Österreich | Kultur 

Ulrich Seidl wegen Blasphemie angezeigt

Von Apa | 03.09.2012 - 10:40

Ulrich Seidl bekommt wegen des zweiten Teils seiner Trilogie, "Paradies: Glaube" Probleme mit der Justiz in Italien. Die katholische Organisation "NO 194" hat den Filmemacher wegen Blasphemie angezeigt.

Ulrich Seidl wegen Blasphemie angezeigt

"Paradies: Glaube" sorgt für Aufregung. Bild: SN/apa (coproduction office)

Die Anzeige wurde vom Rechtsanwalt Pietro Guerini, Präsident der katholischen Organisation, bei der Venediger Staatsanwaltschaft eingereicht. Ins Visier Guerinis ist vor allem Maria Hofstätters Masturbationsszene mit einem Kruzifix geraten.

Guerini hofft auf eine beispielhafte Strafe für den Filmemacher. "Meiner Ansicht nach würde er sogar eine Haftstrafe verdienen, weil er mit seinen blasphemischen Szenen nicht nur die katholische Religion, sondern auch diejenige beleidigt, die Katholiken sind. Laut italienischem Recht wird es jedoch lediglich zu einer Geldstrafe kommen. Uns geht es aber nicht so sehr um die Strafe, sondern um die Verurteilung", sagte Guerini im Gespräch mit der APA.

"Im Gegensatz zu den Moslems reagieren wir Katholiken nie, wenn unsere Religion beleidigt wird, doch diesmal ist die Grenze der Toleranz überschritten worden. Italien und Österreich sind Länder mit katholischer Tradition, die verteidigt werden muss", sagte der aus der lombardischen Stadt Bergamo stammende Rechtsanwalt.

"Es ist mir bewusst, dass mit der Anzeige das Interesse um Seidls Film noch mehr steigen wird. Ich hoffe jedoch, dass meine Initiative andere abhalten wird, die katholische Religion zu beleidigen", so der Rechtsanwalt.

Guerini hat vor drei Jahren "NO 194" gegründet. Die Organisation hat circa 10.000 Mitglieder. Es handelt sich laut Guerini um den stärksten italienischen Verband, der sich gegen die Schwangerschaftsunterbrechung einsetzt.

 
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KOMMENTARE (1)
 

philbert desanex

04.09.2012
17:25 Uhr

Köstlich! Leute, welche eine auf ein Sexsymbol genagelte (fast) nackte Leiche anbeten, sind beleidigt. (LOL)

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