Österreich | Wirtschaft 

Männer verdienen um 27 Prozent mehr als Frauen

Von Apa | 12.07.2012 - 15:17

In der österreichischen Privatwirtschaft verdienen Männer um 26,7 Prozent mehr als Frauen. Während Männer 2010 13,99 Euro Bruttostundenlohn verdienten, waren es bei Frauen laut Statistik Austria 11,04 Euro.

Männer verdienen um 27 Prozent mehr als Frauen

Abstand bei Bruttostundenlöhnen verringert. Bild: SN/apa (dpa/archiv)

Bei der letzten Erhebung für das Jahr 2006 lagen die Männer mit 12,57 Euro noch um 29,5 Prozent vor den Frauen, die auf 9,71 Euro kamen. Die Verdienstlücke verkleinerte sich also um 2,8 Prozentpunkte. Anders betrachtet verdienten Frauen um 21,1 Prozent weniger als Männer, die Lücke verkleinerte sich so gesehen um 1,6 Prozentpunkte. In den vier Jahren zwischen 2006 und 2010 sind die Bruttolöhne für Frauen um 13,7 Prozent, jene für Männer um 11,3 Prozent gestiegen.

Vor allem in den Altersgruppen ab 30 Jahren bleiben die Verdienste der Frauen deutlich hinter jenen der Männer zurück. Mit zunehmenden Alter steigen zwar generell die Verdienste, bei Frauen allerdings nicht so stark wie bei Männern.

"Endlich ein kleiner Silberstreifen am Horizont", so Frauenministerin Heinisch-Hosek in Reaktion auf die aktuellen Daten. Es zeige sich, dass die unterschiedlichen Maßnahmen für mehr Transparenz bei den Einkommen wirkten. Allerdings sei eine Einkommensschere mit 26,7 Prozent nach wie vor viel zu groß. "Nicht einmal drei Prozent Verringerung in vier Jahren ist nicht die Dimension, die ich mir vorstelle. Hier sollten wir einen Gang zulegen", meinte Heinisch-Hosek.

Nur auf freiwillige Frauenförderpläne zu setzen, reiche nicht, so die Frauensprecherin der Grünen, Judith Schwentner. Sie fordert ein Ende der Einkommensdiskriminierung.

AK-Präsident Tumpel fordert ein Maßnahmenbündel, damit die Lohnschere zusammengeht. Dazu gehöre der Ausbau qualitativ hochwertiger Betreuungsplätze, die Förderung der Väterbeteiligung bei der Kinderbetreuung durch Einführung eines Papamonats, gleiche Zugangschancen für Frauen und Männer zu den verschiedenen Berufen und gleiche Karrierechancen.

 
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KOMMENTARE (1)
 

Alwis Telering

15.07.2012
11:10 Uhr

Wieder einmal wird uns Männern ein schlechtes Gewissen zu machen versucht. Bei diesen regelmäßig wiederkehrenden Artikeln fehlt der Hinweis auf die Hauptursachen für das geringere Einkommen von Frauen: 1. Die Tatsache, daß Frauen Mütter werden und meistens einige Jahr zuhause (unentgeltlich) arbeiten und nachher zum Teil zuhause und zum Teil außer Haus arbeiten. 2. Die Vorliebe der Frauen zu Berufen, die eher lohnintensiv sind und daher schlechter bezahlt werden können (soziale Berufe, Frisörin, Gastgewerbe etc.). Mein Lösungsvorschlag: Ein Müttergehalt einführen und damit die Leistung der Mütter in der Kinderbetreuung zuhause anerkennen.

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