Der Kehraus im Barockmuseum
Von Hedwig Kainberger | 01.09.2012 - 09:18
Die Kostbarkeiten des Salzburger Barockmuseums gibt es an diesem Wochenende fast oder ganz gratis: Der Eintritt ist frei, Postkarten werden verschenkt, prächtige Kataloge und viele "Barockberichte" werden um je 2,50 Euro feilgeboten. Kehraus ist angesagt: Die seit fast 40 Jahren international renommierte Institution am Mirabellgarten schließt am Sonntag für immer.
Eigentlich könnte ein Neubeginn bevorstehen. Das Barockmuseum wird in das Salzburg Museum eingegliedert. Theoretisch könnten Direktorin Regina Kaltenbrunner und ihr Team dort weiterarbeiten und von Marketing, Pressarbeit oder Restaurierung des großen Museums profitieren.
Doch Regina Kaltenbunner sprüht im SN-Gespräch nicht vor Aufbruchsfreude: Die Sammlung Rossacher bekomme nun "83 Quadratmeter Hängefläche" im Depot. Und nächste Ausstellungen? Aufgaben und Möglichkeiten der Barockabteilung müssten erst mit dem neuen Direktor, Martin Hochleitner, besprochen werden. Dieser tritt übermorgen, Montag, seinen Dienst an.
Ihres Wissens sei kein Ausstellungsraum vorgesehen, sagt die Direktorin. Erst im Museumsrundgang um den Domplatz soll es im Nordoratorium des Domes Barock-Sonderausstellungen geben, da aber nur im Winterhalbjahr. Wann der Rundgang fertig wird, ist nicht fix, möglich sind Herbst 2013 oder Frühling 2014.
Vorerst bleibt also nur die Erinnerung an beeindruckende Ausstellungen im Barockmuseum, etwa an die des Augsburger Klebealbums einer barocken Wohnung, die am nächsten Montag abgehängt wird. Legendär waren unter anderem die erstmals seit 1956 außerhalb Krakaus ausgestellten Zeichnungen Fischer von Erlachs, die Dokumentation der Dreifaltigkeitskirche oder viele vorzügliche Präsentationen österreichischer Barockkünstler.
Was ist nun zu tun? Die "Barockberichte" würden weiter erscheinen, versichert Kaltenbrunner. Diese von ihrem Vorgänger Franz Wagner begründete Schriftenreihe wird seit Jahren weltweit gelesen und gesammelt. Zudem werde sie einen neuen Katalog der Sammlung Rossacher erarbeiten. Wann diese je wieder zu sehen sein werde, sei ungewiss.
Mitteilungen





