Salzburg | Chronik

Salzburger Polizei führte auf Spur eines Drogenrings

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Bei der Zerschlagung eines weltweit agierenden Drogenringes hat die Salzburger Polizei mit ihren Ermittlungen einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet.

Salzburger Polizei führte auf Spur eines Drogenrings

Suchtgift, Bargeld und Waffen wurden sichergestellt. Bild: SN/polizei

Nach der Festnahme von zwölf Dealern Ende des Jahres 2012 stellte sich bei den Einvernahmen heraus, dass viele der in Umlauf gebrachten Drogen im Wert von 160.000 bis 230.000 Euro über das Internet bezogen wurden. Weitere Nachforschungen von Salzburger Polizisten führten auf die Spur des internationalen Drogenrings. Bei einer Razzia vorige Woche in Deutschland wurden vier Verdächtige festgenommen.

Die in Salzburg festgenommenen Dealer - ein Zugriff erfolgte in Oberösterreich - wurden bereits strafrechtlich verurteilt, zum Teil aber nicht rechtskräftig. Einige haben ihre unbedingte Haftstrafen auch noch nicht verbüßt. Drei Dealer sollen ihre Drogen - es handelte sich unter anderem um Amphetamine - von einem Deutschen aus Bayern erhalten und sie dann in großem Stil weiterverkauft haben.

Ein wesentlicher Impuls für die internationalen Ermittlungen kam offenbar aus Salzburg. Eingebunden waren vor allem Beamte der Schengenfahndung der AGM Wals-Siezenheim, die Suchtmittelgruppen im Tennengau, Pongau und Flachgau sowie das Landeskriminalamt Salzburg. 19 Hausdurchsuchungen wurden im Vorjahr durchgeführt. Ins Rollen kam die Aktion Ende Oktober 2012, als Schengenfahnder einen 24-jährigen Bosnier vor einem Szene-Lokal in Hallein mit 130 Gramm Speed und anderen Drogen erwischten, die er dort verkaufen wollte. Die Ermittlungen führten dann zu einem 19-jährigen Deutschen, bei dem der 24-Jährige Speed, Ecstasy, Cannabis-Produkte, Kokain und die Designerdrogen MDMC und MDMA bezogen hatte.

Die Suchtmittel wurden vorwiegend über eine anonyme Internetanbieterplattform bei einem deutschen Lieferanten bestellt. Gebunkert wurde die Ware in der Wohnung eines 23-jährigen Hauptdealers in Pongau. Die Drogen wurden über vier Händler und einige Sub-Dealer weiterverkauft. Bei den zwölf damals festgenommen Personen handelte es sich größtenteils um arbeitslose Österreicher im Alter von 20 und 30 Jahren.

Die Salzburger und Wiener Polizei - auch in Wien war es 2012 zu Festnahmen gekommen - führten ihre Untersuchungsergebnisse unter Einbindung des Bundeskriminalamtes zusammen. Gemeinsam und anhand von grenzüberschreitenden Erhebungen kam man auf jenen Drahtzieher, der gestern in Deutschland verhaftet wurde. Vertrieben wurden die Drogen über die Online-Plattform "Silk Road".

Die Polizei in Salzburg zeigte sich allerdings nicht erfreut darüber, dass bereits am Dienstag die Öffentlichkeit über die Zerschlagung des internationalen Drogenrings informiert wurde. Denn es waren in dieser Woche noch Einvernahmen von jenen Häftlingen geplant, die in dieser Causa in der Justizanstalt Salzburg hinter Gitter sitzen. Die "Hauptdealer" haben ihre unbedingten Haftstrafen von zwei Jahren und zehn Monaten sowie von drei Jahren und dreieinhalb Jahren noch nicht verbüßt.

 
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