Salzburg | Kultur 

Der Kunstigel "White Noise" geht fremd

Von Heinz Bayer | 21.07.2012 - 09:35

Der Kunstpavillon White Noise ist Österreichs offizieller Beitrag im Programm von Marburg als Kulturhauptstadt Europas. Wollte nicht Salzburg auch einmal Kulturhauptstadt werden?

Der Kunstigel "White Noise" geht fremd

Spekatakulär anzusehen, aber nicht unumstritten: White Noise, der Kunstigel aus Salzburg. Bild: SN



Er hat 300.000 Euro gekostet. 20.000 Euro sind immer dann fällig, wenn er aufgestellt wird. Der multifunktionale, igelförmige Pavillon White Noise wurde 2011 aus dem Landesfonds "Kunst am Bau" finanziert. Er entstand nach Plänen des Architekturbüros "soma".

In Salzburg war er erst ein Mal zu sehen. Im Frühsommer 2011. Im Rahmen der Biennale. Derzeit ist das aus 1500 Aluminiumstreben bestehende, optisch spektakuläre Objekt noch bei der Regionale12 in Krakautal (Steiermark) ein zentraler Bereich. Von 15. September bis 3. November steht White Noise dann in der Altstadt von Marburg. "Als Österreichs offizieller Beitrag im Programm Marburgs als Kulturhauptstadt Europas. Der Salzburger Kunstigel spielt somit in der Europaliga", sagt Landeskulturreferent und "Igel-Erfinder" David Brenner (SPÖ). Sowohl der Transport als auch die Aufstellung werden von der Firma Palfinger finanziert. Palfinger hat in Marburg eine Niederlassung mit 550 Mitarbeitern. Unter anderem wird der Igel von der Außenstelle der Wirtschaftskammer zur Präsentation von österreichischem Industriedesign genützt. Der Pavillon ist 18 Meter lang, zehn Meter breit und sieben Meter hoch, seine Größe variabel. Der Innenraum misst im maximalen Ausmaß 140 m2.

Wollte nicht auch Salzburg einmal europäische Kulturhauptstadt werden?

LH-Stv. Brenner: "Aus der Stadt gibt es keine derartigen Signale. Salzburg muss sich ja auch nicht als Kulturstadt positionieren. Salzburg ist eine Kulturstadt von internationalem Format." Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) auf die Frage, wann Salzburg Marburg als Europäische Kulturhauptstadt nachfolgt: "Bis 2019 ist jedes Jahr bereits belegt. Nach 2019 wird es eine Aufteilung auf jeweils mehrere Städte geben. Das finde ich dann nicht reizvoll."

Ist White Noise denn kommendes Jahr bei der Biennale 2013 Teil des Konzepts?

Schaden: "Von unserer Seite nicht. Für Konzerte ist der Pavillon nicht geeignet. Zum einen wegen der Bespannung mit einer Plane und der dadurch bei Regen entstehenden Geräusche, aber auch wegen des Außenlärms. Der kann nicht abgeschirmt werden. Außerdem ist zu wenig Platz für Orchester und Zuhörer." Brenner lässt sich den Igel nicht madigmachen. "Den Steuerzahlern entstehen bei der Aufstellung keine Kosten. Das übernehmen Sponsoren. Durch die Präsenz in Marburg erhält der Igel jetzt als kultureller ,Sonderbotschafter‘ ein Kultur-Gütesiegel von europaweiter Bedeutung."

 
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