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Wenn Bürgermeister keine neuen Bürger wollen

Von Christian Reschsusanna Berger | 17.07.2013 - 11:28

Mit 450 neuen Wohnungen will er Red Bull ausstechen: Entwickler Franz Fürst hat große Pläne für die Rainerkaserne. Doch Elsbethen fürchtet sich vor zu viel Wachstum - und ist nicht allein.

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Das Duell um die Nutzung der ehemaligen Rainerkaserne in Elsbethen geht in die nächste Runde.  Bild: SN/robert ratzer

Das Duell um die Nutzung der ehemaligen Rainerkaserne in Elsbethen geht in die nächste Runde.

Bild: SN/robert ratzer

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Das Duell um die Nutzung der ehemaligen Rainerkaserne in Elsbethen geht in die nächste Runde.

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Das Duell um die Nutzung der ehemaligen Rainerkaserne in Elsbethen geht in die nächste Runde.

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Das Duell um die Nutzung der ehemaligen Rainerkaserne in Elsbethen geht in die nächste Runde.

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Das Duell um die Nutzung der ehemaligen Rainerkaserne in Elsbethen geht in die nächste Runde.  Bild: SN/robert ratzer

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Das Duell um die Nutzung der ehemaligen Rainerkaserne in Elsbethen geht in die nächste Runde.

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Das Duell um die Nutzung der ehemaligen Rainerkaserne in Elsbethen geht in die nächste Runde.  Bild: SN/robert ratzer

Das Duell um die Nutzung der ehemaligen Rainerkaserne in Elsbethen geht in die nächste Runde.

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Das Duell um die Nutzung der ehemaligen Rainerkaserne in Elsbethen geht in die nächste Runde.  Bild: SN/robert ratzer

Das Duell um die Nutzung der ehemaligen Rainerkaserne in Elsbethen geht in die nächste Runde.

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Das Duell um die Nutzung der ehemaligen Rainerkaserne in Elsbethen geht in die nächste Runde.  Bild: SN/robert ratzer

Das Duell um die Nutzung der ehemaligen Rainerkaserne in Elsbethen geht in die nächste Runde.

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Das Duell um die Nutzung der ehemaligen Rainerkaserne in Elsbethen geht in die nächste Runde.  Bild: SN/robert ratzer

Das Duell um die Nutzung der ehemaligen Rainerkaserne in Elsbethen geht in die nächste Runde.

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180.000 Quadratmeter in bester Lage, gleich an der Grenze der Stadt Salzburg: Das Duell um die Nutzung der ehemaligen Rainerkaserne in Elsbethen geht in die nächste Runde. Die Kontrahenten sind dieselben: Der Konzern Red Bull und der Immobilienentwickler Franz Fürst.

Red Bull plant offenbar, auf dem Areal Büros und Lager "in kleinerem Ausmaß" unterzubringen, dazu wohl den Fersehsender Servus TV und den neu erworbenen Ecowin-Verlag. So geht es aus einem Aktenvermerk des zuständigen Agrarressorts hervor. Red Bull selbst äußerte sich auf SN-Anfrage nicht zu seinen Vorhaben. Über seinen Rechtsvertreter teilt Red Bull dem Land aber mit, dass "im ersten Takt"mit 500 neuen Arbeitsplätzen zu rechnen sei.

Franz Fürst möchte Land und Gemeinde nun mit einem Gegenangebot ködern. Welches, unter anderem, 450 Wohnungen vorsieht, gerne auch errichtet von gemeinnützigen Wohnbauträgern. Außerdem glaubt er, wesentlich mehr Arbeitsplätze auf dem Areal unterzubringen und dadurch ein "höheres öffentliches Interesse" geltend machen zu können.

Interessant ist - gerade in Zeiten von Wohnungsknappheit und explodierenden Immobilienpreisen: Es ist die Elsbethener Gemeindepolitik, die mit diesem Vorschlag nichts anfangen kann. Man habe bereits genügend Einwohner, sagen Bürgermeister wie Gemeindevertreter. Überproportionales Wachstum sei nicht erwünscht.

Auf diesem Kurs segelt bei Weitem nicht nur Elsbethen. Immer mehr Kommunen vor den Toren der Landeshauptstadt machen "die Schotten dicht". Oder, wie es Jock Maislinger, neuer Bürgermeister von Wals-Siezenheim, jüngst ausdrückte: "Das Boot ist voll."

Dass viele Ortschefs den dörflichen Charakter ihrer Gemeinden erhalten wollen - und sich daher potenzielle Stadt-Flüchtlinge fernhalten - ist kein Geheimnis. Es wird einfach kein Bauland gewidmet. Was dazu beiträgt, dass in der Landeshauptstadt immer dichter und höher gebaut werden muss und Wohnraum trotzdem kaum erschwinglich ist.

So sieht es vor allem Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden. An "seine" Umlandbürgermeister richtet er den Appell: "Bitte vor allem auch sozialen Wohnbau zulassen. Bei uns wird das Wohnen unerschwinglich. Wir können das allein nicht auffangen."

"Ja, dass die Gemeinden sich rundherum abgrenzen, das ist ein Kernproblem", sagt Peter Haider, Leiter des Salzburger Instituts für Raumordnung. "Gemeinden wie Anif oder andere werden ihre Positionen schon einmal überdenken müssen. Es geht zuerst schon um den ganzen Zentralraum, und nicht um die Interessen einer einzelnen Gemeinde."

