Von (sn-sb). | 23.06.2012 - 00:00
Trendumkehr. Erstmals seit der weltweiten Wirtschaftskrise steigt das Engagement der Mitarbeiter international wieder an.
Zum ersten Mal seit Beginn der weltweiten Wirtschaftskrise steigt das Engagement der Mitarbeiter international wieder an. Das zeigt die aktuelle Studie "Trends in Global Engagement", für die Aon Hewitt Daten von 3100 Unternehmen mit mehr als 9,7 Millionen Mitarbeitern weltweit ausgewertet hat.
Der globale Engagement-Wert betrug 2011 demnach 58 Prozent und somit zwei Prozent mehr als im Vorjahr. In Europa bezeichnen sich dagegen nur 52 Prozent der Mitarbeiter als engagiert, immerhin ein Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Bernhard Stieger, Geschäftsführer von Aon Hewitt in Österreich: "Für den Aufwärtstrend zeichnen die Unternehmen verantwortlich, die trotz Krise kontinuierlich in das Engagement ihrer Mitarbeiter investiert haben. Ihre Mitarbeiter erkennen vor allem Verbesserungen in der Führungskultur und ihrer Arbeitsumgebung."
Oftmals innerlich schon gekündigt
Dennoch hat laut Studie jeder vierte Arbeitnehmer weltweit innerlich bereits gekündigt. "Die Unternehmen sind in der aktuellen Situation mehr denn je gefordert, das Engagement ihrer Mitarbeiter zu fördern", fordert Stieger. Aufgrund der weiterhin unsicheren wirtschaftlichen Situation 2012 sei ein hohes Mitarbeiter-Engagement noch entscheidender als unter stabileren Bedingungen. Nur so sei es möglich, langfristig Wettbewerbsvorteile zu sichern.
Karrierechance als Motivator
Wichtigster Engagement-Treiber weltweit sind die Karrieremöglichkeiten der Mitarbeiter. Sie werden in allen Regionen zuerst genannt, nur in Lateinamerika liegen sie hinter der Anerkennung durch den Vorgesetzten zurück. Auch diese ist weltweit unter den Top fünf der Engagement-Treiber zu finden. In Europa spielen daneben Unternehmensreputation, Innovation und die interne Kommunikation eine wichtige Rolle. Letztgenannter kommt auch im globalen Vergleich große Bedeutung zu. Laut Studie sind nicht in allen Teilen der Erde und in allen Branchen die gleichen Faktoren gleich wichtig. Für Unternehmen gilt es herauszufinden, welche Anforderungen ihre Mitarbeitergruppen haben, und bei jenen Engagement-Treibern anzusetzen, die die größte Wirkung versprechen. Ein Patentrezept gibt es jedenfalls nicht.
Bessere wirtschaftliche Daten
Stieger: "Die Auswertung der Daten zeigt klar, dass Unternehmen mit starkem Mitarbeiter-Engagement höhere Renditen erwirtschaften als durchschnittliche Unternehmen."