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Ansturm auf Tauchgänge im Freibad

Von Stefan Veigl | 29.07.2013 - 10:45

Tauchen mit Pressluft, Ablegen von Schwimmprüfungen und kraxeln am Kletterturm: Der Andrang beim Erlebnistag der Wasserrettung Bischofshofen war am Sonntag nicht nur wegen der Hitze sehr groß.

Ansturm auf Tauchgänge im Freibad

Erlebnistag der Wasserrettung Bischofshofen. Bild: SN/aktivnews



Ein besseres Wetter hätten sie sich nicht aussuchen können für ihren Erlebnistag im örtlichen Schwimmbad: Entsprechend groß war der Ansturm auf die Veranstaltung am Sonntag - organisiert von den Männern und Frauen der Wasserrettung Bischofshofen.

Während sich beim Infostand unweit des Freibadeingangs nur wenige Interessierte tummelten, war der Andrang beim Sportbecken groß: Es bildete sich eine lange Schlange aus Kindern - die vor allem eines wollten: ihren ersten echten Tauchgang mit einer richtigen Pressluftflasche am Rücken absolvieren. Dass es sich dabei nicht um die bunten Korallenriffe des Roten Meeres handelte, sondern nur um das 1,8 Meter tiefe Freibadbecken, nahmen die Kleinen gern in Kauf.

Bevor es losging, wurden sie aber von Raphael (14) von der Wasserrettungsjugend instruiert: "Man muss nur die wichtigsten Zeichen wissen - Daumen hinauf und hinunter zum Auf- und Abtauchen - und zeigen, ob etwas nicht passt oder alles in Ordnung ist."

Der kleine Christian ist schon ganz aufgeregt und heiß auf seinen ersten Tauchgang - und auch schon in voller Montur: "Es ist heute das erste Mal. Die Flasche ist ganz schön schwer." Dann klettert er über die Leiter ins Schwimmbecken - und Tauch-Instruktor Tobias Schwarzenberger von der Wasserrettung wagt mit ihm den ersten Tauchversuch.

Im zweiten Teil des Sportbeckens hat Katharina Löcker das Kommando: "Bei mir kann man verschiedene Schwimmprüfungen absolvieren: Angefangen vom Früh-, Frei- und Fahrtenschwimmer-Abzeichen bis hin zum Allround-Schwimmer." Die ersten Volksschüler, die die Freischwimmerprüfung machen wollen, sind schon im Wasser.

Nun hat die Rettungsschwimmlehrerin Zeit, die Kenntnisse bei ihren kleinsten Schützlingen zu überprüfen. Denn Roman (6), Johannes (8), Raphael (7) und Jan (6) sind heute da, um das Frühschwimmerabzeichen ("Pinguin") zu machen.

Kennen Sie die wichtigsten Baderegeln? Gemeinsam mit Katharina Löcker schaffen die Knirpse es, die wichtigsten aufzuzählen: "Duschen und abkühlen", sagt Johannes. "Und wenn du Ohrenweh hast, gehst du dann ins Wasser?", will Löcker wissen. "Nein", sagen alle vier übereinstimmend. "Und wenn man viel gegessen hat, darf man eine Stunde lang nicht ins Bad hinein", fällt Roman ein. Jan sagt: "Wenn es heiß ist, muss man ein Kapperl aufsetzen . . ."- ". . . und sich einschmieren gegen die Sonne", ergänzt Raphael. "Wenn man reinspringt, muss man schauen, ob da eh niemand schwimmt", weiß Johannes.

Die danebenstehenden Mütter der Buben sind mit den Leistungen ihrer Sprösslinge zufrieden: "Er kann schon schwimmen, seit er vier ist", sagt etwa Raphaels Mutter Claudia Serra. Aber würde sie sich selbst auch zutrauen, im Falle des Falles einen Ertrinkenden aus dem Wasser zu ziehen? "Ja, sicher. Das sagt einem der Hausverstand, dass man da hineinhüpft, wenn man sieht, dass da jemand untergeht."

Romans Mutter, Romana Hippolt, hat für Ängstliche einen Plan B auf Lager: "Man sollte im Ernstfall zumindest laut schreien und Hilfe holen."

Damit aber möglichst viele Pongauer wissen, was im Notfall zu tun ist, um ihren eigenen Nachwuchs zu sichern, hat die Bischofshofener Wasserrettung schon vor 20 Jahren mit dem Aufbau einer Jugendgruppe begonnen - ein Anlass, der auch am Sonntag gefeiert wurde.

Pionier war in diesem Bereich der langjährige Jugendleiter Hannes Mühlbacher. Insgesamt habe er wohl zirka 400 Jugendliche unter seinen Fittichen gehabt, resümiert er.

In den Aktivstand der Wasserrettung übergetreten sei aber nur ein Bruchteil von ihnen, weiß der aktuelle Jugendleiter Herbert Gewolf junior: "Seit 1993 haben wir elf Jugendliche in den Einsatzdienst übernommen. Im Durchschnitt haben wir also alle zwei Jahre jemanden ausgebildet, der uns erhalten geblieben ist."

Am anderen Ende des Freibades haben drei Mitglieder der Bergrettung alle Hände voll zu tun: Sie betreuen den etwa sechs Meter hohen Kletterturm. Janek und Felix versuchen sich gerade darin, ihn zu erklimmen. Gesichert werden sie von Michael Saller und seinem Kollegen.

Aber was macht die Bergrettung beim Erlebnistag der Wasserrettung? Michael Saller: "Wir unterstützen die Kollegen gern. Auch bei den Einsätzen gibt es immer wieder Kooperationen, etwa unlängst beim Hochwasser in Hüttau. Bei Canyoning-Unfällen rücken wir häufig gemeinsam aus. Da müssen wir etwa ein Seilgeländer bauen oder einen Kollegen von der Wasserrettung mit unserer Motorseilwinde in eine Schlucht abseilen."

Zurück beim Sportbecken treffen wir den kleinen Tolgar - nach seinem ersten Tauchgang: "Es war cool." Aber was sieht man beim Tauchen im Freibad? "Viele Füße", sagt der kleine Mann. Und wie schwer ist so eine Pressluftflasche? "Es geht so. Aber jetzt stelle ich mich gleich wieder an, damit ich noch einmal drankomme."

 
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KOMMENTARE (1)
 

Anton R.

29.07.2013
12:55 Uhr

Aber würde sie sich selbst auch zutrauen, im Falle des Falles einen Ertrinkenden aus dem Wasser zu ziehen? "Ja, sicher. Das sagt einem der Hausverstand, dass man da hineinhüpft, wenn man sieht, dass da jemand untergeht." Das ist leider genau falsch und die Wasserrettung hat es sicher auch nicht so vermittelt. Reingehen ist immer die allerletzte Alternative, nachdem alle anderen Hilfeversuche vom Land gescheitert sind. Denn damit riskiert man auch sein eigenes Leben.

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