Grazer Uni-Professor: Todesstrafe für Papst?
Von Apa | 29.12.2012 - 08:42

Papst Benedikt ist gegen Empfängnisverhütung – und somit für einen Grazer Uni-Professor schuld an Millionen Aids-Toten. Bild: SN/EPA
Durch zahlreiche Protestnoten aufgeschreckt, reagierte die Uni Graz und distanzierte sich umgehend. Wie Uni-Pressesprecher Andreas Schweiger einen Bericht des "Kurier" bestätigte, habe man durch rund 50 Beschwerdemails Kenntnis von der problematischen Veröffentlichung erhalten. Richard Parncutt, gebürtiger Australier und seit 1998 Professor für systematische Musikwissenschaft, bezeichnet sich in dem Artikel "Death penalty für global warming deniers?" zwar als Gegner der Todesstrafe, stellte aber zur Diskussion, ob nicht für Verantwortliche von über einer Million Toter andere Maßstäbe zu gelten hätten. Zu diesen Verantwortlichen zählten demnach in Zukunft die Leugner des "Global Warmings" und der Papst nebst enger Berater, weil durch die Haltung der Kirche zur Empfängnisverhütung der Ausbreitung von Aids Vorschub geleistet werde. Parncutt stellte zwar fest, dass er für sie die Todesstrafe nicht direkt vorschlage, sondern nur logisch argumentiere und laut über ein wichtiges Problem nachdenke.
Wie Schweiger am Freitag sagte, sei er über die Äußerungen "entsetzt und bestürzt" und habe umgehend klargestellt, dass Parncutts Meinung nicht die der Uni sei. Der Dekan der Geisteswissenschaftlichen Fakultät, Helmut Konrad, veranlasste die Entfernung des Textes, der durch eine Entschuldigung des Autor ersetzt wurde. Konrad und Rektorin Christa Neuper verlangten Sachverhaltsdarstellung und luden den Professor zu einem Gespräch ein.
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