Ein Held, der bis heute nicht vergessen ist
Von (sn-schö). | Aktualisiert vor 101 Tagen
Das waren noch echte Kerle. Ein Freiheitskämpfer wie es ein Anton Wallner war, der ließ sich nicht aufhalten - bis zum bitteren Ende nicht. Der Tod ereilte den in Krimml geborenen Landesverteidiger allerdings nicht im Unterholz, sondern in der Großstadt. "An Händen und Füßen gegurtet und vom Fieber geschüttelt", so heißt es in der Chronik, stirbt er 52-jährig, am 15. Februar 1810, im Allgemeinen Krankenhaus in Wien. Nur fünf Tage später sollte ihm Andreas Hofer in den Tod folgen, erschossen in Mantua.
Zuvor hatten sich die berühmten Freiheitskämpfer monatelang erbitterte Kämpfe gegen die vordringenden Bayern und Franzosen geliefert. An der "Halbstundenbrücke" zwischen Lend und Taxenbach soll Wallner mit nur 400 Mann einer 15-fachen Übermacht bayrischer Soldaten erfolgreich Widerstand geleistet haben. Fünf Mal, so ist überliefert, versuchten die Bayern die Brücke zu stürmen und fünf Mal wurden sie zurückgeschlagen.
Bis heute sind die Heldentaten Anton Wallners im Kampf um die Freiheit nicht vergessen. Um das Gedenken an ihn hoch zu halten, treffen sich alljährlich rund um seinen Todestag die Vertreter der 109 Salzburger Schützenkompanien. Am gestrigen Sonntag marschierten sie in ihren prächtigen Uniformen in Tamsweg auf. "Es gilt den Frieden als wichtigstes Gut zu erhalten, auf keinen Fall darf es wieder Krieg geben", erklärte Schützenobrist Franz Meißl. Die Kameradschaft, betonte er, sei eine Tugend, die man lebe und niemals in Zweifel stellen dürfe.
Trotz der für den Lungau verhältnismäßig milden Wintertemperaturen von minus 13 Grad wurde der Festakt anstatt im Freien in der Pfarrkirche gefeiert. Vor dem Kriegerdenkmal am Marktplatz wurde zuvor ein Kranz niedergelegt.
Militärpfarrer Richard Weyringer hielt den Gottesdienst, musikalisch umrahmt wurde die Messe von der Militärmusik Salzburg.
Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) erklärte in ihrer Rede, die Schützen hätten nicht nur ein waches Bewusstsein für das Erbe aus vergangenen Zeiten. "Sie stellen auch ihren Mann, wenn es gilt, praktische Solidarität an der Gemeinschaft zu zeigen und sich für karitative und gemeinnützige Projekte zu engagieren", sagte Burgstaller. Die für Volkskultur zuständige Landesrätin Tina Widmann (ÖVP) ergänzte, die Schützen lebten auch Werte wie Glauben und Heimatverbundenheit. Mit dem Verdienstzeichen des Landes ausgezeichnet wurden (im Bild oben von links) die Schützenhauptmänner und Oberschützenmeister Markus Auer aus Wals, Josef Braunwieser aus Bergheim, Peter Eisl aus Abersee, Paul Festini aus Thomatal, Wolfgang Höller aus Dorfgastein, Johannes Höllbacher aus Bad Dürrnberg und Johann Hupf aus St. Gilgen. Dem Stabführer der Bürgermusik Tamsweg, Andreas Widmayer, wurde die Anton-Wallner-Gedenkmedaille überreicht. Mit der Defilierung der Schützenkompanien ging die 53. Wallner-Gedenkfeier festlich zu Ende.
Anton Wallner musste zwei Monate vor seinem Tod die geliebte Heimat verlassen. Eigentlich waren die Landesverteidiger im November 1808 nach Unterzeichnung des Friedenskontraktes mit den Franzosen bereits begnadigt worden. Doch die Amnestie wird später widerrufen und auf den Kopf Wallners eine Prämie von 1200 Gulden ausgesetzt.
Als Teppichhändler verkleidet ergreift er die Flucht, seine Familie - immerhin hatte er 16 Kinder - wird als vogelfrei erklärt. Wenige Tage vor Weihnachten wird sein Haus in Matrei geplündert und vernichtet. Die Angehörigen fliehen.
Als der geächtete Freiheitskämpfer in Wien ankommt, wird ihm eine letzte Ehre zuteil. Anton Wallner wird triumphal empfangen, ihm und seiner Familie Hilfe zugesichert. Doch dann ereilt ihn nicht nur die Nachricht von der Zerstörung seines Hauses, sondern auch das fälschliche Gerücht über den Tod seiner Familie. Der Freiheitskämpfer hatte nichts mehr, wofür es sich zu kämpfen lohnte. Es überfällt ihn ein schweres Nervenleiden. Der Held stirbt.
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