Für Haider müsse endlich ordentliche Raumplanung auf Regionalebene gemacht werden. Das heiße: Im neuen Raumordnungsgesetz müsse ein verpflichtender Zuwachs an Bevölkerung festgeschrieben sein. Innerhalb des Regionalverbands müssten die Bürgermeister nach einem Interessenausgleich suchen - also die zusätzliche Bevölkerung untereinander aufteilen.

Eine Idee, die Helmut Mödlhammer, Gemeindebund-Präsident und Ortschef der Salzburger Umlandgemeinde Hallwang, wohl nicht so ganz gefällt. Denn schließlich seien die Umlandgemeinden nicht für die Wohnungsnot in der Stadt Salzburg zuständig. "Und Elsbethen hat sicher auch nicht die Aufgabe, zusätzliche Wohnungen für Salzburg zu schaffen." Denn schließlich müsse die Gemeinde dann auch für die nötige zusätzliche Infrastruktur sorgen. "Das heißt, ich brauche mehr Kindergartenplätze, mehr Schulen, ein größeres Seniorenheim und schließlich auch einen größeren Friedhof."

Mödlhammer pocht darauf, dass die Entwicklung einer Gemeinde Sache der politischen Vertreter dieser Gemeinde ist. "Dazu gibt es ja das räumliche Entwicklungskonzept, das für zehn bis 15 Jahre festlegt, wohin sich eine Gemeinde entwickeln soll." Ziel einer Gemeinde sei es nicht, zu stagnieren, aber den Grad des Wachstums entscheide die Kommune selbst.

Zudem könne er das Argument Wohnungsnot nicht mehr hören. "Es sollte einmal genau errechnet werden, wie groß die Wohnungsnot in Salzburg tatsächlich ist. Da tauchen ständig horrende Zahlen auf, die so nicht stimmen können." Das sei wie beim öffentlichen Verkehr. "Alle sagen, sie wollen eine Busverbindung in die Stadt. Nur dann fahren sie wieder mit dem Auto dorthin."

Zudem werde sich die Lage ohnehin entspannen. Ein weiterer großer Zuzug nach Salzburg sei nicht in Sicht. Salzburg werde in nächster Zeit nicht mehr wachsen, im Gegenteil. Die boomenden Regionen der Zukunft seien die Ballungsräume um Wien, Linz und Graz. Salzburg sei schlichtweg zu teuer, biete zu wenig Ausbildungs- und Arbeitsplätze, sagt Mödlhammer.

Noch ein Detail zum Anlassfall Rainerkaserne: Hier wird bald die Raumordnungsabteilung des Landes aktiv - sie muss nötigen Umwidmungen zustimmen. Und das sei keinesfalls nur Formsache, sagt die zuständige grüne LH-Stv. Astrid Rössler.

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KOMMENTARE (7)
 

nurso gemeint

17.07.2013
15:44 Uhr

Der Bürgermeister vertritt die Interessen der Bewohner der Gemeinde, die grob ausgedrückt offensichtlich lieber eine finanzstarke Firma mit gut verdienendem Anhang und einen möglichenn Arbeitgeber als nicht arbeitende Mindestsicherungsbezieher und kopftuchtragende Frauen aus Anatolien als Nachbarn haben wollen.

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Qualtinger

17.07.2013
17:51 Uhr

Das ist zwar politisch nicht korrekt, trifft aber den Nagel auf den Kopf!

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koli bri

17.07.2013
12:02 Uhr

Die Profitgier der "immobilienentwickler" kennt keine Grenzen. Das öffentliche Interesse klingt etwas unglaubwürdig. Wenn die Provisionen bei Kauf/Miete von den Verkäufern/Vermietern zu bezahlen sind, dann ändert sich sicher auch einiges an den hohen Wohnkosten. Aber diesbezüglich scheint zuviel Vernetzung mit der Politik zu bestehen....

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Die Salzburgerin

17.07.2013
12:01 Uhr

Red Bull wird große Wohnungen machen wollen - für die "bessere" Gesellschaft. 450 Wohnungen auf einen Fleck wären dann wohl eher für die "nicht besseren" gedacht ... Und genau davor hat der Herr Bürgermeister angst - er will keine Sozialwohnungen...

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Qualtinger

17.07.2013
13:27 Uhr

Richtig! Und recht hat er!

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Erik Hümer

17.07.2013
12:01 Uhr

Es ist schon zu hinterfragen,warum es von Seiten des BM für Verteidigung,als Verkäufer, keinerlei Prüfungen der Rechtslage für einen möglichen Käufer gab? auch wenn jetzt der "Immobilienentwickler Fürst", der im Bieterverfahren einfach "Daneben" lag,plötzlich sein Anbot nachbessern möchte,und als Grund ein "öffentliches Interesse" vorgibt, ist das einfach eine Mogelpackung! Es geht doch um beinhartes Geschäft um diese "Großbaufläche" aus der man möglichst viel Profit herausschlagen möchte.

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Qualtinger

17.07.2013
12:00 Uhr

Faszinierend! Der Bund setzt auf Bevölkerungswachstum und die Gemeinden sagen das Boot ist voll! Eine Diametrale Wachstumspolitik also! Ich denke aber dass die kleineren Einheiten Recht haben! Mal sehen wo das hinführt!

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