Salzburg | Chronik

150 Arten: Salzburg stellt Tümpel unter Schutz

|

Sie sind mit freiem Auge nicht einmal zu sehen, und trotzdem wurde ihretwegen in der Stadt Salzburg nun eine kleine Fläche unter besonderen Naturschutz gestellt: Wimpertierchen.

1 von
Weltweit einziges Naturdenkmal „nur“ wegen Artenvielfalt von Einzellern. Bild: SN/naturschutzbund salzburg

Weltweit einziges Naturdenkmal „nur“ wegen Artenvielfalt von Einzellern.

Bild: SN/naturschutzbund salzburg

Weltweit einziges Naturdenkmal „nur“ wegen Artenvielfalt von Einzellern. Bild: SN/naturschutzbund salzburg

Weltweit einziges Naturdenkmal „nur“ wegen Artenvielfalt von Einzellern.

Bild: SN/naturschutzbund salzburg

Weltweit einziges Naturdenkmal „nur“ wegen Artenvielfalt von Einzellern. Bild: SN/naturschutzbund salzburg

Weltweit einziges Naturdenkmal „nur“ wegen Artenvielfalt von Einzellern.

Bild: SN/naturschutzbund salzburg


Unterhalb der Festung Hohensalzburg auf dem sogenannten Krauthügel leben in einem zeitweise austrocknenden Tümpel rund 150 Arten dieser Ciliaten, wie ein vom Wissenschaftsfonds FWF gefördertes Projekt gezeigt hat. Das Naturdenkmal gelte sogar weltweit als einzigartig, informierte der FWF am Montag.

Vor drei Jahren wäre die rund 30 mal 50 Meter große Fläche für die Wimpertierchen beinahe zerstört worden: Im Zuge eines Kunstprojekts wurde der zeitweise trocken liegende Tümpel nämlich mit Erde aufgefüllt. Dem raschen Engagement des Biologen Wilhelm Foissner von der Universität Salzburg und seinem Team war es zu verdanken, dass der Besitzer die Erde rechtzeitig wieder entfernte und die Stadt Salzburg das Gewässer zum Naturdenkmal erklärte.

Eine aktuelle Publikation des Salzburger Teams im Fachjournal "Diversity" zeigt, wie sehr dieser Sonderstatus berechtigt ist. "Wir beobachten und analysieren diese Wasserfläche schon seit 30 Jahren. Über 100 Arten von Ciliaten haben wir dort gefunden, von denen zehn unbeschrieben waren", so Foissner. Den Artenreichtum führt er auf die abwechselnden Feucht- und Trockenphasen zurück.

Was macht nun die Einzigartigkeit dieser Unterschutzstellung aus? Auf der ganzen Welt ist kein Ort bekannt, der "nur" aufgrund seiner einzelligen Biodiversität unter Schutz gestellt wurde. "Protisten - also Lebensformen, die nicht Pilz, Tier oder Pflanze sind - gelten gemeinhin als Kosmopoliten. Schutzwürdig aber gelten Arten, die nur (noch) regional begrenzt vorkommen. Tatsächlich wissen wir aber heute, dass auch ein gutes Drittel der Protisten eine eingeschränkte Verbreitung hat", so Foissner. Dies vermutet er auch bei fünf der neuen Arten, die er und sein Team auf dem Krauthügel nachweisen konnten.

In der Veröffentlichung in "Diversity" argumentiert der Salzburger Professor, dass gerade die neuen Arten den besonderen Schutzstatus erforderlich machen, weil einige von ihnen durchaus nur dort (endemisch) vorkommen könnten.

 
Teilen
Facebook Twittern Google+ Versenden Drucken
0
 
ANZEIGEN
Dieser Artikel kann nicht kommentiert werden
 
KOMMENTARE (0)