Skate-Mills) trainieren und jeweils zu den Spielen anreisen - die eine Mannschaft nach München, die andere in den Salzburger Volksgarten.

Struktur wie im Fußball

Auch personell wird es wie üblich ein Wechselspiel geben. Die Personalstruktur vom Fußball wird übernommen: Pierre Pagé wird (wie Ralf Rangnick im Fußball) Sportdirektor Eishockey, ist also verantwortlich für München und Salzburg. Offenbar liegt für ihn ein Vertrag bis 2016 bereit. Der Münchener Sportdirektor Christian Winkler steht bei Übernahme vor der Ablöse. Detail am Rande: Winkler war vom Red-Bull-Sender Servus TV eingeladen, wurde jedoch kurzfristig mit der Begründung wieder ausgeladen, er spiele "für den Verein keine Rolle mehr". Münchens Cheftrainer Pat Cortina beendet seine Tätigkeit mit Saisonende und betreut nur noch das deutsche Nationalteam.

Bleibt noch der Cheftrainer Salzburg: Bis vor Kurzem galt da Farmteamchef Ken Strong als heißer Kandidat, doch das dürfte sich zuletzt geändert haben. Denn Strong hält sich mit seiner Meinung über die Leistungen der ersten Mannschaft nicht zurück. "Es ist eine Schande, dass ein Team mit so einer Qualität nicht den Grunddurchgang gewinnt." Richtig. Aber so spricht keiner, der einen Chefposten will. Red Bull bestätigte am Donnerstagabend die SN-Recherchen grundsätzlich, legte jedoch Wert auf die Feststellung, dass es künftig zwei gleichberechtigte Profiteams in Österreich und Deutschland geben werde.

In der Liga kämpft Salzburg am heutigen Freitag gegen Znaim (19.15) bereits um die Bonuspunkte für die Zwischenrunde. Weiters spielen: Vienna - KAC, Innsbruck - Graz, Laibach - Linz, Zagreb - VSV, Fehervar - Dornbirn.

 
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