Kuchl: Raubüberfall für 200 Euro Beute
Von Sn-ham, Hei | Aktualisiert vor 104 Tagen
Nach dem Überfall flüchtete der Täter. Die Verkäuferin dürfte einen Schock erlitten haben. Die Polizei wurde erst relativ spät alarmiert - was die Suche nach dem Mann am Mittwochabend schwierig gestaltete.
Der Tennengauer Bezirkspolizeikommandant Paul Pirchner schilderte den SN die ersten Erkenntnisse über den Tathergang: "In der Trafik befanden sich eine Frau und zwei Kunden - ein Mann und noch eine Frau. Der Täter kam gegen 17 Uhr, er hat nur - ,Geld her!‘ geschrien." Die Verkäuferin habe eine geringe Menge an Bargeld herausgegeben. Dem Vernehmen nach soll es sich um 200 Euro handeln. Der Betrieb in der Trafik sei dann normal weitergelaufen, die Angestellte habe weiter verkauft. Bis die Polizei alarmiert wurde, verging mehr als eine halbe Stunde. "Irgendwann wurden wir dann angerufen", sagte Pirchner. Die Kunden hatten den Überfall sehr wohl bemerkt. Eine Zeugin verfolgte den Räuber noch über eine kurze Strecke. Sie beobachtete, wie er Richtung Bahnhof davonlief. Sämtliche Streifen im Bezirk fahndeten ab 17.30 Uhr nach dem Mann. Eine konkrete Spur konnten sie aber nicht mehr aufnehmen.
Die Verkäuferin konnte den Ermittlern aber eine Täterbeschreibung geben - eine Überwachungskamera gibt es in dem Geschäft nicht. Der gesuchte Mann ist 20 bis 25 Jahre alt, 170 cm groß und schlank, er war schwarz gekleidet und maskiert mit einem blau gemusterten Tuch und einer schwarzen Wollhaube. Zum Zeitpunkt des Überfalls soll er auch eine Brille getragen haben. Das Landeskriminalamt wird den Fall übernehmen, Kriminaltechniker sicherten die Spuren am Tatort.
Sollte der Mann geschnappt werden, droht ihm eine hohe Strafe. Für schweren Raub sieht das Gericht laut Strafgesetzbuch (Paragraf 143) eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren vor. Die Beute des Raubes fällt in den meisten Fällen sehr gering aus. Bei vergangenen Raubüberfällen auf Trafiken oder Tankstellen konnten die Täter meist nur eine Summe unter 1000 Euro erbeuten.
Der letzte Überfall auf eine Trafik in Salzburg liegt schon über ein Jahr zurück. Ein 16-Jähriger aus Bayern stach am 14. Jänner 2011 um 18.30 Uhr in Oberndorf zu. Er verletzte die 61-jährige Trafikantin mit einem Stich in den Bauch schwer. 40 Stunden später klickten am Tachinger See im Landkreis Traunstein (Bayern) die Handschellen für den jungen Mann.
Am 19. November 2010 wurden in der Stadt Salzburg und in Oberndorf Trafiken überfallen. In der Stadt kamen die Täter in aller Früh, sie dürften den Trafikbesitzer zuvor ausspioniert haben. Die Täter wurden nie gefunden. Am Abend desselben Tages betrat ein Räuber eine Trafik in Oberndorf. Er war mit einem Steakmesser bewaffnet und flüchtete dann. Seine Beute betrug 750 Euro. Die Polizei konnte den Mann ein paar Tage später ausforschen. Es handelte sich um einen damals 30-jährigen Deutschen. Vor Gericht gab er an, dass ihn Geldnot zur Tat getrieben hatte. Er bekam 6,5 Jahre Haft.
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