Großes Bibbern im Südosten Europas
Von Apa | Aktualisiert vor 104 Tagen

Minus 21,7 Grad in Innsbruck. Bild: SN/apa (archiv/dpa)
In den isolierten Dörfern von Serbien, Kroatien, Bosnien, Mazedonien und Montenegro waren immer noch mehr als 70.000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. In Serbien wurden wegen der extremen Kälte Stromrationierungen eingeführt. Damit wollen die Behörden verhindern, dass die Versorgung überhaupt zusammenbricht. In Novi Sad in der Vojvodina und in Negotin an der Grenze zu Rumänien wurden am Donnerstag in der Früh minus 27 Grad registriert, die bisher tiefsten Temperaturen in diesem Winter. Die ohnehin erheblich beeinträchtigte Donauschifffahrt wurde in Serbien auf der gesamten Flusslänge gestoppt.
In der bosnischen Stadt Mostar waren rund 15.000 Haushalte am dritten Tag in Folge ohne Strom. Wegen der ungewöhnlich hohen Zahl von Knochenbrüchen war in der kroatischen Stadt Split der Gipsvorrat für zwei Jahren binnen fünf Tagen aufgebraucht. In Bulgarien, wo es seit Tagen Verkehrsbehinderungen auf Straße, Schiene und auf der Donau gibt, wurde in Vidin der Fährbetrieb nach Rumänien eingestellt. Die Donaustadt war mit 28,6 Grad unter null am Donnerstag der kälteste Ort des Landes. Dutzende Kleinstädte und Dörfer in Bulgarien mussten ohne Strom auskommen.
Selbst Nordafrika wird von der Kältewelle zunehmend in Mitleidenschaft gezogen. Allein in Algerien starben binnen einer Woche 44 Menschen bei Unfällen oder weil sie mit behelfsmäßigen Methoden zu Hause für Wärme sorgen wollten und erstickten.
Die tiefsten Temperaturen Österreichs in der Nacht auf Donnerstag wurden in Seefeld in Tirol gemessen. In dem knapp 1.200 Meter hoch gelegenen Wintersportort westlich von Innsbruck wurden in der Nacht minus 21,7 Grad registriert. Damit war es dort beträchtlich "wärmer" als etwa in der Nacht auf Samstag, als sich Seefeld ebenfalls als Kältepol des Landes erwiesen hatte. Damals erreichte der Tiefstwert 28,3 Grad. Etwas wärmer soll es zu Beginn der kommenden Woche werden.
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