Salzburg | Chronik

Risiko Feuerwerk: 25 Verletzte in Silvesternacht 2011/12

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Um die Jahreswende boomt das Geschäft mit Knallern, Böllern und Raketen. Rund 14 Millionen Euro werden in Österreich jährlich für den Kauf von Feuerwerkskörpern ausgegeben.

Risiko Feuerwerk: 25 Verletzte in Silvesternacht 2011/12

Risiko Feuerwerkskörper. Bild: SN/dapd

Doch die Lust an Knall, Blitz und Feuer hat mitunter Folgen: Laut dem SPÖ-Konsumentenschutzsprecher wurden in der vergangenen Silvesternacht 25 Personen durch Feuerwerkskörper verletzt. Die Dunkelzimmer dürfte aber deutlich höher liegen, vor allem bei Schäden am Gehör.

Laut einer parlamentarischen Anfragebeantwortung das Innenministeriums gab es in der Silvesternacht 2011/2012 genau 1.178 Anzeigen nach dem Pyrotechnikgesetz - eine Zunahme von fast zehn Prozent gegenüber dem Silvester im Jahr davor. Die meisten Verstöße im Bundesländervergleich gab es in Niederösterreich (421), Wien (247) und der Steiermark (221), die Schlusslicher bildeten das Burgenland (5) und Kärnten (11).

Zugenommen haben auch die Personenschäden durch Feuerwerkskörper: Von 21 auf zuletzt 25 Fälle. Diese Zahl entspricht allerdings dem Schnitt der vergangenen fünf Jahre. Die meisten Verletzungen gab es mit jeweils fünf in Wien und Vorarlberg, Kärnten blieb - laut Statistik - "unfallfrei", im Burgenland verletzte sich eine Person.

Die Zahl der Unfälle mit Sachschäden, die durch Feuerwerkskörper verursacht wurden, etwa Brände, ist in der Silvesternacht im Vergleich zu 2010/2011 von 290 auf 205 gesunken, zu den Jahreswechseln der vergangenen Jahre lag der Wert aber jeweils deutlichen niedriger (2009/2010 etwa bei 145 Unfällen). Spitzenreiter bei den Sachschadenunfällen ist mit großem Abstand Wien (115), auf den Plätzen folgen NÖ (32) und Vorarlberg (22).

Maier verwies in seiner Aussendung auf die negativen Folgen der Silvesterknallerei: Gerade alte und kranke Menschen, Kleinkinder sowie Tiere würden psychisch durch die massive Knallerei belastet. Daneben steige auch die Gesundheitsbelastung insbesondere durch Feinstaub sowie Schwermetall- und Perchloremissionen. Alleine in Deutschland seien alljährlich 8.000 Menschen von einem Knalltrauma zu Silvester betroffen. Die Folgen reichen bis zu einem lebenslang bleibendem Hörverlust. Für Österreich liegen laut Maier keine gesicherte Gesamtzahlen vor, er schätzt die Zahl der Österreicher, die alljährlich einen Hörschaden von Silvester davontragen auf "mehrere Hundert."

Verantwortlich dafür seien zumeist die sogenannten "Schweizerkracher". Diese würden bis zu 170 Dezibel erreichen - die mehrfache Lautstärke eines Düsenjets. Das Verkaufsverbot an unter 16-Jährige werde hierzulande aber oft umgangen. Schwere Verletzungen seien aber auch Folge von unsachgemäßem Hantieren mit Feuerwerkskörpern. Maier wies exemplarisch auf einen Fall in Niederösterreich hin, wo im Vorjahr ein 37-jähriger Mann fünf "Piraten" zusammenband und zündete. Der Knallkörper explodierte noch in seiner Hand, drei Finger wurden abgerissen.

Österreichweit wurden laut der parlamentarischen Anfragebeantwortung im Zeitraum von 4. Jänner 2011 bis 3. Jänner 2012 rund 4.200 pyrotechnische Gegenstände kontrolliert, bis zum 1. Oktober 2012 immerhin 6,3 Tonnen Feuerwerkskörper beschlagnahmt - nahezu eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr. Das geht Maier aber zu wenig weit: Er fordert, die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen schärfer zu kontrollieren und tritt für eine Verschärfung des Pyrotechnikgesetzes ein, welches erst im Jahr 2010 in Kraft getreten ist.

 
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KOMMENTARE (1)
 

Bi Stille Nacht

29.12.2012 
14:27 Uhr

umso schwerer nachzuvollziehen, warum die Stadtverwaltung von Salzburg, wider geltendes Bundesrecht, ihr gesamte Stadt für 13 Stunden den Böllern aussetzt.

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