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Privatgymnasium St. Ursula öffnet Burschen die Tür

Von Othmar Behr (sn) | 06.07.2013 - 00:00

Neuerung. Nach 318 Jahren als Schule für Mädchen wird im Privatgymnasium der Ursulinen ein neues Kapitel aufgeschlagen.

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<strong>Noch ist St. Ursula</strong> eine Mädchenschule. Mit dem Schuljahr 2014/15 ändert sich das. Bild: SN/othmar behr

Noch ist St. Ursula eine Mädchenschule. Mit dem Schuljahr 2014/15 ändert sich das.

Bild: SN/othmar behr

„Nur beste Erfahrungen mit Koedukation.“ Maria Elisabeth Göttlicher, Vorsitzende St. Ursula Bild: SN/othmar behr

„Nur beste Erfahrungen mit Koedukation.“ Maria Elisabeth Göttlicher, Vorsitzende St. Ursula

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Ab dem kommenden 1. Oktober beginnt im Salzburger Privatgymnasium St. Ursula an der südlichen Stadtgrenze eine neue Zeit: Erstmals können Eltern auch Buben für den Unterricht einschreiben lassen.

"Die Entscheidung ist gefallen. Wir sind keine Mädchenschule mehr. Wir freuen uns auf die Burschen, die ab dem Schuljahr 2014/15 zu uns kommen. Das wird unserer Schule einen frischen Schub verleihen", sagte am Dienstag die Direktorin Eva Maria Vogel im Beisein von Sr. Maria Elisabeth Göttlicher, Vorsitzende des Vorstands des Schulvereins St. Ursula Österreich.

"Salzburg ist die letzte Schule von St. Ursula Österreich, die zur Koedukation übergeht. Wir haben in den anderen Schulen schon die besten Erfahrungen damit gemacht", meinte Maria Elisabeth Göttlicher.

Der Schritt erfolgte nicht spontan. Schon beim im Jahr 2003 begonnen Umbau der Schule wurden die Grundlagen zur Umstellung mit dem Bau eines zweiten Turnsaals und mit zusätzlichen sanitären Einrichtungen gelegt.

"Wir folgen der gesellschaftlichen Entwicklung und wir erfüllen den Wunsch vieler Eltern, die nicht nur ihre Töchter gern in unsere Schule schicken", erläuterte Eva Maria Vogel und fügte hinzu: "Es ist ein großer Schritt und ich muss zugeben, dass es schon etwas Besonderes war, die Mädchenschule St. Ursula zu sein."

Die Einschreibungen können für die jeweils ersten Klassen der Unterstufe und der ab dem kommenden Schuljahr schon zweigeteilten Oberstufe erfolgen. In der Oberstufe besteht die Wahl zwischen den Schwerpunkten "ART" (musisch kreativ) und Sprachen.

Zu den Beweggründen für den Schritt berief sich Maria Elisabeth Göttlicher auf die Ordensgründerin, die heilige Angela, wonach man etwas neu ordnen soll, wenn es sich gemäß der Zeiten und Bedürfnisse ergeben sollte. "Aber die heilige Angela hat keine Schulen gegründet. Das kam später. Die Ursulinen haben damit begonnen, Mädchenschulen zu gründen, weil es im 16. Jahrhundert keine Bildungschancen für Mädchen gegeben hat", sagte die Vorsitzende, "in Wien wurde der Weg der Mädchenschule schon vor zwanzig Jahren verlassen. Auch weil Eltern von Geschwisterkindern diesen Wunsch vorgebracht haben."

Schulintern bedarf es für den Lehrkörper intensiver Vorbereitungen auf das neue Zeitalter. Den Sexualkundeunterricht wird es gemeinsam im Klassenverband geben. Maria Elisabeth Göttlicher: "Das ist selbstverständlich. Allerdings wird bei sexuellen Fragen die Rolle der Schule stark überbewertet. Die jungen Leute wissen schon sehr viel, bevor sie es an der Schule erfahren."

Neu bei St. Ursula ist auch die Zuerkennung eines EMAS-Zertifikats. Dabei handelt es sich um ein Umweltmanagement nach Verordnungen der EU. "Es ist ein Paket vom umweltschonenden Beheizen des Gebäudes bis zur Mobilität von Schülern und Lehrern", erläuterte Margit Wagner, bei St. Ursula für EMAS zuständig.

Im November gibt es einen Wechsel an der Spitze. Eva Maria Vogel übergibt die Leitung an die neue Direktorin Herlinde Achleitner aus Wien.

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