Frost bleibt und Lawinengefahr steigt
Von Othmar Behr | Aktualisiert vor 109 Tagen

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Die gute Nachricht: Minustemperaturen für das Buch der Rekorde sind in den kommenden Tagen nicht
zu erwarten. "Der Dauerfrost bleibt uns allerdings erhalten und es wird ein wenig ungemütlicher, weil die Sonne in den nächsten Tagen verdeckt bleibt", sagt Claudia Riedl von der Salzburger Außenstelle der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Freitag, "die kontinentale Kaltluft aus Russland ist beherrschend."
In Stadt und Land Salzburg werden Nachttemperaturen bis zu minus zwanzig Grad erwartet. Die Tageshöchstwerte werden bei minus acht Grad liegen. Der Lungau gilt zwar als Kältepol, doch diesmal verteilt sich der Frost flächendeckend im Land. Claudia Riedl: "In Rauris und in Saalbach war es zuletzt kälter als im Lungau. An der allgemeinen Lage wird sich bis Donnerstag nichts ändern. Erst ab kommendem Freitag wird es wieder Temperaturen über null Grad geben."
Ein Blick auf das Biowetter: Die Kälte kann Rheumatikern zu schaffen machen und bei Atemwegserkrankungen ist Vorsicht geboten. Allgemein gilt "leichte Belastung" auch in den Kategorien Bluthochdruck, Herz-Kreislauf und Koliken.
Neuschnee ist für absehbare Zeit nicht in Sicht. Dichte Flocken fallen in Rom und in der Türkei, im Großraum Salzburg wird es nur vereinzelt schwachen weißen Niederschlag geben. Experten warnen allerdings vor falschen Schlüssen. Tiefe Temperaturen und fehlender Neuschnee, das ergibt keine Entwarnung bei der Lawinengefahr. Im Gegenteil: Auf der fünfstufigen Skala gilt derzeit die Stufe drei (erheblich). Besonders kritisch sind die Bereiche oberhalb von rund 1700 Metern Seehöhe.
Der Grund ist einleuchtend: Je nach Windstärke sammelt sich Triebschnee an. Die Einwehungen können umfangreich werden. Bereits das Gewicht eines Skifahrers reicht, um auf so einer Unterlage eine Lawine auszulösen. Norbert Altenhofer vom Salzburger Lawinenwarndienst rät vor dem Aufbruch zum Skivergnügen zu einer umfassenden Information: "Das Wissen um die Warnstufe ist zu wenig. Es müssen alle Informationen ernst genommen werden." Der ausführliche aktuelle Lagebericht mit Detailinfos für die Regionen kann unter dieser Internetadresse abgerufen werden. Altenhofer richtet einen Appell an alle Wintersportler, die sich in potenziell gefährliche Zonen wagen, sich Zeit zu nehmen und die Lageberichte bis zur letzten Zeile durchzulesen.
Nicht nur im Gebirge, auch in der Ebene verändert die Kälte den Alltag. Der Mobilitätsclub ÖAMTC registriert landesweit "noch nie dagewesene Rekordeinsätze. Pro Tag rücken wir über 500 Mal aus", schildert Herbert Thaler, Leiter der ÖAMTC-Pannenhilfe.
Nicht nur streikende Batterien sind Gründe, es gibt Probleme mit dem Kraftstoff und gefrorenen Waschanlagen für die Windschutzscheibe. Thaler empfiehlt, unverdünnten Scheibenfrostschutz zu verwenden.
In der Arbeitswelt sind Kälteferien nicht üblich. "Auch Werte von minus zwanzig Grad sind kein Grund, zu Hause zu bleiben", sagt Christian Rumplmayr von der Arbeiterkammer, "allerdings muss der Arbeitgeber entsprechende Schutzmaßnahmen treffen."
Falken steuern den Zoo an
Im Salzburger Zoo gilt der Winter als hochinteressante Jahreszeit. Schneeleopard, Fischotter, Vielfraß und der Trampeltierhengst fühlen sich im Freien umso wohler, je kälter es ist. Affen wie die Weißhandgibbons wählen spontan aus, ob sie lieber an der frischen Luft oder im geheizten Haus umherturnen. "Wer jetzt den Zoo besucht, kann besonders viel beobachten", schildert Sprecherin Christine Beck-Graninger und fügt hinzu: "Nicht zu vergessen sind unsere ganz speziellen Gäste. In den Wintermonaten besuchen uns Falken und Bussarde. Die Tiere haben erkannt, dass es für sie hier sichere Futterplätze gibt. Woher sie genau kommen, das wissen wir nicht."Mehr Salzburg-Chronik
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