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Salzburg | Kultur

Ein Dach für den Dombezirk

Von Hedwig Kainberger | Aktualisiert vor 109 Tagen

"Himmel und Erde in einer Hand": Für den Rundgang durch das einzigartige fürsterzbischöfliche Salzburger Ensemble aus Residenz und Dom wird eine Dachmarke gesucht.

Für den Rundgang wird eine Dachmarke gesucht.  Bild: SN/robert ratzer

Sechs Jahre sind es her, dass der Wiener Museumsberater Dieter Bogner in einem "Museumsleitplan" für das Land Salzburg vorgeschlagen hat, Gebäude und Institutionen um den Salzburger Domplatz in einem Rundgang zu verbinden. Bisher sind vom Projekt mit dem Arbeitstitel "Himmel und Erde in einer Hand" erst Bruchstücke umgesetzt. Trotzdem behält Dieter Bogner, den die SN in seinem Wiener Büro trafen, das Ziel im Blick und den Enthusiasmus in seiner Argumentation.
"Das ist ein Jahrhundertprojekt", sagt Dieter Bogner. Dies sei nicht nur eine neue Attraktion für Touristen (er vergleicht es mit dem Palazzo Pitti in Florenz), sondern: "Das wird auch für die Salzburger eine Sensation." Im Rundgang solle der "Lebens- und Geschichtsraum der Fürsterzbischöfe" erlebbar werden. Dieser Gebäudekomplex war Ort für kirchliche wie weltliche Macht, für herrschaftliches wie privates Leben der Landesherren. "Das ist der Kern von Salzburg", sagt Bogner. Von hier aus seien Stadt und Land begründet worden.
Tatsächlich ist einiges auf den Weg gebracht: Das Stift St. Peter ist für die Mitwirkung gewonnen. In den Nordturm des Doms ist eine Verbindungsstiege gebaut, gleiche Arbeiten beginnen demnächst am Südturm, zudem wird der Eingang zum Dommuseum saniert. Andere Baugenehmigungen sind oder werden bald erteilt. Die Residenzgalerie mit Roswitha Juffinger als Direktorin hat die Geschichte der fürsterzbischöflichen Kunstsammlungen erforscht. Das Barockmuseum, nun Teil des Salzburg Museums, soll ab 2013 Ausstellungen in der Nordempore des Domes gestalten, die bis dahin beheizbar wird. Vermutlich werden andere Probleme auch bald gelöst, wie Gestaltung des Übergangs über die Orgelempore im Dom und universitäre Ersatzräume für jene im Wallistrakt.
Trotzdem erscheint die Vollendung aus drei Gründen so schwierig wie die Quadratur des Kreises. Rundgang ohne Exponate: Der Rundgang soll weder eigene Exponate noch eine durchgängige Ausstellung bieten. Dieter Bogner vergleicht dieses Konzept mit einer Perlenschnur, an der die Museen wie Edelsteine hängen, oder mit einem Tisch, an dem mehrere eigenständige Partner sitzen. Der Rundgang soll ein Leitsystem mit Wegweisern und schriftlichen Erläuterungen über die Gebäude und deren Geschichte sein.
Wie wäre eine inhaltliche Klammer herzustellen? Den Vorschlag, den Domrundgang 2013 oder 2014 mit einer opulenten Landesausstellung über Macht und Pracht des Fürsterzbistums zu eröffnen, lehnt Dieter Bogner ab. Seiner Ansicht nach genügt es, wenn die beteiligten Institutionen sich abstimmen und für einzelne Ausstellungen kooperieren.
Organisation: Künftig sollen also fünf Institutionen und zwei Kirchen - Prunkräume der Residenz, Residenzgalerie, Salzburg Museum (mit dem Barockmuseum), Dommuseum, St. Peter, Dom und Franziskanerkirche - gemeinsam, aber nur durch zwei Eingänge in Residenz und Dom Besucher anlocken. Bedarf es da einer Holding? Eine Koordination werde nötig, allerdings keinesfalls über einen Generaldirektor, sagt Bogner. Es müsste sich nur jemand um Organisatorisches sowie um Abrechnung und Aufteilung der Eintrittserlöse kümmern. Noch sei unklar, ob es dafür - ähnlich dem Wiener Museumsquartier - einer GmbH bedürfe. Jedenfalls: "Das Programm machen die Museumsdirektoren."
Name: Wie soll das Ganze heißen? Was steht auf den Tickets? Derzeit werde ein Name samt Logo gesucht, erläutert Bogner. Allerdings: Unter dieser Dachmarke sollten die einzelnen Institutionen ihre organisatorische und programmatische Eigenständigkeit samt ihrer Eigenmarken behalten.



 

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