Salzburg | Chronik

Mord in Köstendorf: Polizei steht kurz vor Aufklärung

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SN exklusiv: Im Mordfall Johanna T. (83) von Köstendorf steht die Polizei kurz vor einem Fahndungserfolg. Die drei Verdächtigen sind der Polizei jetzt bekannt - sogar namentlich.

Mord in Köstendorf: Polizei steht kurz vor Aufklärung

Der Tatort in Köstendorf: Am 4. Dezember kam es zum Raubmord. Dreieinhalb Wochen später kennt die Polizei die Verdächtigen. Bild: SN/Ratzer

Es handelt sich um drei Rumänen. Die Auswertung der DNA-Spuren hat mehrere Übereinstimmungen in den Datenbanken ergeben. Nicht nur, dass die Männer in Straßwalchen Anfang September einen Bauern (79) überfallen und mit einem Messer verletzt haben, auch in St. Johann haben sie Ende Oktober versucht, in zwei Wohnhäuser einzubrechen. Darüber hinaus gibt es Tatorte in Vorarlberg und Deutschland, bei denen sie ähnlich vorgegangen sind. Die Spuren decken sich. Seit dem Mord in Köstendorf haben sich in den vergangenen dreieinhalb Wochen viele Indizien ergeben, die die Polizei auf die Fährte der drei Rumänen brachte.

Konkrete Ergebnisse im Jänner

Die Ermittlungen seien daher sehr weit fortgeschritten, heißt es. Mittlerweile gibt es Kontakt zu Polizei und Staatsanwaltschaft in Rumänien. Der internationale DNA-Abgleich läuft unterdessen weiter. Je nachdem, wie schnell die Behörden in Rumänien über den Jahreswechsel ermitteln, rechnet die Polizei im Jänner mit konkreten Ergebnissen.

In der Gemeinde Köstendorf ist der Raubmord an der ehemaligen Arztwitwe noch immer ein großes Thema. Bei einer Präventionsveranstaltung der Polizei haben sich über 20 besorgte Bürger aus Köstendorf und den Umlandgemeinden von den Experten des Landeskriminalamts beraten lassen.

"Ein bisschen Ruhe eingekehrt"

Bürgermeister Wolfgang Wagner sagt: "Es ist jetzt doch ein bisschen Ruhe eingekehrt. Wenn man mit den Leuten im Ort spricht, hat man das Gefühl, dass sie viel aufmerksamer sind." Es werde seit dem furchtbaren Verbrechen viel mehr und viel offener diskutiert als früher. "Die Leute tauschen sich aus, mit den Nachbarn oder am Stammtisch. Sie schildern ihre Beobachtungen und fragen, ob man die oder jene kennt. Die Dorfgemeinschaft ist seither enger zusammengerückt", sagt der Ortschef. Der Mord habe Köstendorf wie ein Blitz aus heiterem Himmel getroffen. "Wir waren plötzlich mit dieser schrecklichen Situation konfrontiert. Wir sind aber offen damit umgegangen. Das hat den Menschen auch ein bisschen die Angst genommen", schildert Wagner. Sein Wunsch sei es, dass das Verbrechen so schnell wie möglich aufgeklärt werde. "Das würde zusätzlich zur Beruhigung beitragen und den Menschen wieder mehr Sicherheit geben."

Die Arztwitwe Johanna T. (83) wurde am 4. Dezember um 15 Uhr mit Kleidungsstücken gefesselt und geknebelt in ihrem Haus am Moosweg in Köstendorf gefunden. Eine Ärztin wollte zu diesem Zeitpunkt zur Visite kommen und sah das eingeschlagene Fenster. Die Polizei hatte wenig später das Foto aus der Überwachungskamera einer Bank mit drei Verdächtigen parat. Sie wurden schon Tage zuvor in Köstendorf beobachtet. Die Gerichtsmedizin konnte DNA-Spuren von den Fesseln sichern und abgleichen.

 
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KOMMENTARE (1)
 

Arno2

28.12.2012
15:40 Uhr

Verdächtige könenn nur mit ihrem Namen bekannt sein, ansonten sind sie unbekannt, Menschen kennt man überhaupt nur mit dem Namen.

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