Österreich | Chronik

Enkel tötete Oma: Mordprozess begann in Ried

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Der Geschworenenprozess gegen einen 72-jährigen Oberösterreicher und seinen 19-jährigen Enkel, den er zum Mord an seiner Großmutter angestiftet haben soll, hat am Montag in Ried im Innkreis begonnen.

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Am 6. September soll es das Urteil geben. Bild: SN/APA/DANIEL SCHARINGER

Am 6. September soll es das Urteil geben.

Bild: SN/APA/DANIEL SCHARINGER

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Am 6. September soll es das Urteil geben.

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Am 6. September soll es das Urteil geben. Bild: SN/APA/DANIEL SCHARINGER

Am 6. September soll es das Urteil geben.

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Am 6. September soll es das Urteil geben. Bild: SN/APA/DANIEL SCHARINGER

Am 6. September soll es das Urteil geben.

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Der Start des Geschworenenprozesses gegen einen Oberösterreicher (72) und seinen 19-jährigen Enkel, den er zum Mord an seiner Großmutter angestiftet haben soll, am Montag im LG Ried im Innkreis war von Widersprüchen geprägt. Der geständige jüngere Beschuldigte konnte sich an mehrere Details nicht mehr erinnern. Auch die Schilderungen seines Großvaters wichen von jenen in früheren Einvernahmen ab.

Mit den Worten "Die Oma muss weg" habe ihn sein Opa mehrmals zum Mord an der 68-Jährigen aufgefordert, hatte der geständige Bursch in den Einvernahmen erklärt. Der Teenager - er war zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alt - soll sie in Taufkirchen an der Pram im Bezirk Schärding mit Axt-Schlägen und Messerstichen getötet haben. Anschließend habe er laut Staatsanwalt auf Anordnung des Großvaters falsche Spuren gelegt und so einen Einbruch und damit einen Raubmord vorgetäuscht. Um ein Alibi zu haben, soll der 72-Jährige die Bluttat für einen Abend angeordnet haben, an dem er eine Maturafeier besuchte.

Er habe die Bluttat aus Angst davor begangen, den Pensionisten zu enttäuschen, sagte der Bursch im Prozess. Der Mann, der früher Förderer seiner Musiker-Karriere und für ihn eine Identifikationsfigur gewesen sei, habe gedroht, ihm das Leben zur Hölle zu machen. "Das war nicht mehr mein Opa." Er wollte, "dass es sicher vorbei ist", antwortete der 19-Jährige auf die Frage der Richterin, warum er der Frau, die er "eigentlich immer gern gehabt" hat, mit der Hacke den Kopf zertrümmert und fünfmal auf sie eingestochen habe. Rückblickend betrachtet hätte er sich, bevor es so weit kam, jemandem anvertrauen sollen, sagte der junge Angeklagte.

"Ich war momentan kopflos", rechtfertigte der 72-Jährige gegenüber der Richterin, warum ihm beim Heimkommen seine mit offenem Schädel am Wohnzimmerboden liegende Frau nicht gleich aufgefallen sei. Dass er am Telefon sowohl bei der Polizei als auch bei der Rettung erst am Schluss von seiner verletzten Frau und zuvor von seinem Alibi bzw. einem angeblichen Einbruch berichtete, sei "Zufall" gewesen. Der Beschuldigte räumte ein, dass es in den 1980er-Jahren eine schwere Ehekrise gegeben habe. Die Beziehung in den 15 Jahren bis zum Tod der Frau bezeichnete er aber als harmonisch. Seinem Enkel hätte er eine derartige Bluttat nicht zugetraut, gedroht habe er ihm jedenfalls nicht, sagte der Pensionist.

Die Verhandlung wird am Dienstag mit Zeugenbefragungen fortgesetzt. Ein Urteil soll am 6. September gefällt werden.

 
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