Salzburg | Politik 

Energiewende: Land fördert Speichern von Solarstrom

Von Sylvia Wörgetter | 30.07.2013 - 13:00

2020 will Salzburg die Hälfte seiner Energie aus eigenen und erneuerbaren Quellen beziehen. Das sei nicht einfach, sagt Energiereferent Josef Schwaiger. Denn Wasserkraft und Biomasse seien fast ausgereizt.

Energiewende: Land fördert Speichern von Solarstrom

Anteil der Energieträger in Salzburg. Bild: SN/sn



Die schwarz-grün-gelbe Regierung setzt deutlich andere Akzente in der Energiepolitik als ihre rot-schwarze Vorgängerin. Nicht mehr Wasserkraft und Biomasse stehen im Fokus, sondern Photovoltaik und vor allem Effizienzmaßnahmen.

So kündigt Energielandesrat Josef Schwaiger (ÖVP) an, das Land werde ab Herbst erstmals Speicheranlagen für Solarstrom fördern. Gedacht ist dabei an Akkumulatoren bis drei KW, deren Einbau in ein Privathaus rund 7000 Euro kostet. Das Land könnte davon rund 2500 Euro übernehmen, stellt Schwaiger in Aussicht. "Wir werden Pilotanlagen fördern, um mehr über den Umgang mit dieser Technik zu erfahren", sagt Schwaiger. Denn bisher ist es eine der großen Herausforderungen im Bereich der Photovoltaik, gewonnenen Strom auch zu speichern.

Schwaiger sieht die neue Förderung als Ergänzung zur bestehenden Landesförderung auf den Einbau einer Photovoltaikanlange (bis 3 KW) auf dem Dach, für die das Land ebenfalls rund 2400 Euro zuschießt.

Das Land Salzburg will bekanntlich bis 2020 die Hälfte seines gesamten Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen decken. Was auf den ersten Blick nach keinem sonderlich ambitionierten Ziel aussieht, wenn man bedenkt, dass schon jetzt rund 43 Prozent aus den Erneuerbaren kommen. Auf den zweiten Blick aber erkenne man, dass es nicht so leicht sein werde, die fehlenden sieben Prozent draufzulegen, die auf das 50-Prozent-Ziel fehlen, sagt Schwaiger. Denn das Steigerungspotenzial bei den verschiedenen Sparten erneuerbarer Energie seien äußerst gering. "Wir müssen das Ziel in dieser Legislaturperiode erreichen. Was in den nächsten fünf Jahren nicht passiert, ist bis 2020 nicht mehr aufzuholen", sagt der Agrar- und Energielandesrat.

"Bei der Wasserkraft ist das Ausbaupotenzial in Salzburg zu 95 Prozent ausgeschöpft. Zu glauben, dass uns die Wasserkraft energiepolitisch rettet, ist ein Irrtum." Es gibt nicht mehr viele Fluss- oder Bachläufe im Land, die sich verbauen lassen.

Auch der Einsatz von noch mehr Biomasse ist in den Augen des Energiereferenten wenig zielführend. "Die Biomasse ist zu 90 Prozent ausgereizt", sagt er. Es sei richtig gewesen, in Biomasse zu investieren, ist Schwaiger überzeugt. Nun aber sei man an dem Punkt angelangt, an dem ein weiterer Ausbau nur noch den Heizgut-Importen aus dem Ausland dienen würde.

Bleiben also Photovoltaik und Windenergie. Beide könne man noch ausbauen, sagt Schwaiger, große Sprünge aber dürfe man sich davon nicht erwarten. "Die Photovoltaik bringt uns im Zehntel-Bereich weiter", meint der Energielandesrat. Derzeit rangiert Salzburg, was den Anteil der Photovoltaik an Gesamtenergieaufkommen betrifft, bei knapp einem Prozent - damit ist es Österreich-Schlusslicht. Aber selbst eine Verdoppelung dieses Anteils bringe nur zwei Prozent, gibt Schwaiger zu bedenken.

Ähnlich seine Einschätzung der Windenergie: Ausbaupotenzial ja, aber nicht in großem Ausmaß. "Salzburg wird kein Windenergie-Land, weil wir nur wenige Standorte haben, an denen es überhaupt genug und konstanten Wind gibt", sagt Schwaiger. Aber diese Standorte seien zu nutzen, wenn die Windräder mit dem Naturschutz in Einklang zu bringen seien.

Was also bleibt dann noch, um Salzburg bis 2020 wenigstens zur Hälfte energieautark zu machen? Sparen, sagt Schwaiger, und der effizientere Einsatz von Energie. Geht es nach ihm, sollen E-Heizungen stark zurückgedrängt werden ("Sie sind der reinste Engergiefresser"), sollen doppelt so viele Häuser wie jetzt thermisch saniert werden. Und vor allem: "Wir müssen unseren Konsum an Energie stabilisieren."

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KOMMENTARE (3)
 

Dipl. Ing. Alexander E. Schröpfer

25.08.2013
15:27 Uhr

"Bei der Wasserkraft ist das Ausbaupotenzial in Salzburg zu 95 Prozent ausgeschöpft. Zu glauben, dass uns die Wasserkraft energiepolitisch rettet, ist ein Irrtum." Auch diese Aussage ist ein Irrtum. Denn wir können nahezu ALLE Wasserkraftwerke in der Effizienz steigern. Auch wenn die Webseite nicht perfekt ist, so zeigt sie doch die Idee und einen Beweis! www.wasserturbo.com

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sebastian unterberger

30.07.2013
17:53 Uhr

Der neue Landesrat Schwaiger ist im Vergleich zu seinem Vorgänger jetzt schon um Häuser besser und hat einfach mehr Weitblick und ein pragmatisches Verständnis. Ich hab´ ihm auch mehrmals persönlich kennengelernt und wie er sich als Politiker gibt, bestätigt meinen Eindruck von damals wieder aufs Positive und das freut mich.

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Qualtinger

30.07.2013
17:53 Uhr

Jetzt kommen die Herrschaften drauf, dass der Strom der eh aus der Steckdose kommt, auch in diese Steckdose hinein muss!

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