Kino und Wohnen im Priesterhausgarten
Von Stefan Veiglchristian Resch | 21.06.2012 - 16:17

Der neue Priesterhausgarten: Laut dem Siegerprojekt sollen fünf schlanke Baukörper quer zur Stadtmauer entstehen und diese zur Paris-Lodron-Straße hin auch überragen. Bild: SN/Stadt Salzburg
Die Entscheidung über die künftige Bebauung des sogenannten Priesterhausgartens an der Paris-Lodron-Straße ist gefallen: Am Donnerstagabend wurde das Siegerprojekt im Kunstquartier den rund 50 versammelten Anrainern präsentiert.
Gewonnen haben den Wettbewerb mit den deutschen Architekten Martin Bockelmann und Nicole Alpers keine Unbekannten: Sie sind Teil des Büros Storch, Ehlers & Partner, die den Wettbewerb am Rehrl-Platz gewonnen haben. Möglich wurde das, weil Bockelmann eine Niederlassung in Salzburg gegründet hat. Bauträger ist die Heimat Österreich.
Was soll nun auf dem rund 3000 Quadratmeter großen Grundstück, das dem Priesterhausfonds gehört, gebaut werden? Planungsstadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste): "Das Projekt besteht aus fünf sehr schmalen, langen Baukörpern. In Richtung Paris-Lodron-Straße treten sie nur als einzelne Köpfe in Erscheinung und beeinträchtigen daher die Umgebung nicht so wie andere Entwürfe, weil sie Blickachsen zulassen. Da kann man wohnen wie in einer Altstadt in Italien." Der Juryvorsitzende Heinz Lang, Chef des Salzburger Architekturbüros Halle 1, lobte die "einfache Art, wie sich der Entwurf in den Stadtkörper integriert."
Genutzt werden sollen die Neubauten so: Im Gebäude gleich links vom bestehenden Tor durch die historische Stadtmauer soll, wie berichtet, das derzeit in der Steingasse angesiedelte Filmkulturzentrum Das Kino einziehen und vier Säle mit rund 700 Sitzplätzen erhalten. Daneben sollen insgesamt 43 Wohnungen entstehen. Weiters ist eine Tiefgarage mit vier Geschoßen und bis zu 400 Parkplätzen vorgesehen. Außerdem ist die Einrichtung einer öffentlichen WC-Anlage mit rund 100 Quadratmetern für die Reisebustouristen geplant.
Der Planungsstadtrat hat beim Siegerprojekt aber noch kleinere Bedenken: "Es gibt nur sechs Meter Abstand zwischen den Baukörpern. Für mich hat es außerdem noch zu wenig öffentlichen Charakter." Konkret wünscht sich Padutsch eine bessere Verbindung zwischen dem Kino und dem dahinterliegenden Kulturquartier in der ehemaligen Salzburger Druckerei. Positiv findet Padutsch aber, dass das Siegerprojekt mit rund 4000 Quadratmetern oberirdisch in Erscheinung tretender Bruttogeschoßfläche "das am wenigsten dicht verbaute Projekt im Wettbewerb ist."
Die Anrainerversammlung selbst verlief turbolent: Von einigen Anrainern wurde lautstark geschimpft, der Leiter der Planungsabteilung im Magistrat, Andreas Schmidbaur, wurde ausgebuht. Abseits der Architektur ("zu hoch, zu eckig zu modern") wurde auch das mögliche künftige Verkehrsaufkommen kritisiert: Laut Meinung mancher Anrainer führe die Kombination des bestehenden Busparkplatzes in der Paris-Lodron-Straße mit der neuen Tiefgarage zu einem "noch größeren Verkehrschaos." Der Sorge, dass der Grundwasserspiegel durch den Neubau steigen könnte, wollen die Projektwerber mit einem hydrologischen Gutachten begegnen. Es gab aber auch positive Stimmen im Publikum, die sich über Entwicklung des bisherigen Parkplatzes und das Kino freuten.
Padutsch versprach im Vorfeld, mit Einwänden transparent umzugehen: "Wenn es negative Reaktionen gibt, gilt die Vereinbarung, dass sich auch der Juryvorsitzende Heinz Lang bei der Überarbeitung einbringen wird. Eine Überprüfung der geplanten Bauhöhe ist auch möglich. Wir bleiben mit den Anrainern in Kontakt."
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KOMMENTARE (1)
Richard Hantschel
22.06.2012
10:28 Uhr
Als SN-Redakteur, sollte man "turbulent" schreiben können!
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