Lisa & Lisa auf dem Sprung nach Indien
Von Barbara Haimerl | 15.09.2012 - 07:59

Lisa und Lisa: Auf dem Sprung nach Indien. Bild: SN/Schweinöster
Sie heißen beide Lisa, kommen beide aus dem Pinzgau, saßen acht Jahre lang in der gleichen Schulklasse im BG Sport RG Saalfelden und sind beide 18 Jahre alt. Seit heuer haben sie die Matura in der Tasche.
Noch eine Gemeinsamkeit verbindet die zwei Lisas: Am 27. September werden sie in ein Flugzeug steigen, nach Indien abheben und in den nächsten vier Monaten als unbezahlte Freiwillige in einer Schule für die Ärmsten der Armen arbeiten.
"Wir wollen vor Beginn einer Ausbildung Erfahrung im Ausland sammeln", erklärt Lisa Öller aus Saalfelden. Sie ist sozial interessiert und offen für andere Länder und Kulturen. Dass die Reise nach Indien geht, hat mit einer TV-Dokumentation über die Arbeit des Vereins "Learn for Life" zu tun, der in der Stadt Varanasi mit Spendengeldern aus Österreich und Deutschland die Badi-Asha-Schule aufgebaut hat. Dort bekommen Kinder aus bitterarmen Familien eine Ausbildung.
"Der Fernsehbericht hat mich fasziniert", sagt Lisa Bacher. Sie ist gebürtige Inderin, lebt aber seit dem zweiten Lebensjahr bei ihren Adoptiveltern in Leogang und war noch nie auf dem Subkontinent. Lisa und Lisa setzten sich kurzerhand mit Maido Seilern in Verbindung, der Vorsitzenden des Vereins in Österreich. Sie lud die jungen Frauen ein, als Freiwillige an der Schule zu arbeiten. Sie werden den Englischlehrern zur Hand gehen und den Kindern unter anderem durch Spiele Gelegenheit bieten, die Sprache zu üben.
Bis zu ihrem Abflug sammeln die beiden Pinzgauerinnen noch fleißig gebrauchte, aber funktionstüchtige Laptops und Notebooks. Sie sollen den größeren Kindern zugute kommen, die in der Badi-Asha-Schule Computerunterricht bekommen. Daran nehmen Jugendliche aus der nächsten Umgebung teil, die keinen Zugang zu Computern haben.
Zehn Geräte haben die beiden von Verwandten, Bekannten und Freunden bisher bekommen. Sie sind bereits im Gepäck eines Bekannten, der geschäftlich in Indien zu tun hatte, in Varanasi angekommen.
"Die Laptops sollten eine Akkulaufzeit von einer Stunde haben, sonst müssen sie nichts Besonderes können", sagt Lisa Bacher. Wer seinen Laptop nicht mehr brauche, sei herzlich eingeladen, ihn zu spenden.
Auf Indien haben sich die beiden gut vorbereitet. "Wir werden aber sicher einen Kulturschock haben", sagt Lisa Öller mit einem Augenzwinkern.
Wenn die beiden Lisas Anfang 2013 aus Indien zurückkommen, werden sich ihre Wege wahrscheinlich trennen. Lisa Öller will in Wien Biotechnologie studieren. Lisa Bacher ist noch unentschlossen. Sie liebäugelt mit einem Studium der Innenarchitektur in Graz oder Innsbruck. Auch Infodesign interessiert sie.
Bis es so weit ist, zählt für die beiden nur eines: Auf nach Indien.
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