Salzburg | Politik 

SMS-Affäre im Landestheater: ÖVP pocht auf Entlassung

Von Sn, Apa | 15.07.2012 - 16:58

Wenn es nach der ÖVP ginge, würde der Mitarbeiter des Landestheaters, dem sexuelle Belästigung vorgeworfen wird, entlassen werden. Landesgeschäftsführer Mayer hält eine weitere Zusammenarbeit für "unzumutbar".

SMS-Affäre im Landestheater: ÖVP pocht auf Entlassung

Die SMS-Affäre im Salzbruger Landestheater geht weiter. Symbolbild: SN/Ratzer

Nachdem in der Belästigungs-Affäre im Salzburger Landestheater am Samstag ein Zwischenbericht vorgelegt worden war, sprach sich die ÖVP für eine Entlassung des mit Vorwürfen konfrontierten Mitarbeiters aus. Dieser soll sexistische SMS an mehrere Frauen gesendet und Mitarbeiter gemobbt haben. Eine weitere Zusammenarbeit mit der Führungskraft bezeichnete ÖVP-Landesgeschäftsführer Wolfgang Mayer am Sonntag gegenüber der APA als "unzumutbar".

"Wir haben jedes Vertrauen in die Führungsqualität und Person dieses Mitarbeiters verloren", betonte Mayer. Der Manager, der einen befristeten Dienstvertrag bis zum 31. Dezember 2015 in Händen hält, wurde mittlerweile beurlaubt. In der morgigen Sondersitzung werden die zehn Mitglieder des politisch besetzten Theaterausschusses eine Entscheidung über die weitere Vorgangsweise in der Causa treffen. Offenbar zeichnet sich eine Mehrheit für eine Auflösung des Dienstvertrages ab. Vier Mitglieder gehören der Volkspartei an.

Die ÖVP wirft dem Vorsitzenden des Theaterausschusses, Kultur- und Finanzreferent LHStv. David Brenner (S), "gezielte Desinformation" vor. Brenner werde morgen unangenehme Fragen zu beantworten haben, der Vorwurf der Protektion stehe im Raum, sagte Mayer. Falls der Mitarbeiter im Falle einer nicht einvernehmlichen Kündigung die vorzeitige Vertragsauflösung gerichtlich bekämpfe und recht bekomme, könne dieser noch bis zu 392.000 Euro Abfertigung erhalten. Der Mann war zuvor bei den Salzburger Landeskliniken (SALK) beschäftigt. Er wurde im Jahr 2010 wegen dortiger Konflikte vom Dienst frei gestellt und bekam dann eine Abfertigung von 170.000 Euro.

Einen Psychologin und eine Juristin haben die aktuellen Vorwürfe überprüft. Ihr Zwischenbericht dient den Ausschuss-Mitgliedern als Entscheidungsgrundlage. Eine Entlassung soll zwar als Option beschrieben, eine klare Empfehlung aber nicht abgegeben worden sein, hieß es aus informierten Kreisen. Die Expertinnen hätten mehrere Fälle von Grenzüberschreitungen festgestellt. Ob nun der Nachweis gelinge, dass der Mann sexistische SMS an Mitarbeiterinnen verschickt habe, werde bezweifelt, da ein Großteil der betroffenen Frauen anonym bleiben wollten. In den SMS sollen unter anderen anzügliche Sätze wie "geiles Kleid, bitte morgen anziehen" oder "wie war der Quicky im Keller" gestanden sein.

SPÖ-Klubvorsitzender Roland Meisl sagte am Sonntag, dass bezüglich hoher Manager-Abfertigungen in den Salzburger Landeskliniken die Rolle von ÖVP-Gesundheitssprecherin Gerlinde Rogatsch im SALK-Aufsichtsrat genau beleuchtet werden müsse. Das Maßnahmenpaket von LHStv. Brenner über klare Spielregeln und mehr Transparenz bei Manager-Verträgen solle auf Punkt und Beistrich umgesetzt, er erwarte von der ÖVP ein klares Bekenntnis dazu, erklärte Meisl.

 
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KOMMENTARE (1)
 

Wolfgang Seifriedsberger

16.07.2012
08:56 Uhr

Ich wüßte zu gern, wie diejenigen, die Superverträge anbieten, diese rechtfertigen. Arbeiten Manager um so viel mehr und mit so viel höherer Qualität und sind sie ebenso dringend gesucht wie Pflegepersonal oder Turnusärzte? Ist die Arbeit von Mittelbauärzten in den SALK um so viel weniger wert, daß die enormen Gehaltsunterschiede, von denen kürzlich in den Medien zu lesen war, gerechtfertigt sind? Management ist sicherlich notwendig und soll natürlich auch leistungsgerecht entlohnt werden, die zentralen Dienstleister in einem Spital sind aber diejenigen, die direkt am und mit dem Patienten arbeiten - ein großer Teil nach wie vor für ein vergleichsweise geringes Gehalt. Ändern wird sich das wohl nicht, weder in den SALK noch anderswo.

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