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Seer auf Platz 1 der Charts: Sänger Jaklitsch im Interview

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Er ist der Kopf der erfolgreichsten heimischen Band. Und parallel ein Top-Star in Südkorea und Russland: "Oberseer" Fred Jaklitsch im SN-Interview.

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Fred Jaklitsch: Vom Lehrer zum Musikstar. Bild: SN/andreas kolarik

Fred Jaklitsch: Vom Lehrer zum Musikstar.

Bild: SN/andreas kolarik

Die Seer in Vollbesetzung. Das aktuelle Album der Band steht bereits die zweite Woche in Folge auf Platz eins der Charts. Bild: SN/viertbauer

Die Seer in Vollbesetzung. Das aktuelle Album der Band steht bereits die zweite Woche in Folge auf Platz eins der Charts.

Bild: SN/viertbauer

Die Seer auf der Bühne: 2012 in Werfenweng und . . . Bild: SN/Andreas Kolarik

Die Seer auf der Bühne: 2012 in Werfenweng und . . .

Bild: SN/Andreas Kolarik

. . . bei „Best of Austria“ in der Salzburgarena. Bild: SN/Andreas Kolarik

. . . bei „Best of Austria“ in der Salzburgarena.

Bild: SN/Andreas Kolarik


Von 0 auf 1 in den Albumcharts - und das bereits zum dritten Mal in Folge. Die Seer sind mit das Erfolgreichste, was Österreichs Musiklandschaft aktuell zu bieten hat. Im SN-Interview erzählt Bandleader Fred Jaklitsch (53) von seinen Anfängen als Eurodance-Star, wieso er bald auf Südkorea-Tour geht und was an Gerüchten um eine Trennung der Seer dran ist.

SN: Die Seer auf Platz eins der Charts: erwartet oder doch eine Überraschung?
Jaklitsch: Ganz ehrlich: Wir hängen am Tag X bis zum letzten Moment an der Strippe und warten auf die Zahlen. Und wenn man dann erfährt, dass es Platz 1 ist, ist das pure Freude.

SN: Auf dem neuen Album "Dahoam" sind 19 Songs. Ungewöhnlich viel, oder?
Jaklitsch: Ja, sicher - 19 Songs sind ziemlich unüblich. Wir haben das Album bis auf den letzten Beat ausgereizt. Wir spannen einen runden Bogen von Balladen bis hin zu Mambo- und Latinoeinflüssen.

SN: Und die Mühe zahlt sich dieses Mal offenbar sogar in Deutschland aus . . .
Jaklitsch: Ja, wir sind das erste Mal in die deutschen Charts eingestiegen. Das zeigt, dass unsere Musik jenseits des Walserbergs ebenso ankommen kann. Österreichische Mundart bleibt aber ein spezielles Thema in Deutschland.

SN: Wäre es dann nicht naheliegend, etwa ein Lied auf Englisch zu machen?
Jaklitsch: Wir haben einmal für ein Charityprojekt ein englisches Lied aufgenommen. Das war eine einmalige Sache. Wir sind schlicht eine Mundartband.

SN: Wie ordnen Sie sich ein? Ist Seer-Musik Austropop?
Jaklitsch: Unser Sound passt einfach in keine Schublade. Der beste Beleg: Zuerst haben wir den Amadeus (österr. Musikpreis, Anm.) in der Kategorie Rock/Pop bekommen, anschließend in der Kategorie Schlager. Und dann haben sie uns noch eine Nominierung in der Kategorie Volkstümlich angeboten - die haben wir aber abgelehnt. Da sind wir maximal mit einer Zehe zu Hause.

SN: Sie kommen sogar aus einer ganz anderen Musikrichtung - und waren damit schon vor Ihrer Seer-Zeit Nummer eins in Österreich.
Jaklitsch: Stimmt - in den 80ern hatte ich mit der Dance-Pop-Band Joy mehrere Hits. Und ja: Wir waren ein Modern-Talking-Klon. Drei Landpomeranzen aus Bad Aussee erobern die Dance-Szene Wiens. Wir wussten selbst nicht ganz, wie uns geschah. Entsprechend wurden wir bei den Vertragsabschlüssen gnadenlos über den Tisch gezogen.

SN: Joy gibt es ja heute noch.
Jaklitsch: Ja, demnächst geht es sogar auf Südkorea-Tour. Wir spielen gemeinsam mit anderen 80er-Bands in großen Hallen. In Asien, aber auch in Russland liebt man unsere Musik nach wie vor. Und ich bin selbst noch immer ein Fan der 80er. Einzig an die Klamotten erinnere ich mich mit Grausen (lacht, Anm.).

SN: Bevor es mit Joy auf Tour geht, steht das Seer-Open-Air am steirischen Grundlsee an. Was darf erwartet werden?
Jaklitsch: In den ersten Jahren haben wir auf einem Traktoranhänger vor Hundert Leuten gespielt. Inzwischen kommen über 20.000 Menschen. Und die werden wir auch heuer wieder versuchen, gut zu unterhalten. Neben uns stehen noch Wolfgang Ambros und Umberto Tozzi auf der Bühne. Toll wäre es, wenn wieder viele Fans aus Salzburg kommen würden.

SN: Sie haben selbst einen speziellen Bezug zu Salzburg . . .
Jaklitsch: Das stimmt. Ich bin eigentlich gelernter Lehrer. Und meine Ausbildung habe ich in Salzburg gemacht. Salzburg ist wirklich eine unglaublich reizvolle Stadt.

SN: Was ist eigentlich an den Trennungsgerüchten dran, von denen man immer wieder hört?
Jaklitsch: Dass die Seer seit 16 Jahren in ähnlicher Besetzung auf der Bühne stehen, spricht wohl für sich. Freilich gibt es ab und zu Konflikte, aber ich glaube schon, dass das alles noch eine Zeit lang gut gehen könnte.

SN: Astrid Wirtenberger, eine ihrer Bandkolleginnen, war ja schon bei den "Dancing Stars" dabei. Wäre das nicht was für Sie?
Jaklitsch: Wenn jemand aus der eigenen Band schon gewonnen hat, kann man selbst eigentlich nur verlieren. Außerdem: Jenseits der 50 ist man nur noch zu gewissen Bewegungsabläufen fähig.

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KOMMENTARE (1)
 

christian kulitz

20.07.2013 
18:37 Uhr

einfach nur peinlich für österreich

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