Finanzskandal: Manipulation der Sitzungsprotokolle
Von Sn, Apa | 28.12.2012 - 11:25

David Brenner präsentierte neue Unterlagen. Bild: SN/Ratzer
Verantwortlich für die mutmaßlichen Änderungen soll dabei die entlassene Finanzmanagerin des Landes sein. Sie soll die Protokolle abgeändert haben, als der Rechnungshof 2011 zur Kontrolle in Salzburg anrückte.
Fast 50 Seiten umfassen die Unterlagen, die Brenners Mitarbeiter zusammengetragen haben. Dabei wurden die Originalprotokolle der Mitglieder des Finanzbeirates mit jenen Unterlagen abgeglichen, die dem Rechnungshof bei seiner Kontrolle zur Verfügung gestellt wurden. "Die Protokolle sind nun weitgehend ausgewertet. Es hat sehr umfangreiche Änderungen gegeben", sagte Brenner. "Die Änderungen geben darüber Aufschluss, in welchem Umfang der Rechnungshof und auch die Landesregierung getäuscht wurden."
Von den Manipulationen sind die Protokolle von insgesamt 19 Sitzungen des Finanzbeirats zwischen Februar 2009 bis Jänner 2011 betroffen. Geändert worden sein dürften die Niederschriften alle binnen weniger Tage im November 2011. "Das entspricht etwa dem Zeitpunkt, in dem der Bundesrechnungshof die Finanzgeschäfte des Landes zu prüfen begann", so Brenner. Auch der Zeitraum der Manipulationen entspreche dem Prüfzeitraum des Rechnungshofs.
Die Qualität der Änderungen sei dabei recht unterschiedlich: "Es wurden etwa Sätze abgeändert, Ergänzungen eingefügt, ganze Seiten gelöscht, Streichungen durchgeführt", so Brenner. Während der Finanzbeirat in den Sitzungen etwa die Einhaltung von Risikolimits einforderte, sei in den manipulierten Protollen davon die Rede, dass die Limit eingehalten wurden. In einem Fall wurde eine empfohlene Reduktion des Risikos einfach herausgelöscht, ein anderes Mal nachträglich Lob für die Finanzabteilung eingefügt.
Ein Beispiel: Im Original-Protokoll zur Sitzung des Finanzbeirats am 15. April 2009 wurde etwa empfohlen, "keine zusätzlichen Neugeschäfte abzuschließen, da die Märkte immer noch sehr volatil und instabil sind." Im geänderten Protokoll hieß die Anweisung hingegen, "Neugeschäfte vorerst nur zur Reduktion von Risiken abzuschließen."
Und im Original-Sitzungsprotokoll zum 22. Jänner 2008 war zu lesen: "Mit Blick auf die zuletzt abgeschlossenen Geschäfte droht bei bereits zwei weiteren Geschäften eine Limitüberschreitung" und "Von den Mitgliedern wird einhellig festgehalten, dass sämtliche Limits einzuhalten und Maßnahmen zu ergreifen sind, die die Einhaltung des Limits sicherstellen." Beide Sätze wurden gelöscht, in der geänderten Fassung hieß es dann neu: "Alle Limits sind eingehalten. Der Finanzbeirat begrüßt die seitens des Landes vorgenommen Risikoreduzierungen."
Laut Brenner wurden die Unterlagen bereits dem Bundesrechnungshof und der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft in Wien übermittelt. Das Land habe sich zudem bereits als Privatbeteiligter einem etwaigen Strafprozess angeschlossen.
Mitteilungen




KOMMENTARE (7)
horst.ebner
30.12.2012
14:39 Uhr
Bei Sitzungen gibt es normalerweise, neben den TeilnehmerInnen eine/n bestellten SchriftführerIn. Bei der Endausfertigung wird das Protokoll grundsätzlich vom Vorsitzenden und vom Schriftführer unterfertigt - und zwar mit vollständigen Originalunterschriften (Faximile sind aus Gründen der Dokumentation - unstatthaft, wenn nicht verboten). Nach Unterzeichnung werden die Protokolle an die Teilnehmer versandt und bei der nächsten Sitzung beschlossen. Wo bleibt da ein Spielraum???
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doris müller
29.12.2012
12:19 Uhr
Wann geht Paulus?
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max meier
29.12.2012
10:00 Uhr
der täter ruft: haltet den dieb ! kennen wir das nicht schon aus der märchenwelt ? jeder salzbu(e)rger selbst schuld, der sich das gefallen läßt !
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Qualtinger
29.12.2012
10:00 Uhr
Manipuliert? Wer hat den Bericht unterschrieben?
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horst.ebner
29.12.2012
10:00 Uhr
Das Protokoll ist eine Dimension, eine weitere sind aber die realen Geschäfte, die muss doch zumindest noch ein/e andere/r MitarbeiterIn gleichgezeichnet haben und eine noch mal andere Dimension irgendwann muss doch einmal ein interner Check des Vorgesetzten stattgefunden haben. Meiner Ansicht stecken die 400 Mio.- als Teil im Schuldenberg den man mit den innovativenn Produkten des strukturierten Finanzmanagement ausgleichen und letztlich verdecken wollte, da gibt es nichts zu finden.
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Qualtinger
29.12.2012
09:59 Uhr
Wer ist denn für den Bericht verantwortlich? Der Abteilungs Chef? Der Schreiber des Berichtes oder die Putzfrau? Wurde der Bericht vom Verantwortlichen nicht gelesen? Wer hat diesen Bericht unterschrieben? Sich an einer Untergebenen abzuputzen ist einfach erbärmlich!
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Franz Leopold
28.12.2012
18:16 Uhr
Was will uns dieser Brenner nun wieder auftischen. Brenner und Co finden noch nicht mal 445 Mio Euro und nun will er "aufgedeckt" haben, dass Protokolle abgeändert worden sind. Wahrscheinlich hat die Referatsleiterin diese im Auftrag von Paulus und Brenner abgeändert, den sonst ist es unwahrscheinlich, dass diese nun von den Abänderungen Kenntnis haben.....
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