Salzburg | Politik 

Insider: Politik schützte ASKÖ vor Sanktionen

Von Thomas Auinger Christian Resch | 14.08.2012 - 13:13

Schon seit 2009 soll LH-Stv. David Brenner von Unregelmäßigkeiten bei der ASKÖ gewusst haben - per Weisung habe sein Büro Konsequenzen verhindert, sagt ein Insider.

Insider: Politik schützte ASKÖ vor Sanktionen

Regelverstoß... Bild: SN



Im Skandal um die Finanzgebarung des SPÖ-nahen Sportdachverbands ASKÖ geraten Politiker und Sportfunktionäre immer stärker in die Kritik. Nun meldet sich ein Insider zu Wort, welcher in den Gremien der Landessportorganisation (LSO) anwesend war. Die Identität des Informanten ist der SN-Redaktion bekannt.

Die Kernaussagen: Schon seit 2009 sei die "Loch-auf-Loch-zu"-Strategie des ASKÖ bei der Finanzierung von Projekten offensichtlich gewesen. Die zuständige Politik wisse also spätestens seit drei Jahren über die Probleme im Verband Bescheid. Alarmierte Beamte des Landessportbüros hätten immer wieder vehement auf Rückforderungen und das Einbehalten weiterer Förderungen gedrängt. Doch ASKÖ-Funktionäre hätten stets interveniert und um Fristerstreckungen ersucht - mit Erfolg. "Aufgrund von Weisungen aus dem Büro von Landessportreferent Brenner wurden die Fristen verlängert", sagt der Insider.

Die Gremien der LSO hätten die Förderungen abgesegnet. Wohin Geld floss, ist in mehreren Fällen unklar. "Alles wird politisch besetzt und durchgedrückt, alle heben die Hand. Fast alles wird einstimmig beschlossen. In einer Stunde ist die Sitzung meist vorbei. Die Gremien sind zahnlos", erzählt der Kenner.

Teile des entsprechenden E-Mail-Verkehrs liegen den SN vor. In einer Korrespondenz vom Abend des 15. Juni 2011 teilte das Landessportbüro der ASKÖ frohe Kunde mit: Dem "lieben Reinhold" (Geschäftsführer Bärenthaler, Anm.) wird mit lieben und sportlichen Grüßen bestätigt, dass die Abrechnungsfrist für das Bauvorhaben Taxham-Bolaring bis 31. 12. 2011 letztmalig erstreckt werde. Zu dem Projekt stellte das Landessportbüro schon am 14. Juli 2009 fest: Es "müsste endlich eine schriftliche Finanzierungszusage der Stadt Salzburg vorgelegt werden". Auch müssten die "bereits ausbezahlten 200.000 Euro ordnungsgemäß abgerechnet werden".

Sportreferent David Brenner (SPÖ) stellt dagegen fest: "Der Landessportdirektor hat von mir in meiner gesamten Amtszeit als Sportreferent eine einzige formelle Weisung erhalten: Nämlich jene am Freitag, 3. August 2012, alle Förderungen an die ASKÖ mit sofortiger Wirkung zu stoppen." Auch die Büromitarbeiter Brenners hätten niemals "formelle Weisungen" bezüglich des Themas ASKÖ und dessen Finanzen erteilt. Wenngleich es täglich "Kontakte und Gespräche" mit den zuständigen Stellen gebe.

Zu seiner Reaktion auf die sich abzeichnende Krise sagt Brenner: "Auch das Landessportbüro und mich hat zunehmend der Verdacht beschlichen, dass die ASKÖ unter Umständen in Schwierigkeiten ist." Deshalb habe man Ende 2010 einen Prüfbericht bei einer Wirtschaftsprüfungskanzlei in Auftrag gegeben.

 
Teilen
Facebook Twittern Google+ Versenden Drucken
0

Werbung

 
KOMMENTARE (0)
 

schließen (x)

 

 

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzuschicken oder hinterlassen Sie Ihren Namen und Ihre E-Mail-Adresse.

Benutzername
Passwort
 

Passwort vergessen ›      Jetzt registrieren ›