Österreich | Chronik 

Video von Gamsjagd sorgt in Tirol für Aufregung

Von Apa | 26.08.2013 - 19:55

In Tirol sorgt eine Videoaufnahme von einer Gamsjagd für Aufregung. Ein Niederländer hatte das Video am Samstag mit dem Kommentar "Ich war tief erschüttert!" auf das Internet-Portal YouTube gestellt.

Video von Gamsjagd sorgt in Tirol für Aufregung

Der Landesjägermeister zeigte sich "schockiert". Bild: SN/APA (Gindl)/BARBARA GINDL

Auf dem Video zu sehen ist, wie eine durch einen Streifschuss verletzte, zappelnde Gams rund zwei Minuten lang von einem Mann an den Beinen über spitze Steine talwärts geschleift wird.

Die Gams zieht dabei eine lange Blutspur hinter sich her. Dann kommt eine zweite Person ins Bild, die das Tier schließlich mit dem Messer tötet. Dem Jäger wird anschließend der blutige Gamsbart überreicht. Der Vorfall soll sich laut dem Bericht am 15. August nahe dem Scharnitzjoch im Gemeindegebiet von Leutasch im Bezirk Innsbruck Land ereignet haben.

Tirols Landesjägermeister Anton Larcher zeigte sich gegenüber der APA "schockiert". Er sprach von einer "barbarischen Vorgehensweise", die "aufs Allerschärfste verurteilt" werden müsse. Man habe inzwischen wegen des Verstoßes gegen das Jagdgesetz verbandsintern ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Zudem wolle er wegen Tierquälerei eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft einbringen, kündigte Larcher an.

Mittlerweile konnten einige der Beteiligten identifiziert werden. Der Jagdpächter des betroffenen Jagdgebietes sowie jener Mann, der die Gams schließlich mit dem Messer tötete, seien dem Jägerverband bekannt, erklärte Larcher. Jene Person, die die schwer verletzte, zappelnde Gams rund zwei Minuten an den Beinen über spitze Steine talwärts schleifte, sei hingegen noch nicht ausgeforscht.

Ursprünglich hatte man geglaubt, auch diesen Mann identifiziert zu haben. Vermutlich handle es sich um einen ausländischen Jagdgast. "Ich nehme an, dass er auch der Schütze war", sagte der Landesjägermeister. Der Jäger soll in den nächsten Tagen identifiziert werden. Tirols oberster Jäger kündigte an, dass sich der Jägerverband mit den weiteren beteiligten Behörden eng abstimmen und für volle Aufklärung sorgen werde. Er gehe davon aus, dass das Ergebnis des eingeleiteten Disziplinarverfahrens nur der Entzug der Jagdkarte sein werde.

 
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KOMMENTARE (4)
 

wolfgang janisch

27.08.2013
19:08 Uhr

Eine Frechheit unseren wildtieren ,der weidgerechtigeit,und der Tiroler jägerschaft gegenüber und noch dazu wenn eine beeidete jagdaufsicht dabei war,ich bin jäger und jagdaufsicht und ich war zutiefst schockiert so etwas in Österreich vor die Augen zu bekommen

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rita ecker

27.08.2013
19:07 Uhr

... so etwas darf es nicht geben. Wie kann ein Jäger so handeln? Ich kann es nicht fassen! Auch noch ein "Weidmannsheil" wurde ausgesprochen! Nur der Entzug der Jagdkarte kann doch nicht alles sein? Es ist unglaublich.

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F S

27.08.2013
12:11 Uhr

Was man hier sieht ist abscheulich und gehört entsprechend bestraft. Leider handelt es sich hier nicht um einen einzelnen Jäger sondern um eine sogenannte "Jagdgesellschaft". Leider hat auch niemand eingegriffen. Im Gegenteil, es wurde noch herzlich gratuliert. Ich bin kein Jäger, befürworte aber den geregelten (weidgerechten!) Abschuss von Überpopulationen. Es soll ein problemloses Zusammenleben von Mensch und Wildtieren ermöglichen (nicht nur in Tiergärten oder Naturparks).

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Franz Dorn

27.08.2013
12:09 Uhr

Die Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf - und eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit. (Theodor Heuss, ehm. dt. Bundespräsident.) Allerdings die einzige Möglichkeit, seiner Lust am töten - außerhalb eines Krieges - ungestraft nachgehen zu können.

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