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Der Energieausweis hat zu wenig Aussagekraft

Die Nichtvorlage eines Energieausweises beim Verkauf einer Immobilie ist seit Dezember 2012 in Österreich strafbar. Viele Käufer fühlen sich dennoch nicht ausreichend informiert.

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Der Energieausweis hat zu wenig Aussagekraft

Viele Menschen sind ratlos angesichts der fehlenden Aussagekraft des Energieausweises. SN/Bilderbox.com



Seit einigen Jahren gibt es die sogenannte Vorlagepflicht für Energieausweise bei Verkauf oder Vermietung. Mit 1. Dezember wurden die Bestimmungen verschärft. Doch was Kritiker schon seit Jahren bemängeln, wurde damit nicht beseitigt: die mangelnde Aussagekraft des Energieausweises bzw. der in Inseraten anzuführenden Kennzahlen. Diese Informationen sind nur für Spezialisten verständlich, ein "normaler" Kaufinteressent ist damit vielfach überfordert. Das bestätigt eine Umfrage von Immobilienscout24.

Schlechtes Zeugnis

Mit 1. Dezember haben demnach nicht nur viele Makler bestimmte Immobilien aus der Vermarktung genommen, nur jeder zehnte Käufer fühlt sich durch den Energieausweis auch gut informiert. Die Energiekosten sind ein wichtiger Entscheidungsfaktor. Laut dem Immobilienbarometer achten rund 84 Prozent der Käufer auf den energetischen Zustand einer Immobilie. Aufschluss darüber sollte eigentlich der Energieausweis geben, doch ein Großteil der Käufer stellt dem Energieausweis ein schlechtes Zeugnis aus. 70 Prozent der Immobilienkäufer fühlen sich durch den Energieausweis gar nicht oder nur teilweise informiert. Mehr als ein Drittel (36 Prozent) kritisiert, dass der Energieausweis nur über den Energieverbrauch, nicht aber über den energetischen Zustand eines Kaufobjekts informiert. Nur jeder zehnte befragte Käufer hält den Energieausweis für informativ und hilfreich.

Weniger Angebote

"Viele Immobilien mussten mangels Energieausweis aus der Vermarktung genommen werden. Zahlreiche Käufer und Mieter wünschen sich zum energetischen Zustand ihres Wunschobjekts außerdem ganz andere Informationen", betont Country-Manager Patrick Schenner: "Das nennt man dann wohl Gesetzgebung am Bürger vorbei und es ist auch eine gewisse Form der Entmündigung." Doch worauf achten Interessenten konkret, bevor sie sich für oder gegen einen Kauf entscheiden? Rund 72 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Hauptaugenmerk auf der Heizungsanlage liegt. Rund 70 Prozent stufen Fenster mit Doppelverglasung als sehr wichtig ein. Für 63 Prozent ist die Dämmung der Außenwände kaufentscheidend. Schlusslicht - trotz wachsenden Umweltbewusstseins - sind Solarthermieanlagen (rund acht Prozent) und Photovoltaikanlagen (4,5 Prozent).
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